Auch zwei Gedanken zur Hochbegabungs-Debatte.

Aus der Kategorie »just people«

Im Februar dieses Jahres begann rund um ein paar nächtliche Tweets und um einen Artikel einer Journalistin, die von einem Politiker dumm-sexistisch angequatscht wurde ein Aufschrei, der wochenlang das Social-Web beherrschte und auch den berühmten Spung in die alten Medien schaffte.

Der #aufschrei entwickelte dabei vor allem eine solche Wucht, weil einzelne Menschen abstrakte Begriffe – wie z.B. „Alltagssexismus“ – mit ihren eigenen Geschichten füllten.

Wer sich mit dem Thema nicht befassen wollte – sei es, weil er ein Mann war, der vom bestehenden System profitierte und das auch gerne beibehalten wollte – sei es, weil Nachdenken und an den eigenen Privilegien tasten eh unbequem ist, reagierte meist nach einem der folgenden Muster:
– Ach Gott, jetzt muss Feminismus mal wieder durchs Dorf getrieben werden
– Also ich bin ja gar nicht sexistisch, damit muss sich doch echt niemand mehr beschäftigen
– Nur weil Frauen keine Karriere machen muss es ja nicht gleich am Frau-sein liegen.
– Ich bin ja auch schon mal angemacht worden und das war gar nicht schlimm
– Das ist doch eh alles gar nicht wahr.
– Die sind doch selber schuld.

Kluge Menschen nahmen diese Mechanismen auseinander, gaben den Reaktionen Namen wie Victim-Blaming, sprachen über das Festhalten an den eigenen Privilegien, über Machtstrukturen, über das Ausblenden der Schicksale anderer und fehlende Empathie. Und meine Filterbubble machte viel tolles, meist sachliches in der Auseinandersetzung mit dem heftigen Gegenwind.

Mitte des Jahres erschien in einem Blog eine Geschichte einer Frau, die von Ihrer Hochbegabung erzählte – und davon wie diese ihr das Leben an vielen Stellen schwer macht.

Und was machte meine Filterbubble? Bestimmt nahm sie die Geschichte interessiert auf, oder? Wie im Frühjahr im Umgang mit Schicksalen erprobt, begann man doch bestimmt eine sachliche Diskussion, fragte interessiert nach, wollte Hintergründe und Ursachen erfahren? Versuchte, dahinter liegende Strukturen zu verstehen? Vielleicht ließe sich ja die Gesellschaft verändern? Müsste vielleicht am Bildungssystem etwas geändert werden? Gäbe es vielleicht die Möglichkeit, dass andere Hochbegabte ohne diese Schwierigkeiten aufwüchsen?

Doch leider nein.

– Ach Gott, jetzt geht die Hochbegabten-Diskussion wieder los.
– Also ich bin ja froh, wie normal ich bin, damit muss sich doch jetzt keiner beschäftigen.
– Nur weil man mal Depressionen hat muss man ja nicht gleich behaupten, man wäre schlauer als andere.
– Ich hab ja auch schon mal schlechte Laune gehabt und das war gar nicht so schlimm.
– Es gibt doch gar keine Hochbegabung.
– Die sollen doch froh sein, wenn sie schon so schlau sind.

Schade.

Diverse Disclaimer:
Ich spare es mir an dieser Stelle sowohl, die un-nettesten Tweets, Kommentare und Artikel, das hämischste sich-gegenseitig-für-den-bösen-Spruch-feiern zu verlinken; ich möchte niemanden öffentlich angreifen.
Ich möchte ebenfalls an dieser Stelle hier keine Diskussion um den Sachverhalt.
Mir geht es nur darum, wie sich die Muster gleichen.
Ein empörtes „Ja, aber…“ wurde übrigens schon im Februar als schlechte Reaktion entlarvt.

Und wer irgendwo thematisch einsteigen möchte – überlegt doch bitte vorher kurz, ob der Begriff „hochbegabt“ bei Euch nicht vielleicht hauptsächlich von den (Achtung: Klischee) Prenzlberg-Müttern belegt ist, die bei jedem gerade Wachsmaler-Strich von Margarethe-Christin fordern, dass Ihre kleine Prinzessin ab jetzt bitte besser behandelt wird.

Zum Schluss ein Satz der Liebsten, die diplomierte Expertin in der Förderung hochbegabter Kinder ist: Wenn die Eltern stolz rufen, dass Ihr Kind hochbegabt sei, dann ist es es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht; leiden sie und haben ein Problem mit einer eventuellen Hochbegabung, ist die Chance hingegen recht hoch.
Da kann man ja auch mal drüber nachdenken.


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Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

36 Reaktionen

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Am 11.06.2013 um 9:43 Uhr kommentierte Frau Meike:

Danke.


Am 11.06.2013 um 10:03 Uhr sprach Roth JD:

„Wenn die Eltern stolz rufen, dass Ihr Kind hochbegabt sei, dann ist es es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht; leiden sie und haben ein Problem mit einer eventuellen Hochbegabung, ist die Chance hingegen recht hoch…“

Ist relativ schwarzweiss gemalt, hat was.


Am 11.06.2013 um 10:08 Uhr ergänzte Christian:

Relativ, genau (siehe „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ & „die Chance hingegen recht hoch“)

Zur wirklichen Diagnostik hat sie dann schon noch zwei oder drei andere Kriterien :)


Am 11.06.2013 um 11:57 Uhr ergänzte Christiane:

Ich glaube dafür ist unsere Gesellschaft noch immer nicht bereit. Das braucht noch eine Generation. Solange wir Scheitern nicht als wertvoll anerkennen brauchen wir auch mit Hochbegabung gar nicht erst anzufangen. Find ich auch schade.

Wenn du dich bei einem Bier mal drüber unterhalten magst, würd mich freuen :)


Am 11.06.2013 um 13:25 Uhr sprach Christian:

ich würde mich definitiv mal bei einem Bier darüber unterhalten :)


Am 11.06.2013 um 16:12 Uhr sprach Sebas:

Gerade unter Beachtung der Protagonisten eine sehr ironische Parallelenziehung. Womöglich macht ja auch der Ton die Musik. Verachtung begegnet denen, die sehr viel und sehr pauschal verachten, eben überdurchschnittlich häufig.


Am 11.06.2013 um 16:28 Uhr wusste JD Roth:

@Christian: Ja Bier ist immer gut…wohne einfach in der Schweiz.


