Atmen wird allgemein unterschätzt

Aus der Kategorie »just people«

… das merkt man, wenn es mal nicht mehr so geht. Aber der Reihe nach:
Wer meine Tweets verfolgt hat es vermutlich mitbekommen – ich hatte in den letzten Tagen etwas Probleme mit meinem Rücken und den angrenzenden Knochen. Wobei „etwas“ der Euphemismus des Monats ist.

Begonnen hat – eigentlich ist es ja recht logisch – damit, dass ich seit Anfang des Jahres auf die Zahn-OP gewartet habe. Oft Schmerzen und viel Zeit auf der Couch waren die Folge. Mein eh Schreibtisch-Job – geschädigter Rücken dankte das mit einem ziemlichen Abbau des Restes der Stützmuskulatur, ist ja auch logisch.

Dann kam die OP, die dauerte über 4 Stunden in Vollnarkose und ein befreundeter Arzt erklärte mir hinterher entsetzt, dass sie in seinem Krankenhaus spätestens nach eineinhalb Stunden beginnen, die Patienten sehr sorgfältig auf warme Gelkissen zu lagern – weil der menschliche Körper so etwas gar nicht so gut abkann.
Meine erste Erinnerung als ich aus der Narkose wieder hochkam war denn auch ein ganz grauenhafter Rückenschmerz, die zweite eine abgestorbene rechte Hand; beides klang aber recht schnell ab.

Und dann begann der Spass mit den blockierten Rippen, der mich im drei-Tages-Takt zum Arzt brachte. Ok, ich war auch mit schuldig, die Erde hätte vielleicht auch später auf die Dachterasse gekonnt, das Fahrrad musste auch nicht ausgerechnet in der Woche frühlingsfit gemacht werden und Frauen können schließlich auch mal staubsaugen oder Rasenmähen, oder?

Zuerst war ich beim Manualtherapeuten. Der zog, drückte, schob (Au!) – aber half. Die Schmerzen waren am nächsten Morgen weg. (Deswegen hab ich ja überhaupt erst sofort wieder angefangen, unvorsichtig zu sein)
Dann war ich wieder beim Manualtherapeuten. Der zog, drückte, schob, (Au!), massierte (hmm?) – aber half.

Bei der nächsten blockierten Rippe war dann inzwischen Pfingsten. Alle Praxen zu. Ich kämpfte mich durch schlaflose Nächte (liegen ging nicht) und am Sonntag zum Notdienst. Das war zufälligerweise ein SchlachterOrthopäde. Wie passend.
Ich persönlich glaube einfach nicht, dass es Knochen gut tun kann, wenn sie mit hör- und spürbarem Knacken an einen Platz zurückgeschoben werden, wo die umliegende Muskulatur sie nicht haben will. Mehr sag ich dazu nicht.

Gestern konnte ich dann endlich zu meiner Atlas-Wirbel-Richterin. Die guckte mich an, erschrak, legte mich vorsichtigst auf die Liege, liess meinen Kopf einen Zentimeter fallen und gab mir noch die Möglichkeit, heute oder morgen noch einmal wieder zu kommen, falls ich das Gefühl hätte, es sei nicht alles auf einem guten Weg.

Ich habe gestern Abend das erste Mal seit Tagen so richtig tief eingeatmet, habe begeisternde 8 Stunden geschlafen und habe – was ich sehr logisch finde – ziemlich Muskelkater an diversen Stellen. Also insgesamt sogar sehr das Gefühl, das alles auf einem guten Weg ist.


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1 Reaktion

Am 15.05.2008 um 9:54 Uhr antwortete Nessy:

Dann wünsche ich mal von Herzen gute Besserung! Sehr, sehr leidige Geschichte.

Ich wünsche Dir, dass der Phase der Krankheit nun eine Phase kraftstrotzender Gesundheit folgt.


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