Arsch hoch!

Aus der Kategorie »just politics«

Der aufmerksamen Leserin mag es aufgefallen sein – links findet man bei genauem Hinsehen einen dezenten Hinweis, das eigene Gesäß himmelwärts zu bewegen.
Was soll das?

Ich habe Angst. Angst vor dem, was unser Innenminister und unsere Regierung im Moment tun.
Und da ich daran glaube, dass die Jungs und Mädels gewählte Volksvertreter sind und sich demnach auch nach dem Volk richten müssen, möchte ich meinen Arsch hochkriegen. Und freue mich, wenn ein paar andere sich auch bewegen. Denn Aufmerksamkeit bekommt man in einer Demokratie und in unserer Gesellschaft nur, wenn man nicht alleine ist.
Das ist manchmal schwer, denn dazu muss man sich auch mal auf andere einlassen und auch manchmal persönliche Vorlieben hinten an stellen. Aber es geht. Und es ist verdammt nötig.

Über meine ganz persönlichen Wege und hoffentlich auch Ergebnisse werdet Ihr hier lesen.

Zuallererst habe ich aber gemerkt, dass man damit beginnen muss, die Menschen um sich herum zu informieren. Denn wir™ hier im Netz, wir hier in der Blogosphäre, wir haben uns daran gewöhnt, uns unsere Informationen zu besorgen. Wir verlassen uns nicht mehr auf den Nachrichten Block um Acht Uhr abends. Wir haben gelernt, vernetzt zu denken, haben gelernt, zu filtern, Verknüpfungen zu folgen und welche zu bilden.
Aber wir bleiben manchmal auch gerne unter uns.

Aber: Nicht jeder informiert sich selbst, nicht jeder hat diese Medienkompetenz.

Ich habe in den letzten Tagen und Wochen mit vielen Menschen gesprochen – keinen dummen, sondern eher noch den informierteren, interessierteren Menschen und oft genug stiess ich auf blankes Unwissen. Meist gefolgt von ebenso blankem Erschrecken.
Also: Erzählen, informieren, reden. Mal wieder politisch diskutieren und nicht nur übers Wetter schnacken.

Ich weiss, dass es schwer ist, etwas zu tun. Man schwankt gerne zwischen großen „man müßte“-Plänen und der Einsicht, dass man das alleine nie hinkriegt. Man hat – medial übersättigt wie wir alle sind – gleich die ganz großen Bilder von Menschenmassen unterm Brandenburger Tor vor Augen und weiss gleichzeitig nicht mal, wie man zwanzig Leute an einen Tisch bekommen sollte.

Ich weiss zum Glück aber auch aus eigener Erfahrung, dass es gar nicht so groß sein muss. Und dass es einfacher ist, als man denkt. Und der erste Schritt, nämlich einfach mal mit Nachbarn, Freunden, Kollegen überhaupt darüber zu sprechen – das kann jeder. Wer Angst hat, dabei mit dem vermeintlichen Killerargument „Aber, ich habe doch nichts zu verbergen“ abgeschmettert zu werden, dem seit dieser Artikel bei telepolis empfohlen.

In diesem Sinne: Arsch hoch!

Nachtrag: Wer noch Argumente braucht, findet vielleicht hier welche. Warum soll man die online-Durchsuchung noch diskutieren..?


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Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

6 Reaktionen

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Am 28.04.2007 um 8:08 Uhr wusste Ebola:

In den letzten Wochen habe ich die böse Erfahrung gemacht, dass dieses Thema recht wenige interessiert. Ich meine nicht im Netz, sondern da draußen auf der Straße. Versuche, mit Kunden, Freunden und Bekannten darüber zu reden sind der Grund für diese Erfahrung. Keine Kluft zwischen Bildzeitungsparolen und völligem Desinteresse.
Das lässt mich vermuten, dass entweder mein Umfeld (welches sich beruflich in den letzten Tagen sich auch in die Nähe von Düsseldorf verlagert hatte) eher blind konservativ ist, oder, ich an/in/bei diesem Thema übertreibe.

Schönes Wochenende.


Am 28.04.2007 um 12:15 Uhr meinte Dave-Kay:

nein zu beidem Ebola! Du übertreibst nicht und es ist nicht dein Umfeld! Die menschen um mich herum bekommen das ebenfalls nicht mit, was schlicht daran liegt, dass die medien das auch nicht dementsprechend public machen. Dadurch entsteht nicht mal annähern ein Gefühl für das, was da gerade passiert. Es muss an uns sein, unser Umfeld zu informieren!
Ich habe in den letzten tagen mehr als ein mal ein Schulter zucken geerntet und ein anschließendes:“ich kann doch eh nichts ändern“
Andere informieren und Massen formieren!


Am 28.04.2007 um 12:24 Uhr ergänzte Dave-Kay:

ach ja, Düsseldorf? Düsseldorf???


Am 28.04.2007 um 21:05 Uhr meinte Ebola:

Dann ist ja gut, wenn es mir nicht allein so geht.
Heute sah ich in Polylux oder der Sendung die danach kommt – auf 3SAT -, wie ein Reporter in der FuZo private Daten sammelte inkl. Fingerabdrücke, Kontodaten, Speichelproben, Urlaubsziele …

Ähm. Ja. Düsseldorf. Bin dieses Jahr noch gut drei Mal dort ;-)


Am 30.04.2007 um 7:31 Uhr antwortete Christian:

… nein Ebola, es geht Dir nicht alleine so – das ist ja genau was ich meinte: ausserhalb unseres kuscheligen kleinen Internetzes kriegt im Moment noch kaum jemand etwas mit.
Aus dem Büro eines hochrangigen deutschen Oppositions-Politikerin (mehr demnächst an dieser Stelle) kam sinngemäß der Satz: Ihr wollt was tun? Geil. Da schafft endlich mal jemand Öffentlichkeit, das ist toll.

Und ich glaube schon, dass man Öffentlichkeit schaffen kann. Man muss nur einmal das Medium wechseln. Ist aber auch nicht wesentlich schwerer als Bloggen ;)


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[...] Und dann brüllte mich jemand aus meinem Feedreader - den ich auch als Nichtblogger weiterbeschäftigte - an: Arsch hoch! [...]