Am 11.06.2013 um 16:48 Uhr ergänzte anonym:

Ich denke, die Reaktionen gab es nicht wegen des Outings an sich, sondern viel mehr an der Art, wie es geschah. Und das ist eben auch leider mittlerweile ein Muster: Erst im großen Stil polemisieren, provozieren und polarisieren und dann, wenn es ebenso öffentliche Reaktionen von Leuten gibt, die mit den Inhalten nicht einverstanden sind, tief betroffen reagieren und erneut um sich schlagen auf eine Art und Weise, die einen nur hilflos staunen lässt. Gerade bei einem solchen Thema wie Hochbegabung wäre es aber wichtig, wenn es etwas differenzierter angegangen worden wäre.


Am 11.06.2013 um 16:50 Uhr sagte Christian:

@Sebas: Ich finde die Idee jemand anderen die Empathie zu verwehren, nur weil der sich meiner Meinung nach unangemessen, provokativ oder whatever verhalten hat einfach nur unglaublich traurig.

Außerdem trifft ins Internet herausgeblasene Häme, Spott und Hohn auch immer andere. Vor allem, wenn er hinter dem Rücken der Protagonisten und nicht einmal mit dem kleinsten Hinweis wer gemeint ist versehen ist.
Da ist dann auf einmal jede und jeder Hochbegabte angesprochen.

Ich stelle mir gerade vor, was im Februar passiert wäre, wenn Herr Brüderle davon gesprochen hätte, die Protagonistin habe ihm ihre Brüste auch so verächtlich ins Gesicht gehalten.


Am 11.06.2013 um 17:00 Uhr schriebChristian:

@anonym: Vielleicht haben wir unterscheidliche Artikel gelesen, aber ich habe einen sehr verletzten, teilweise hilflosen, fast durchgängig traurigen Artikel gelesen.

Außerdem finde ich das Wort ‚Outing‘ in diesem Zusammenhang sehr interessant. Wenn Hochbegabung doch angeblich so etwas tolles ist, das zig Mütter es sich für ihre Kinder wünschen (ich denke, das können wir als gegeben setzen) – warum sollte man sich da outen?


Am 11.06.2013 um 17:24 Uhr antwortete Sebas:

Die Wiederholung der Parallele macht sie ja nicht passender. Und ich erkläre ja kein Konzept, das jemand gezielt umsetzt, sondern versuche eine sehr natürlich Abfolge von Dingen zu rekapitulieren. Respekt ist immer schon mehrheitlich ein Deal auf Gegenseitigkeit gewesen. Wer 99 Prozent der Menschen, und ich zitiere diese Zahl, ebenso öffentlich wie pauschal zu „unsensiblen Strohköpfen“ erklärt, ist vielleicht nicht der erste natural born Empfänger für Empathie. Und wenn eine Hochbegabung dann noch mehr oder weniger als Erklärung für ein, sagen wir mal, gemindert empathisches Sozialverhalten herhalten muss, ist der Schritt zur Häme eben kein großer. Ich glaube, die Reaktion auf Meike und die Reaktion auf eine Hochbegabung sind zwei vollkommen unterschiedliche Dinge. Dass sie zu einem erklärt werden, wird der Sache nicht gerecht und zeugt im Übrigen auch von einem etwas problematischen Selbstverständnis.


Am 11.06.2013 um 18:00 Uhr schriebFrau Meike:

Ich habe die Aufschreiktion damals in einem langen und möglichst sachlichen Artikel kritisiert, dem ich sogar noch einen ähnlichen langen erklärenden Folgeartikel nachschob, und ich würde es heute genauso wieder tun.
Dieser Artikel war in Form und Inhalt etwas völlig anderes als z.B. ein gekaperter Hashtag, frauenverachtende, gewaltverherrlichende Sprüche und natürlich das Lächerlichmachen von Sexismus als Ganzes. Reaktionen, die Aufschrei eben auch ausgelöst hat.

Die Parallele liegt in der Vergleichbarkeit der Feindseligkeiten, nicht der der Themen.


Am 11.06.2013 um 18:04 Uhr kommentierte Christian:

Erstens: Wessen Selbstverständnis? Falls Du meins meinst, dann lass das doch bitte meine Sorge sein. Das tut hier nämlich nichts zur Sache.

Zweitens: Nehmen wir einmal an, jemand hat Meikes Artikel nicht gelesen und begegnet zuerst Äußerungen im Stile von „Ach Gott, jetzt wird die Sau Hochbegabung wieder durchs Dorf getrieben“ – „Apropos: Säue sind ja auch sehr intelligent“. Hm.
Selbst wenn schon jemand Häme ‚verdient‘ – und ich wiederhole, dass mir das Konzept, jemandem die Empathie zu verwehren weil er [egal was] getan hat, sehr fremd ist – dann sollte er sie direkt bekommen und nicht blind 2% der Menschen. Nicht jeder liest Blogs in der ‚richtigen‘ Reihenfolge, vor allem eben, wenn Links und Verweise fehlen.

Drittens: Die Reaktion auf Meikes Arikel ist eine absolut typische Reaktion auf ein Hochbegabten-‚Outing‘. Warum wohl kommentieren so viele anonym, warum wohl bekommt Meike Mails von Menschen, die sich nicht ‚outen‘ möchten? Die Reaktion, die Häme, die Ablehnung sind typisch. Ist so; glaube es mir.

Und genau da greift mein Vergleich:
Nochmal zurück zum #aufschrei – auch wenn es uns als aufgeklärten, klugen, sich evtl. selbst als feministisch bezeichnenden Menschen sehr schwer fällt zu akzeptieren, dass andere Menschen Alltagssexismus nicht wahrnehmen oder nicht sehen, so müssen wir akzeptieren, dass es so ist. Und darum schreiben wir, darum gehen wir in die Öffentlichkeit.
Um aus Einzelgeschichten eine Struktur sichtbar zu machen, so dass sie besser von anderen gesehen werden kann.

Und um zu erzählen: Es gibt hier Menschen, die unter einer Situation leiden (Frauen) und welche, die vielleicht sogar beim besten Willen nicht wissen, dass sie sich falsch verhalten.
Und im Februar haben wir alle von ‚denen‘ gefordert, einen Menschen ernst zu nehmen, der über einen Leidensdruck berichtet. Und nicht mit „hat es doch selbst gewollt / hat es doch provoziert“ oder ähnlichem zu kontern. Sondern zuzuhören, es ernst zu nehmen und wenigstens in Betracht zu ziehen, dass dieses Leiden reell sein könnte.

Und nichts mehr als das fordere ich.

Und zu den Beleidigungen noch: Du musst gar nicht so weit suchen, um feministische Stimmen zu finden, die alle Männer per se ablehnen. Schütte ich deswegen Häme über den gesamten Feminismus aus? Nein. Und auch nicht über diese Richtung des Feminismus.
Häme und Hass sind keine guten Mittel, selbst wenn ich mich prvoziert fühle.


