Ist Geiz geil? III

Aus der Kategorie »just people«

Passend zu meinen Erlebnissen beim Durchsetzen eines Lock-Super-günstig-Angebot lief dann heute Morgen auf WDR5 ein interessantes Interview mit Franz Kotteder über die deutsche Discounter – Szene und die Folgen, die die Discounter auf "normale" Läden und die Zulieferer haben und wer die Preise eigentlich bezahlt.

Der Bericht war gut gemacht – Moderator Jürgen Wiebicke begann mit seinem Gast einen virtuellen Rundgang durch einen beliebigen Laden und bat ihn, zu jeder in den Einkaufswagen gelegten Ware kurz zu erklären, warum die jetzt so billig angeboten werden kann.
Nach Brot (Afrika) und Orangensaft (Kinderarbeit in Brasilien) blieben die beiden dann bei der Milch hängen – bei Preisen 2 bis 3 Cent über dem Herstellungspreis beim Bauern und dem wunderbaren Fortschritt, dass Kühe heute doppelt so viel Milch geben, wie vor 10 Jahren war wohl allen klar, wo die Preise bleiben.
Ein kleiner Abstecher in die Personalpolitik der deutschen Billigläden machte dann den Rest klar.

Ich versuche ja schon länger, den absoluten Billigwahn nicht mehr mitzumachen. Zum einen weil ich bei verschiedenen Gelegenheiten gemerkt habe, dass Qualität einfach nicht billig sein kann, zum anderen, weil ich instinktiv die Zusammenhänge zwischen Preistreiberei und Arbeitslosenquote schon gespürt habe.
Wer sich einmal den "Luxus" eines guten Brötchens gegönnt hat – für den schmeckt der Selbstbedienungsbackshop um die Ecke nur noch nach Pappe.
Und wer schon einmal vor dem verschlossenen Schlecker warten musste, weil die einzige Angestellte gerade mal zur Toilette musste, der weiss auch, was wo schiefläuft.

Von Franz Kotteder gibt es ein Buch (Die Billig-Lüge – Die Tricks und Machenschaften der Discounter. Droemer-Verlag 2005. 18,- Euro), in alle anderen nochmal lesen und verstehen können.


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