We’re coming back with another bombtrack

Aus der Kategorie »just people«

Rage against the machine betraten – wenn ich mich richtig erinnere – die Bühne 1992. Die Bühne war damal bevölkert von allerlei Flanellhemd-tragenden Grungebands und selbst Opel hatte Claptons „Layla“ wiederentdeckt, um auch an der gerade wieder erstarkenden Gitarrenwelle teilzuhaben. Es hätte also schwer sein können für eine weitere Gitarrenband, die ein bisschen im Rap und im HipHop-Lager wilderte.

Rage hatten es nicht schwer.
Je nachdem, was der DJ im Lieblingsclub ausgewählt hatte, hörte man von Rage zuerst ein herzhaftes „Fuck you, I won’t do what you tell me“ oder ein nicht minder fröhliches „Coming back with another bombtrack“.
Rage waren wütend. So unendlich wütend, wie ich vorher und auch nachher nichts vergleichbares gehört hatte.
Die Tracks prügelten sich auf einem unglaublich präzisem Rhythmusfundament in die Ohren, darüber überrraschte ein Gitarrist mit vorher nicht gehörten Sounds und darüber schrie uns Zack de la Rocha seine Wut über alle Ungerechtigkeiten der Welt ins Gesicht.
Und auf dem Cover verbrannte sich ein Mönch.

Ich glaube, dass es Zeit braucht, um so viel Wut anzusammeln. Dass man mit Anfang zwanzig, auf der ersten Platte diese ganze Wut noch kanalisieren kann.
Aber wenn man – egal wie credibel oder nicht – jeden Abend vollen Konzerthallen ins Gesicht schreit, ist die Wut irgendwann verraucht. Sucht sich andere Wege, wird intellektueller, wird feiner, weniger ungestüm.
Ich habe die zweite CD noch ein paar mal gehört, aber schnell vergessen.
Und danach keine weitere mehr mitgekriegt.
Die erste reichte.
Für Jahre. Bis jetzt für 14 Jahre, aber ich denke auch noch für die nächsten…


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