Am 13.06.2013 um 12:26 Uhr sprach serotonic:

Auch wenn ich etwas spät dran bin: Ich danke dir sehr für diese Gegenüberstellung.

Mich hat dieses geradezu reflexhafte und tendenziell boshafte Verhalten (gerade im Rückblick auf die ganze Aufschrei-Diskussion!) ernsthaft erschüttert und sogar für ein paar Tage aus dem Internet vertrieben, weil ich es so unerträglich fand. Gerade, weil dort auch Menschen mitmischten, die ich bislang immer hoch schätzte.


Am 13.06.2013 um 22:58 Uhr wusste Birgid:

Die Feindseligkeiten sind unterschiedlich gewichtet. Beim Aufschrei fühlten sich potentiell die Hälfte angesprochen, die Hälfte angegriffen.
Bei Hochbegabung wissen nur 2% – wenn überhaupt, da viele nicht wissen, reflektieren und damit leben, dass sie es sind – wie es sich anfühlt und was mit dem „anderssein“ gemeint ist. Die anderen, die „Gesellschaft“, die übergroße Mehrheit kann damit (wertneutral!) nicht sehr viel anfangen. Es ist nur abstrakt, ein Wort, eine Attitüde und kein Gefühl, kein Sein. Das führt zu Miß- und Unverständnis, zu Verletzungen und Worten, die beide Seiten in ihren Welten einfach unterschiedlich definieren.
Die Wand, die es zu überwinden gilt, ist ungleich größer als beim Aufschrei, weil das Verhältnis ungleicher verteilt ist.
Sowohl die offenen Feindseligkeiten als auch die subtilen (Vor)Urteile und Schubladen sind massiver.


Am 13.06.2013 um 23:16 Uhr sprach Christian:

Das ist richtig. (Erstmal Punkt, kein ‚aber‘, kein ‚und‘, denn das ist ja einfach richtig. Und ich hab da auch viel drüber nchgedacht)

Was ich schade fand und finde ist, dass auch gerade Menschen, die in der #aufschrei-Debatte so sehr über die Mechanismen nachgedacht haben bei der erstbesten Gelegenheit genau so reagieren.

Was bedeutet das? Steckt das Muster, etwas unbekanntes anzugreifen so tief im Menschen? Oder, um mal ganz blasphemisch zu werden: Könnte das etwa auch bedeuten, dass die Forderungen an ‚die Männer‘ rund um den #aufschrei zu hoch angesetzt waren? Dass auch da ‚die Frauen‘ erst mehr Verständnis hätten erzeugen müssen? (Ich glaube es nicht, aber es wäre eine theoretische Antwort)

Die ganze Situation könnte uns, wenn man sie sachlich betrachtet viel über uns beibringen.


Am 26.06.2013 um 13:57 Uhr ergänzte Wolf:

Sollte nicht gerade ein erhöhtes logisches Denkvermögen und oder eine erhöhte Auffassungsgabe zwangsläufig dazu führen, dieses Thema in der Öffentlichkeit vorsichtig zu behandeln?

Das Gegenteil spricht dafür, dass man den Komplex noch nicht wirklich durchdrungen und verstanden hat, was wiederum dafür spricht unbeteiligt zu sein.

Jeder sollte sich selbst nun die Frage beantworten, warum gerade der letzte Satz sich unangenehm anfühlt.

Gruß!


Am 10.07.2013 um 10:54 Uhr sagte Tadaeus:

@Wolf

Ich widerspreche Deinem perfiden Versuch, den Teilnehmern dieser Diskussion die Kompetenz abzusprechen. Wenn das Thema Hochbegabung aufkommt, gibt es keine allgemeingültige Form der Diskussion und der Herangehensweise, in der Öffentlichkeit darüber zu sprechen. Selbst die spärliche Literatur gibt keinen „Leitfaden“ für den Umgang mit Hochbegabung. Und das darf ich Dir als „Beteiligter“ sagen. Zusätzlich finde ich, dass jeder Beitrag zum Thema Hochbegabung hilfreich ist, um ein Verständnis dafür zu entwickeln. Niemand ist besser oder schlechter, wenn er/sie einen IQ 130 aufwärts hat. Und selbst die Besonderheiten der Beteiligten sind sehr unterschiedlich. Und wie willst Du dann den „Komplex“ durchdringen, wenn Du Dich nicht damit auseinandersetzt und auch in der Öffentlichkeit darüber sprichst und auch Fehler im Umgang mit dieser machst? Das nennt man Entwicklung.


Am 10.07.2013 um 15:31 Uhr ergänzte Wolf:

@Tadeus

Was Du als perfide bezeichnen könntest, ist der nachfolgende vergebliche Versuch sich mit Dir zusammenzusetzen. (Du hast genau jetzt eine zweite Chance zu fühlen, wie der Satz auf Dich wirkt)

Warum bist Du, als Beteiligter, so ungenau?

Was sind (für Dich) Unterschiedliche Besonderheiten jenseits der 130?

Was ist für Dich „besser oder schlechter“ und warum nimmst Du an, Deine Definition sei allgemein gültig?

Wie ich den Komplex durchdrungen habe? Mit Denken, nicht Reden.

Jetzt ist es an er Zeit ein drittes mal zu fühlen…

Warum fühlst Du Dich…und warum denkst Du ich würde damit einen ganz anderen Zweck verfolgen?

So, jetzt nimm mal die Position eines Unbeteiligten ein und lese Dich (noch) mal durch die div. Darstellungen von Betroffenen…und fühle.

Gruß!

P.s.: Wenn ich jetzt wieder sage: „Das letzte müsste Dir doch leicht fallen“, hast Du wieder was zu fühlen ;-)


Am 10.07.2013 um 17:39 Uhr antwortete Christian:

Wolf, ich denke, es ist jetzt gut. Ich weiß nicht genau, was Du provozieren möchtest, aber Du scheinst ja gerne andere Menschen zum Nachdenken anregen zu wollen.

Wenn Du mal meinen Ursprungsartikel nimmst – da ging es darum, dass jemand seine eigenen Erfahrungen mit einer Hochbegabung schilderte und daraufhin von anderen auseinander genommen wurde. Und zwar nicht direkt sondern hintenrum und in einer Form, die bei anderen Themen als ’nö, wollen wir nicht‘ definiert worden war.

Oder kurz: Es ging um Umgang von Menschen mit anderen Menschen. Nicht um das Phänomen der Hochbegabung.

Ich weiß, dass das ganze Hochbegabungskonzept von den verschiedensten Seiten immer angezweifelt und insgesamt unterschiedlichst bewertet wird, aber ein ‚Los, denk doch mal, fühl doch mal (damit Du zu meinem Ergebnis kommst?)-Sticheln, das ist vielleicht einmal ganz lustig. Zweimal nicht.

