Switch my Windows-Machine II

Aus der Kategorie »just people«

Ich stehe ja dazu: ich bin eines von dem Dummchen, die auf Teufel komm raus ihre Windows-PCs auf Apple-Look frisieren wollen.

Ich habe

laufen, damit ich möglichst wenig an mein Betriebssystem erinnert werde.
(Nein, kein Dock; ich mag das Startmenu und brauche keinen extra Launcher.)

Nein, das ist Quatsch. Es muss heissen: … damit ich möglichst wenig an den schlechten Geschmack der Gestalter meines Betriebssystems erinnert werde.
Ich stehe ja dazu: ich arbeite mit Windows. Ich komme damit klar, ich habe bisher einmal erst in meinem Computer-Leben – also in den letzten 8 Jahren – so richtig Daten verloren und ein HeadCrash verbunden mit einer nicht so dollenmangelhaften Sicherungsstrategie kann jedem unter jedem OS passieren.

Aber eigentlich bin ich zufrieden. Ich weiss gar nicht, ob ich switchen würde, wenn ich das Geld hätte.
wahrscheinlich würde ich viel Geld eher zu Manufactum tragen – die Sachen sehen geil aus.

Das dumme ist – und das werden die meisten von Euch, die viel am Rechner sitzen – wahrscheinlich kennen: mein Rechner ist viel zu angepasst. Wenn ich ein Windows installiere, dann muss ich erst mal drei Tage rumschrauben, um dann wieder flüssig arbeiten zu können. Oder andersherum: setz‘ mich an einen PC im Auslieferungszustand und ich erstarre, weil ich nichts wiederfinde:
Weil die Taskleiste unten ist.
Weil sich in einem Ordnerfenster komische Kacheln oder Voransichten im Schneckentempo aufbauen – statt einer aussagekräftigen Liste mit Details.
Weil daneben irgendwelche Ordneraufgaben stehen.
Weil mich statt einer Suche ein Hund anwedelt.
Weil das Startmenu meine Programme versteckt, wenn ich sie länger nicht mehr benutzt habe.
Weil Photoshop meine Shortcuts nicht kennt.
Weil mich statt einer Textverarbeitung eine Büroklammer auf Speed begrüßt.
Weil bei keinem Bild im Kontextmenu Photoshop auftaucht.
Weil statt eines schnellen Bildbetrachters ein Browser, ein Faxviewer oder sonstwas aufgeht.
Weil statt eines schnellen Players der Mediaplayer mit Billy smalltalken will.
Weil im Startmenu statt sinnvoller Gruppen (Office, Grafik, Online, Dateiverwaltung, …) jedes Programm seine Duftmarke hinterlassen hat.
Weil …(Kann nach Belieben fortgesetzt werden)

Das alles und noch viel mehr habe ich im Laufe der Jahre ausgetestet, eingerichtet und mich daran gewöhnt – sogar die grundsätzliche Ordnung meiner Desktop-Icons ist seit Jahren gleich.
Zum einen ist es ja geil, dass ich mir mein tägliches Arbeitsgerät so sehr anpassen kann.

Anderseits scheint das ausser sehr wenigen Usern niemand zu tun – ich habe letztens noch irgendwo gelesen, dass das Startmenu offensichtlich von niemandem angepasst wird und so das Konzept ausgedient hat. Demnächst wird es also noch mehr als bisher die für den Benutzer sinnvollsten Einträge beinhalten. Und ich mich – wenn ich nach zwei Wochen Photoshop-Jobs auf einmal mal wieder Zeit zum Musikmachen habe – totsuchen.
Von angepassten Menuleisten im Word will ich erst gar nicht reden.

Und was sagt uns das alles?
Vermutlich, dass sich mal wieder die Schere zwischen dem Otto-Normal-User und uns© weitet. Dass es wieder schwerer wird, jemandem zu helfen.
Und nicht zuletzt, dass ich meinen Status als Computer-Guru verliere, wenn ich dann in einem Jahr wie der letzte Idiot vor Vista sitze und nicht weiss, wie ich ein Programm starte.
Prima. Das will ich schon lange. Darum beneide ich ja schon lange die Macianer in meinem Umfeld – die sagen immmer nur »keine Ahnung«, wenn es auf Computerthemen kommt und lehnen sich grinsend zurück.


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