Und nochmal für Pia: Karneval

Aus der Kategorie »just people«

Weil es so schön war gibt es gleich die nächste Karnevalsgeschichte.
Spannend in dem Zusammenhang ja übrigens, dass ich inzwischen hauptsächlich Kölner kenne, die über Karneval auswandern, die Türen zuschliessen oder ähnliche Vermeidungstaktiken fahren.
Vielleicht ist es alles nur eine Illusion? Vielleicht feiern die Kölner gar keinen Karneval, sondern nur die Besucher, die kommen, weil die Kölner ja so toll Karneval feieren?
Naja, aber zurück in die Kleinstadt…
Ich habe ja vor einigen Jahren ein Bürgerbegehren … äh… gemacht. Gemacht heisst: Ich war einer derjenigen, die verantwortlich unten drunter standen und die sich in lustigen Leserbriefschlachten mit den örtlichen Politikern herumschlagen durften.

Und ich stand viel auf der Straße, um die erforderlichen Unterschriften zusammenzubekommen.

Natürlich sind wir auch zum Mendener Rosenmontagszug losgezogen, um Unterschriften zu sammeln. So viele Leute auf einem Haufen bekommt man ja sonst selten.

Richtig lustig fanden wir es immer, wenn uns Verteter der gegnerischen uns nicht so wohlgesonnenen Parteien in die Quere kamen. Dass die nicht unterschreiben würden war ja klar, eine kleine Diskussion wäre aber nett gewesen.
Aber dazu waren die Herren und Damen seltenst in der Lage. Und es ergaben sich meist herrlich skurile Situationen, wenn dann jemand auf einmal hektisch in die Gegenrichtung losrannte oder auch mal die Straßenseite wechseln musste, weil er argumentativ nicht in der Lage war, sich zu verteidigen.

Rosenmontag war aber auch hier alles anders.
Wir trafen einen gegnerischen uns nicht so wohlgesonnenen Ratsabgeordneten, der aber leider schon zu fröhlich war, um uns noch aus dem weg zu gehen.
Und: auf die freundliche Nachfrage, ob er nicht unsere Bürgerbegehren unterstützen wollte, es ginge um die Jugendbildungsstätte und die familienberatung lallte er sowas wie » Abaa kllllaa« und schmierte irgendetwas auf unseren Block.

Wow.
Die verschiedensten Dinge schossen uns durch den Kopf: Wie betrunken war der denn? Wie geil war das denn? Mit wem hat der uns denn verwechselt? Kann man das lesen oder fällt die Unterschrift bei der Prüfung eh raus?
Und, übereinstimmend: Das wir dem aber peinlich sein, wenn er sich daran erinnert.

War es ihm nicht.

Mittwochs – Ihr wisst ja, da ist alles vorbei – fand sich ein Artikel in der Lokalzeitung, in der er sich bitter beschwerte, dass dieses linke Pack hemmunsglos ausgenutzt hatte, dass er zu Karneval in etwas ausgelassenerer Stimmung als sonst unterwegs gewesen sei. Und die Unterschrift – und eigentlich alle vom Montag – seien ergaunert, betrogen und nicht gültig. So.

Eine schöne Umschreibung dafür, dass er Mittags um eins so volltrunken war, dass er leider weder Herr seiner Sinne war, noch sich in schriftlicher Form erinnern konnte, wo er wohnte. Die Adresse fehlte nämlich leider auf unserem Bogen. War ihm wohl entfallen.
Aber im Karneval ist ja alles anders. Da muss einem wohl nichts peinlich sein.


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