Tadaeus (und auch ich) sind vermutlich anderer Meinung als Du, so ganz klar wird das nicht, weil Du Deine Meinung nicht wirklich sagst. Aber Meinungen sind erlaubt.
Und Rumsticheln ohne dabei eine Meinung zu sagen finde ich doof. Also: Gut jetzt. Danke.


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Auch anderswo wird darüber gesprochen …

Danke.
"Wenn die Eltern stolz rufen, dass Ihr Kind hochbegabt sei, dann ist es es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht; leiden sie und haben ein Problem mit einer eventuellen Hochbegabung, ist die Chance hingegen recht hoch..." Ist relativ schwarzweiss gemalt, hat was.
Relativ, genau (siehe "mit hoher Wahrscheinlichkeit" & "die Chance hingegen recht hoch") Zur wirklichen Diagnostik hat sie dann schon noch zwei oder drei andere Kriterien :)
Ich glaube dafür ist unsere Gesellschaft noch immer nicht bereit. Das braucht noch eine Generation. Solange wir Scheitern nicht als wertvoll anerkennen brauchen wir auch mit Hochbegabung gar nicht erst anzufangen. Find ich auch schade.Wenn du dich bei einem Bier mal drüber unterhalten magst, würd mich freuen :)
ich würde mich definitiv mal bei einem Bier darüber unterhalten :)
Gerade unter Beachtung der Protagonisten eine sehr ironische Parallelenziehung. Womöglich macht ja auch der Ton die Musik. Verachtung begegnet denen, die sehr viel und sehr pauschal verachten, eben überdurchschnittlich häufig.
@Christian: Ja Bier ist immer gut...wohne einfach in der Schweiz.
Ich denke, die Reaktionen gab es nicht wegen des Outings an sich, sondern viel mehr an der Art, wie es geschah. Und das ist eben auch leider mittlerweile ein Muster: Erst im großen Stil polemisieren, provozieren und polarisieren und dann, wenn es ebenso öffentliche Reaktionen von Leuten gibt, die mit den Inhalten nicht einverstanden sind, tief betroffen reagieren und erneut um sich schlagen auf eine Art und Weise, die einen nur hilflos staunen lässt. Gerade bei einem solchen Thema wie Hochbegabung wäre es aber wichtig, wenn es etwas differenzierter angegangen worden wäre.
@Sebas: Ich finde die Idee jemand anderen die Empathie zu verwehren, nur weil der sich meiner Meinung nach unangemessen, provokativ oder whatever verhalten hat einfach nur unglaublich traurig.Außerdem trifft ins Internet herausgeblasene Häme, Spott und Hohn auch immer andere. Vor allem, wenn er hinter dem Rücken der Protagonisten und nicht einmal mit dem kleinsten Hinweis wer gemeint ist versehen ist.Da ist dann auf einmal jede und jeder Hochbegabte angesprochen.Ich stelle mir gerade vor, was im Februar passiert wäre, wenn Herr Brüderle davon gesprochen hätte, die Protagonistin habe ihm ihre Brüste auch so verächtlich ins Gesicht gehalten.
@anonym: Vielleicht haben wir unterscheidliche Artikel gelesen, aber ich habe einen sehr verletzten, teilweise hilflosen, fast durchgängig traurigen Artikel gelesen. Außerdem finde ich das Wort 'Outing' in diesem Zusammenhang sehr interessant. Wenn Hochbegabung doch angeblich so etwas tolles ist, das zig Mütter es sich für ihre Kinder wünschen (ich denke, das können wir als gegeben setzen) - warum sollte man sich da outen?
Die Wiederholung der Parallele macht sie ja nicht passender. Und ich erkläre ja kein Konzept, das jemand gezielt umsetzt, sondern versuche eine sehr natürlich Abfolge von Dingen zu rekapitulieren. Respekt ist immer schon mehrheitlich ein Deal auf Gegenseitigkeit gewesen. Wer 99 Prozent der Menschen, und ich zitiere diese Zahl, ebenso öffentlich wie pauschal zu "unsensiblen Strohköpfen" erklärt, ist vielleicht nicht der erste natural born Empfänger für Empathie. Und wenn eine Hochbegabung dann noch mehr oder weniger als Erklärung für ein, sagen wir mal, gemindert empathisches Sozialverhalten herhalten muss, ist der Schritt zur Häme eben kein großer. Ich glaube, die Reaktion auf Meike und die Reaktion auf eine Hochbegabung sind zwei vollkommen unterschiedliche Dinge. Dass sie zu einem erklärt werden, wird der Sache nicht gerecht und zeugt im Übrigen auch von einem etwas problematischen Selbstverständnis.
Ich habe die Aufschreiktion damals in einem langen und möglichst sachlichen Artikel kritisiert, dem ich sogar noch einen ähnlichen langen erklärenden Folgeartikel nachschob, und ich würde es heute genauso wieder tun.Dieser Artikel war in Form und Inhalt etwas völlig anderes als z.B. ein gekaperter Hashtag, frauenverachtende, gewaltverherrlichende Sprüche und natürlich das Lächerlichmachen von Sexismus als Ganzes. Reaktionen, die Aufschrei eben auch ausgelöst hat.Die Parallele liegt in der Vergleichbarkeit der Feindseligkeiten, nicht der der Themen.
Erstens: Wessen Selbstverständnis? Falls Du meins meinst, dann lass das doch bitte meine Sorge sein. Das tut hier nämlich nichts zur Sache.Zweitens: Nehmen wir einmal an, jemand hat Meikes Artikel nicht gelesen und begegnet zuerst Äußerungen im Stile von "Ach Gott, jetzt wird die Sau Hochbegabung wieder durchs Dorf getrieben" - "Apropos: Säue sind ja auch sehr intelligent". Hm.Selbst wenn schon jemand Häme 'verdient' - und ich wiederhole, dass mir das Konzept, jemandem die Empathie zu verwehren weil er [egal was] getan hat, sehr fremd ist - dann sollte er sie direkt bekommen und nicht blind 2% der Menschen. Nicht jeder liest Blogs in der 'richtigen' Reihenfolge, vor allem eben, wenn Links und Verweise fehlen.Drittens: Die Reaktion auf Meikes Arikel ist eine absolut typische Reaktion auf ein Hochbegabten-'Outing'. Warum wohl kommentieren so viele anonym, warum wohl bekommt Meike Mails von Menschen, die sich nicht 'outen' möchten? Die Reaktion, die Häme, die Ablehnung sind typisch. Ist so; glaube es mir.Und genau da greift mein Vergleich:Nochmal zurück zum #aufschrei - auch wenn es uns als aufgeklärten, klugen, sich evtl. selbst als feministisch bezeichnenden Menschen sehr schwer fällt zu akzeptieren, dass andere Menschen Alltagssexismus nicht wahrnehmen oder nicht sehen, so müssen wir akzeptieren, dass es so ist. Und darum schreiben wir, darum gehen wir in die Öffentlichkeit.Um aus Einzelgeschichten eine Struktur sichtbar zu machen, so dass sie besser von anderen gesehen werden kann.Und um zu erzählen: Es gibt hier Menschen, die unter einer Situation leiden (Frauen) und welche, die vielleicht sogar beim besten Willen nicht wissen, dass sie sich falsch verhalten.Und im Februar haben wir alle von 'denen' gefordert, einen Menschen ernst zu nehmen, der über einen Leidensdruck berichtet. Und nicht mit "hat es doch selbst gewollt / hat es doch provoziert" oder ähnlichem zu kontern. Sondern zuzuhören, es ernst zu nehmen und wenigstens in Betracht zu ziehen, dass dieses Leiden reell sein könnte.Und nichts mehr als das fordere ich.Und zu den Beleidigungen noch: Du musst gar nicht so weit suchen, um feministische Stimmen zu finden, die alle Männer per se ablehnen. Schütte ich deswegen Häme über den gesamten Feminismus aus? Nein. Und auch nicht über diese Richtung des Feminismus.Häme und Hass sind keine guten Mittel, selbst wenn ich mich prvoziert fühle.
