Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Honigmampf

Die Vorbedingungen waren schlecht:
Die Presse hatte erzählt, das Konzert sei am Samstag.
Normalerweise sind Konzerte im Henkelmann am Samstag.
Das Konzert begann um 20:00Uhr.
Normalerweise beginnen Konzerte im Henkelmann um 20:30Uhr.

So waren dann auch nur ca. 30 Leute da – alle anderen haben was verpasst.
Und der Herr Nachbar war auch nicht da.

Wir aber.
Honeymunch haben gestern Abend im Henkelmann gespielt.
Honeymunch kommen aus Düsseldorf und spielen … äh … ich fürchte, man nennt es hilflos "New Jazz" oder "elektronischen Jazz" oder man stottert ein bisschen herum.

Also anders: Honeymunch wildern in allen Stilrichtungen, die ihnen so gefallen und setzen daraus etwas eigenes zusammen. Im Hintergrund werkelt ein wunderbar aufeinander eingespieltes Rhythmus-Trio aus Drums, Percussion und Bass. Meist ziemlich funky und an den richtigen Stellen auch mal so richtig nach vorne. Blindes Verstehen auf der Bühne galore.
Darüber dann Fender Rhodes, Schweineorgel, Gitarre und manchmal Krach. manchmal Drum’n’Bass, manchmal 70er Jahre Funk, manchmal überraschende Samba-Versatzstücke. Gut tanzbar, gut »es ist Sonntag Nachmittag , vier Uhr und ich überlege, ob ich aufstehen soll«, wie es eine Begleiterin formulierte.
Sehr geil also insgesamt.

Vor allem – und das ist jetzt absolut kein Band-Bashing – der Gitarist hat mich den ganzen Abend über besonders begeistert. Endlich mal wieder jemand, der gerne sowohl sein Instrument ausloten möchte, aber trotzdem auch sehr solide lässig die klassischen Funk-Riffs, Begleit-Grooves oder W*x-Soli aus dem Handgelenk schüttelt (Ja, bei Gitaristen darf man das sagen, da ist das so).
Immer wieder kamen fremde oder verfremdete, überrraschend seltsame Klänge aus der Telecaster – aber immer absolut songdienlich.
Es gibt ja nun genug Gitarren-Diven, die sich auf Teufel komm raus in den Vordergrund hudeln müssen – er nicht.
Und das mag ich sehr.

Die Jungs sind noch ein paar Mal live zu hören (Termine unten) – und wenn sie bei Euch in der Nähe sind, liebe Leserinnen – tut Euch das ruhig mal an.
Macht Spass.

Apropos Website: Da muss ich doch auch noch fix die wunderbare Website loben. Eine wirklich schöne Flash-Site. Und das ist ja selten genug.
Kleiner Tip: Die Buttons oben sind Regler. Wofür? Selber rausfinden.

Termine (frech aus der Site gescreenshottet)

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