Eine Erfahrung die jeder mal gemacht haben sollte

Aus der Kategorie »just people«

… um sie nie zu machen.
Was erst einmal unlogisch klingt wird klarer, wenn ich sage: »Ich war im Knast«.
Zu Besuch.

In einer naheligenden JVA war Tag der offenen Tür Besuchstag und durch einen glücklichen Zufall habe ich jemanden kennengelernt, der dort arbeitet, so dass ich mit ihm einmal zwei Stunden durch einen königlich-preußischen Bau und die angrenzenden Werkstätten drehen konnte.

Normalerweise übertreibt Fernsehen ja. Hotel sind luxuriöser, Sonnenuntergänge romantischer … – Ihr kennt das.
Der Knast ist so wie er ist.
Genauso beengend, einschüchternd, genauso enge Zellen, genauso lautes Schlüsselrasseln.
Eine Stunde am Tag auf einem engen Hof.
Mit ein bisschen Pech 23 Stunden am Tag in einer wirklich engen Zelle.

Und das Gefühl eingesperrt zu sein stellte sich verflixt schnell ein, obwohl wir jemanden mit Schlüssel dabeihatten. Trotzdem musste man sich nur einmal kurz die nächsten Gitter, Stahltüren und die diversen Mauern und Stacheldrahtzäune vor Augen führen um eine klitzekleine Ahnung davon zu bekommen was es heisst, dort gleich mehrere Monate oder Jahre zu verbringen.

Spannend war, dass wir mit zwei weiteren Besuchern in einer Gruppe waren, die mit ihren Vorstellungen anscheinend irgendwo beim königlich-preußischen Zuchthaus hängengeblieben waren und das alles doch recht luxuriös fanden. Da waren doch immerhin Fernseher auf den Zellen.
Und der Sicherheits-Verwahrungs-Trakt, der für mich gerade mal den Standard erfüllte, den ich mir für ein modernes Gefängnis so vorgestellt hatte war für sie eine indiskutable Ferienwohnanlage. Warum die denn noch dafür belohnt würden, was sie angestellt hätten?

So gehen die Vorstellungen auseinander.
Wie gesagt: ich bin froh, dass ich es mal sehen und vor allem erleben konnte.


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