Auch wenn ich etwas spät dran bin: Ich danke dir sehr für diese Gegenüberstellung. Mich hat dieses geradezu reflexhafte und tendenziell boshafte Verhalten (gerade im Rückblick auf die ganze Aufschrei-Diskussion!) ernsthaft erschüttert und sogar für ein paar Tage aus dem Internet vertrieben, weil ich es so unerträglich fand. Gerade, weil dort auch Menschen mitmischten, die ich bislang immer hoch schätzte.
Die Feindseligkeiten sind unterschiedlich gewichtet. Beim Aufschrei fühlten sich potentiell die Hälfte angesprochen, die Hälfte angegriffen. Bei Hochbegabung wissen nur 2% - wenn überhaupt, da viele nicht wissen, reflektieren und damit leben, dass sie es sind - wie es sich anfühlt und was mit dem "anderssein" gemeint ist. Die anderen, die "Gesellschaft", die übergroße Mehrheit kann damit (wertneutral!) nicht sehr viel anfangen. Es ist nur abstrakt, ein Wort, eine Attitüde und kein Gefühl, kein Sein. Das führt zu Miß- und Unverständnis, zu Verletzungen und Worten, die beide Seiten in ihren Welten einfach unterschiedlich definieren. Die Wand, die es zu überwinden gilt, ist ungleich größer als beim Aufschrei, weil das Verhältnis ungleicher verteilt ist. Sowohl die offenen Feindseligkeiten als auch die subtilen (Vor)Urteile und Schubladen sind massiver.
Das ist richtig. (Erstmal Punkt, kein 'aber', kein 'und', denn das ist ja einfach richtig. Und ich hab da auch viel drüber nchgedacht)Was ich schade fand und finde ist, dass auch gerade Menschen, die in der #aufschrei-Debatte so sehr über die Mechanismen nachgedacht haben bei der erstbesten Gelegenheit genau so reagieren.Was bedeutet das? Steckt das Muster, etwas unbekanntes anzugreifen so tief im Menschen? Oder, um mal ganz blasphemisch zu werden: Könnte das etwa auch bedeuten, dass die Forderungen an 'die Männer' rund um den #aufschrei zu hoch angesetzt waren? Dass auch da 'die Frauen' erst mehr Verständnis hätten erzeugen müssen? (Ich glaube es nicht, aber es wäre eine theoretische Antwort)Die ganze Situation könnte uns, wenn man sie sachlich betrachtet viel über uns beibringen.
Sollte nicht gerade ein erhöhtes logisches Denkvermögen und oder eine erhöhte Auffassungsgabe zwangsläufig dazu führen, dieses Thema in der Öffentlichkeit vorsichtig zu behandeln?Das Gegenteil spricht dafür, dass man den Komplex noch nicht wirklich durchdrungen und verstanden hat, was wiederum dafür spricht unbeteiligt zu sein.Jeder sollte sich selbst nun die Frage beantworten, warum gerade der letzte Satz sich unangenehm anfühlt.Gruß!
@WolfIch widerspreche Deinem perfiden Versuch, den Teilnehmern dieser Diskussion die Kompetenz abzusprechen. Wenn das Thema Hochbegabung aufkommt, gibt es keine allgemeingültige Form der Diskussion und der Herangehensweise, in der Öffentlichkeit darüber zu sprechen. Selbst die spärliche Literatur gibt keinen "Leitfaden" für den Umgang mit Hochbegabung. Und das darf ich Dir als "Beteiligter" sagen. Zusätzlich finde ich, dass jeder Beitrag zum Thema Hochbegabung hilfreich ist, um ein Verständnis dafür zu entwickeln. Niemand ist besser oder schlechter, wenn er/sie einen IQ 130 aufwärts hat. Und selbst die Besonderheiten der Beteiligten sind sehr unterschiedlich. Und wie willst Du dann den "Komplex" durchdringen, wenn Du Dich nicht damit auseinandersetzt und auch in der Öffentlichkeit darüber sprichst und auch Fehler im Umgang mit dieser machst? Das nennt man Entwicklung.
@TadeusWas Du als perfide bezeichnen könntest, ist der nachfolgende vergebliche Versuch sich mit Dir zusammenzusetzen. (Du hast genau jetzt eine zweite Chance zu fühlen, wie der Satz auf Dich wirkt)Warum bist Du, als Beteiligter, so ungenau?Was sind (für Dich) Unterschiedliche Besonderheiten jenseits der 130?Was ist für Dich "besser oder schlechter" und warum nimmst Du an, Deine Definition sei allgemein gültig?Wie ich den Komplex durchdrungen habe? Mit Denken, nicht Reden....Jetzt ist es an er Zeit ein drittes mal zu fühlen...Warum fühlst Du Dich...und warum denkst Du ich würde damit einen ganz anderen Zweck verfolgen?So, jetzt nimm mal die Position eines Unbeteiligten ein und lese Dich (noch) mal durch die div. Darstellungen von Betroffenen...und fühle.Gruß!P.s.: Wenn ich jetzt wieder sage: "Das letzte müsste Dir doch leicht fallen", hast Du wieder was zu fühlen ;-)
Wolf, ich denke, es ist jetzt gut. Ich weiß nicht genau, was Du provozieren möchtest, aber Du scheinst ja gerne andere Menschen zum Nachdenken anregen zu wollen.Wenn Du mal meinen Ursprungsartikel nimmst - da ging es darum, dass jemand seine eigenen Erfahrungen mit einer Hochbegabung schilderte und daraufhin von anderen auseinander genommen wurde. Und zwar nicht direkt sondern hintenrum und in einer Form, die bei anderen Themen als 'nö, wollen wir nicht' definiert worden war.Oder kurz: Es ging um Umgang von Menschen mit anderen Menschen. Nicht um das Phänomen der Hochbegabung.Ich weiß, dass das ganze Hochbegabungskonzept von den verschiedensten Seiten immer angezweifelt und insgesamt unterschiedlichst bewertet wird, aber ein 'Los, denk doch mal, fühl doch mal (damit Du zu meinem Ergebnis kommst?)-Sticheln, das ist vielleicht einmal ganz lustig. Zweimal nicht.Tadaeus (und auch ich) sind vermutlich anderer Meinung als Du, so ganz klar wird das nicht, weil Du Deine Meinung nicht wirklich sagst. Aber Meinungen sind erlaubt. Und Rumsticheln ohne dabei eine Meinung zu sagen finde ich doof. Also: Gut jetzt. Danke.
Frau Meike

