Long lost ones

Aus der Kategorie »just people«

Manchmal gibt es diese wunderbaren Zufälle, wenn man mit der weltbesten Infografikerin beim weltbesten Eismann sitzt und die auf einmal erzählt, sie hätte doch D. widergetroffen. Und der hätte letztens bei *hier einen sehr bekannten internationalen Star aus den frühen 80ern einsetzen, den es offensichtlich noch immer gibt* für das Catering gesorgt. Weil er doch den Drummer des Stars kennen würde, der sei doch aus Menden, der Sohn vom Steinmetz hinten an der …

In dem Moment kippte meine Wahrnehmung etwas weg – er lebt noch!
Meine Geschichte mit besagtem Drummer ist eine eher traurige. Wir waren ein gutes Team, der Drummer und ich. Für meine Begriffe sogar das beste, was ich erlebt habe in meiner kleinen Musiker- und Bandkarriere.
Sorry, Ihr anderen.
Es hat sofort geklappt, sofort beim ersten Ton. Hat immer gegrooved wie Hulle, wenn wir beide zusammen gespielt haben. Ziemlich blindes Verstehen. So wie das sein soll, bei Drummer und Bassist.

Damals mit 20 …
Haben wir uns 2 Bläser besorgt, die uns so über waren, dass sie hinterher irgendwohin gingen, um Jazz zu studieren.

Haben einen Trompeter aus dem Schützenverein abgeworben, der kannte zwar nicht mal Clapton, aber er konnte Noten.

Haben möglichst grosse alte Diesel gefahren, damit wir uns wenigstens ins Bluesmobil träumen konnten.

Haben über T.s grauenhaften roten Pullover hinweggesehen den er bei Auftritten immer tragen wollte, weil er eine geile Stimme hatte.

Haben mit ein paar 19-jährigen Mädels über die Notwendigkeit von kurzen Miniröcken in der Bluesmusik diskutiert, damit sie bei uns singen durften.

Haben R. die linke Hand auf dem Rücken festgebunden, weil er zuviel Zeit als Alleinunterhalter hinter sich hatte.

Haben A.s dauernden Kampf um den perfekten Sound mitgemacht (»Ja,klar klingt der Marshall Turm viel geiler als der Boogie.
Ja, klar klingt der Twin viel geiler als der Marshall Turm.
Ja, klar klingt der Boogie pur viel geiler als der Twin mit dem Effektrack.
Ja, klar klingt die Strat viel …«

Haben mit einer Brauerei einen Vertrag gemacht, der uns dazu verdonnerte, jeden Sonntag Morgen auf einem anderen blöden Sauerländer Marktplatz zusammen mit dem örtlichen Turnverein und einem drittklassigen Zauberer aufzutreten.

Haben uns den grosskotzigsten Namen gegeben, der uns einfiel: Sensational Blues & Bbrass Company.

Sprich: haben alles getan, was man mit 20 so tun kann, um eine wirklich enstzunehmende Bluesband zu sein.

Nur verstanden haben wir alle uns nie.

Der Drummer und ich sind hinterher noch in einer anderen Band wieder aufeinandergestossen, aber da hatte er schon eine neue Liebe gefunden. Die kochte er dann auf einem Löffel auf und für sie hat er uns alle beschissen, verraten, betrogen und irgendwann dann auch sitzengelassen. Ohne die Djembes, die er uns allen so günstig besorgen wollte.

Ich bin wirklich glücklich, dass er noch lebt. Dass es Google gibt und ich ihn gefunden habe. Dass er trommelt und es ihm vielleicht gut geht.


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