Danke.

Roth JD

„Wenn die Eltern stolz rufen, dass Ihr Kind hochbegabt sei, dann ist es es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht; leiden sie und haben ein Problem mit einer eventuellen Hochbegabung, ist die Chance hingegen recht hoch…“

Ist relativ schwarzweiss gemalt, hat was.

Christian

Relativ, genau (siehe „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ & „die Chance hingegen recht hoch“)

Zur wirklichen Diagnostik hat sie dann schon noch zwei oder drei andere Kriterien :)

Christiane

Ich glaube dafür ist unsere Gesellschaft noch immer nicht bereit. Das braucht noch eine Generation. Solange wir Scheitern nicht als wertvoll anerkennen brauchen wir auch mit Hochbegabung gar nicht erst anzufangen. Find ich auch schade.

Wenn du dich bei einem Bier mal drüber unterhalten magst, würd mich freuen :)

Christian

ich würde mich definitiv mal bei einem Bier darüber unterhalten :)

Sebas

Gerade unter Beachtung der Protagonisten eine sehr ironische Parallelenziehung. Womöglich macht ja auch der Ton die Musik. Verachtung begegnet denen, die sehr viel und sehr pauschal verachten, eben überdurchschnittlich häufig.

JD Roth

@Christian: Ja Bier ist immer gut…wohne einfach in der Schweiz.

anonym

Ich denke, die Reaktionen gab es nicht wegen des Outings an sich, sondern viel mehr an der Art, wie es geschah. Und das ist eben auch leider mittlerweile ein Muster: Erst im großen Stil polemisieren, provozieren und polarisieren und dann, wenn es ebenso öffentliche Reaktionen von Leuten gibt, die mit den Inhalten nicht einverstanden sind, tief betroffen reagieren und erneut um sich schlagen auf eine Art und Weise, die einen nur hilflos staunen lässt. Gerade bei einem solchen Thema wie Hochbegabung wäre es aber wichtig, wenn es etwas differenzierter angegangen worden wäre.

Christian

@Sebas: Ich finde die Idee jemand anderen die Empathie zu verwehren, nur weil der sich meiner Meinung nach unangemessen, provokativ oder whatever verhalten hat einfach nur unglaublich traurig.

Außerdem trifft ins Internet herausgeblasene Häme, Spott und Hohn auch immer andere. Vor allem, wenn er hinter dem Rücken der Protagonisten und nicht einmal mit dem kleinsten Hinweis wer gemeint ist versehen ist.
Da ist dann auf einmal jede und jeder Hochbegabte angesprochen.

Ich stelle mir gerade vor, was im Februar passiert wäre, wenn Herr Brüderle davon gesprochen hätte, die Protagonistin habe ihm ihre Brüste auch so verächtlich ins Gesicht gehalten.

Christian

@anonym: Vielleicht haben wir unterscheidliche Artikel gelesen, aber ich habe einen sehr verletzten, teilweise hilflosen, fast durchgängig traurigen Artikel gelesen.

Außerdem finde ich das Wort ‚Outing‘ in diesem Zusammenhang sehr interessant. Wenn Hochbegabung doch angeblich so etwas tolles ist, das zig Mütter es sich für ihre Kinder wünschen (ich denke, das können wir als gegeben setzen) – warum sollte man sich da outen?

Sebas

Die Wiederholung der Parallele macht sie ja nicht passender. Und ich erkläre ja kein Konzept, das jemand gezielt umsetzt, sondern versuche eine sehr natürlich Abfolge von Dingen zu rekapitulieren. Respekt ist immer schon mehrheitlich ein Deal auf Gegenseitigkeit gewesen. Wer 99 Prozent der Menschen, und ich zitiere diese Zahl, ebenso öffentlich wie pauschal zu „unsensiblen Strohköpfen“ erklärt, ist vielleicht nicht der erste natural born Empfänger für Empathie. Und wenn eine Hochbegabung dann noch mehr oder weniger als Erklärung für ein, sagen wir mal, gemindert empathisches Sozialverhalten herhalten muss, ist der Schritt zur Häme eben kein großer. Ich glaube, die Reaktion auf Meike und die Reaktion auf eine Hochbegabung sind zwei vollkommen unterschiedliche Dinge. Dass sie zu einem erklärt werden, wird der Sache nicht gerecht und zeugt im Übrigen auch von einem etwas problematischen Selbstverständnis.

Frau Meike

Ich habe die Aufschreiktion damals in einem langen und möglichst sachlichen Artikel kritisiert, dem ich sogar noch einen ähnlichen langen erklärenden Folgeartikel nachschob, und ich würde es heute genauso wieder tun.
Dieser Artikel war in Form und Inhalt etwas völlig anderes als z.B. ein gekaperter Hashtag, frauenverachtende, gewaltverherrlichende Sprüche und natürlich das Lächerlichmachen von Sexismus als Ganzes. Reaktionen, die Aufschrei eben auch ausgelöst hat.

Die Parallele liegt in der Vergleichbarkeit der Feindseligkeiten, nicht der der Themen.

Christian

Erstens: Wessen Selbstverständnis? Falls Du meins meinst, dann lass das doch bitte meine Sorge sein. Das tut hier nämlich nichts zur Sache.

Zweitens: Nehmen wir einmal an, jemand hat Meikes Artikel nicht gelesen und begegnet zuerst Äußerungen im Stile von „Ach Gott, jetzt wird die Sau Hochbegabung wieder durchs Dorf getrieben“ – „Apropos: Säue sind ja auch sehr intelligent“. Hm.
Selbst wenn schon jemand Häme ‚verdient‘ – und ich wiederhole, dass mir das Konzept, jemandem die Empathie zu verwehren weil er [egal was] getan hat, sehr fremd ist – dann sollte er sie direkt bekommen und nicht blind 2% der Menschen. Nicht jeder liest Blogs in der ‚richtigen‘ Reihenfolge, vor allem eben, wenn Links und Verweise fehlen.

Drittens: Die Reaktion auf Meikes Arikel ist eine absolut typische Reaktion auf ein Hochbegabten-‚Outing‘. Warum wohl kommentieren so viele anonym, warum wohl bekommt Meike Mails von Menschen, die sich nicht ‚outen‘ möchten? Die Reaktion, die Häme, die Ablehnung sind typisch. Ist so; glaube es mir.

Und genau da greift mein Vergleich:
Nochmal zurück zum #aufschrei – auch wenn es uns als aufgeklärten, klugen, sich evtl. selbst als feministisch bezeichnenden Menschen sehr schwer fällt zu akzeptieren, dass andere Menschen Alltagssexismus nicht wahrnehmen oder nicht sehen, so müssen wir akzeptieren, dass es so ist. Und darum schreiben wir, darum gehen wir in die Öffentlichkeit.
Um aus Einzelgeschichten eine Struktur sichtbar zu machen, so dass sie besser von anderen gesehen werden kann.

Und um zu erzählen: Es gibt hier Menschen, die unter einer Situation leiden (Frauen) und welche, die vielleicht sogar beim besten Willen nicht wissen, dass sie sich falsch verhalten.
Und im Februar haben wir alle von ‚denen‘ gefordert, einen Menschen ernst zu nehmen, der über einen Leidensdruck berichtet. Und nicht mit „hat es doch selbst gewollt / hat es doch provoziert“ oder ähnlichem zu kontern. Sondern zuzuhören, es ernst zu nehmen und wenigstens in Betracht zu ziehen, dass dieses Leiden reell sein könnte.

Und nichts mehr als das fordere ich.

Und zu den Beleidigungen noch: Du musst gar nicht so weit suchen, um feministische Stimmen zu finden, die alle Männer per se ablehnen. Schütte ich deswegen Häme über den gesamten Feminismus aus? Nein. Und auch nicht über diese Richtung des Feminismus.
Häme und Hass sind keine guten Mittel, selbst wenn ich mich prvoziert fühle.

serotonic

Auch wenn ich etwas spät dran bin: Ich danke dir sehr für diese Gegenüberstellung.

Mich hat dieses geradezu reflexhafte und tendenziell boshafte Verhalten (gerade im Rückblick auf die ganze Aufschrei-Diskussion!) ernsthaft erschüttert und sogar für ein paar Tage aus dem Internet vertrieben, weil ich es so unerträglich fand. Gerade, weil dort auch Menschen mitmischten, die ich bislang immer hoch schätzte.

Birgid

Die Feindseligkeiten sind unterschiedlich gewichtet. Beim Aufschrei fühlten sich potentiell die Hälfte angesprochen, die Hälfte angegriffen.
Bei Hochbegabung wissen nur 2% – wenn überhaupt, da viele nicht wissen, reflektieren und damit leben, dass sie es sind – wie es sich anfühlt und was mit dem „anderssein“ gemeint ist. Die anderen, die „Gesellschaft“, die übergroße Mehrheit kann damit (wertneutral!) nicht sehr viel anfangen. Es ist nur abstrakt, ein Wort, eine Attitüde und kein Gefühl, kein Sein. Das führt zu Miß- und Unverständnis, zu Verletzungen und Worten, die beide Seiten in ihren Welten einfach unterschiedlich definieren.
Die Wand, die es zu überwinden gilt, ist ungleich größer als beim Aufschrei, weil das Verhältnis ungleicher verteilt ist.
Sowohl die offenen Feindseligkeiten als auch die subtilen (Vor)Urteile und Schubladen sind massiver.

Christian

Das ist richtig. (Erstmal Punkt, kein ‚aber‘, kein ‚und‘, denn das ist ja einfach richtig. Und ich hab da auch viel drüber nchgedacht)

Was ich schade fand und finde ist, dass auch gerade Menschen, die in der #aufschrei-Debatte so sehr über die Mechanismen nachgedacht haben bei der erstbesten Gelegenheit genau so reagieren.

Was bedeutet das? Steckt das Muster, etwas unbekanntes anzugreifen so tief im Menschen? Oder, um mal ganz blasphemisch zu werden: Könnte das etwa auch bedeuten, dass die Forderungen an ‚die Männer‘ rund um den #aufschrei zu hoch angesetzt waren? Dass auch da ‚die Frauen‘ erst mehr Verständnis hätten erzeugen müssen? (Ich glaube es nicht, aber es wäre eine theoretische Antwort)

Die ganze Situation könnte uns, wenn man sie sachlich betrachtet viel über uns beibringen.

Wolf

Sollte nicht gerade ein erhöhtes logisches Denkvermögen und oder eine erhöhte Auffassungsgabe zwangsläufig dazu führen, dieses Thema in der Öffentlichkeit vorsichtig zu behandeln?

Das Gegenteil spricht dafür, dass man den Komplex noch nicht wirklich durchdrungen und verstanden hat, was wiederum dafür spricht unbeteiligt zu sein.

Jeder sollte sich selbst nun die Frage beantworten, warum gerade der letzte Satz sich unangenehm anfühlt.

Gruß!

Tadaeus

@Wolf

Ich widerspreche Deinem perfiden Versuch, den Teilnehmern dieser Diskussion die Kompetenz abzusprechen. Wenn das Thema Hochbegabung aufkommt, gibt es keine allgemeingültige Form der Diskussion und der Herangehensweise, in der Öffentlichkeit darüber zu sprechen. Selbst die spärliche Literatur gibt keinen „Leitfaden“ für den Umgang mit Hochbegabung. Und das darf ich Dir als „Beteiligter“ sagen. Zusätzlich finde ich, dass jeder Beitrag zum Thema Hochbegabung hilfreich ist, um ein Verständnis dafür zu entwickeln. Niemand ist besser oder schlechter, wenn er/sie einen IQ 130 aufwärts hat. Und selbst die Besonderheiten der Beteiligten sind sehr unterschiedlich. Und wie willst Du dann den „Komplex“ durchdringen, wenn Du Dich nicht damit auseinandersetzt und auch in der Öffentlichkeit darüber sprichst und auch Fehler im Umgang mit dieser machst? Das nennt man Entwicklung.

Wolf

@Tadeus

Was Du als perfide bezeichnen könntest, ist der nachfolgende vergebliche Versuch sich mit Dir zusammenzusetzen. (Du hast genau jetzt eine zweite Chance zu fühlen, wie der Satz auf Dich wirkt)

Warum bist Du, als Beteiligter, so ungenau?

Was sind (für Dich) Unterschiedliche Besonderheiten jenseits der 130?

Was ist für Dich „besser oder schlechter“ und warum nimmst Du an, Deine Definition sei allgemein gültig?

Wie ich den Komplex durchdrungen habe? Mit Denken, nicht Reden.

Jetzt ist es an er Zeit ein drittes mal zu fühlen…

Warum fühlst Du Dich…und warum denkst Du ich würde damit einen ganz anderen Zweck verfolgen?

So, jetzt nimm mal die Position eines Unbeteiligten ein und lese Dich (noch) mal durch die div. Darstellungen von Betroffenen…und fühle.

Gruß!

P.s.: Wenn ich jetzt wieder sage: „Das letzte müsste Dir doch leicht fallen“, hast Du wieder was zu fühlen ;-)

Christian

Wolf, ich denke, es ist jetzt gut. Ich weiß nicht genau, was Du provozieren möchtest, aber Du scheinst ja gerne andere Menschen zum Nachdenken anregen zu wollen.

Wenn Du mal meinen Ursprungsartikel nimmst – da ging es darum, dass jemand seine eigenen Erfahrungen mit einer Hochbegabung schilderte und daraufhin von anderen auseinander genommen wurde. Und zwar nicht direkt sondern hintenrum und in einer Form, die bei anderen Themen als ’nö, wollen wir nicht‘ definiert worden war.

Oder kurz: Es ging um Umgang von Menschen mit anderen Menschen. Nicht um das Phänomen der Hochbegabung.

Ich weiß, dass das ganze Hochbegabungskonzept von den verschiedensten Seiten immer angezweifelt und insgesamt unterschiedlichst bewertet wird, aber ein ‚Los, denk doch mal, fühl doch mal (damit Du zu meinem Ergebnis kommst?)-Sticheln, das ist vielleicht einmal ganz lustig. Zweimal nicht.

Tadaeus (und auch ich) sind vermutlich anderer Meinung als Du, so ganz klar wird das nicht, weil Du Deine Meinung nicht wirklich sagst. Aber Meinungen sind erlaubt.
Und Rumsticheln ohne dabei eine Meinung zu sagen finde ich doof. Also: Gut jetzt. Danke.

Frau Meike

Danke.

Roth JD

„Wenn die Eltern stolz rufen, dass Ihr Kind hochbegabt sei, dann ist es es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht; leiden sie und haben ein Problem mit einer eventuellen Hochbegabung, ist die Chance hingegen recht hoch…“

Ist relativ schwarzweiss gemalt, hat was.

Christian

Relativ, genau (siehe „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ & „die Chance hingegen recht hoch“)

Zur wirklichen Diagnostik hat sie dann schon noch zwei oder drei andere Kriterien :)

Christiane

Ich glaube dafür ist unsere Gesellschaft noch immer nicht bereit. Das braucht noch eine Generation. Solange wir Scheitern nicht als wertvoll anerkennen brauchen wir auch mit Hochbegabung gar nicht erst anzufangen. Find ich auch schade.

Wenn du dich bei einem Bier mal drüber unterhalten magst, würd mich freuen :)

Christian

ich würde mich definitiv mal bei einem Bier darüber unterhalten :)

Sebas

Gerade unter Beachtung der Protagonisten eine sehr ironische Parallelenziehung. Womöglich macht ja auch der Ton die Musik. Verachtung begegnet denen, die sehr viel und sehr pauschal verachten, eben überdurchschnittlich häufig.

JD Roth

@Christian: Ja Bier ist immer gut…wohne einfach in der Schweiz.

anonym

Ich denke, die Reaktionen gab es nicht wegen des Outings an sich, sondern viel mehr an der Art, wie es geschah. Und das ist eben auch leider mittlerweile ein Muster: Erst im großen Stil polemisieren, provozieren und polarisieren und dann, wenn es ebenso öffentliche Reaktionen von Leuten gibt, die mit den Inhalten nicht einverstanden sind, tief betroffen reagieren und erneut um sich schlagen auf eine Art und Weise, die einen nur hilflos staunen lässt. Gerade bei einem solchen Thema wie Hochbegabung wäre es aber wichtig, wenn es etwas differenzierter angegangen worden wäre.

Christian

@Sebas: Ich finde die Idee jemand anderen die Empathie zu verwehren, nur weil der sich meiner Meinung nach unangemessen, provokativ oder whatever verhalten hat einfach nur unglaublich traurig.

Außerdem trifft ins Internet herausgeblasene Häme, Spott und Hohn auch immer andere. Vor allem, wenn er hinter dem Rücken der Protagonisten und nicht einmal mit dem kleinsten Hinweis wer gemeint ist versehen ist.
Da ist dann auf einmal jede und jeder Hochbegabte angesprochen.

Ich stelle mir gerade vor, was im Februar passiert wäre, wenn Herr Brüderle davon gesprochen hätte, die Protagonistin habe ihm ihre Brüste auch so verächtlich ins Gesicht gehalten.

Christian

@anonym: Vielleicht haben wir unterscheidliche Artikel gelesen, aber ich habe einen sehr verletzten, teilweise hilflosen, fast durchgängig traurigen Artikel gelesen.

Außerdem finde ich das Wort ‚Outing‘ in diesem Zusammenhang sehr interessant. Wenn Hochbegabung doch angeblich so etwas tolles ist, das zig Mütter es sich für ihre Kinder wünschen (ich denke, das können wir als gegeben setzen) – warum sollte man sich da outen?

Sebas

Die Wiederholung der Parallele macht sie ja nicht passender. Und ich erkläre ja kein Konzept, das jemand gezielt umsetzt, sondern versuche eine sehr natürlich Abfolge von Dingen zu rekapitulieren. Respekt ist immer schon mehrheitlich ein Deal auf Gegenseitigkeit gewesen. Wer 99 Prozent der Menschen, und ich zitiere diese Zahl, ebenso öffentlich wie pauschal zu „unsensiblen Strohköpfen“ erklärt, ist vielleicht nicht der erste natural born Empfänger für Empathie. Und wenn eine Hochbegabung dann noch mehr oder weniger als Erklärung für ein, sagen wir mal, gemindert empathisches Sozialverhalten herhalten muss, ist der Schritt zur Häme eben kein großer. Ich glaube, die Reaktion auf Meike und die Reaktion auf eine Hochbegabung sind zwei vollkommen unterschiedliche Dinge. Dass sie zu einem erklärt werden, wird der Sache nicht gerecht und zeugt im Übrigen auch von einem etwas problematischen Selbstverständnis.

Frau Meike

Ich habe die Aufschreiktion damals in einem langen und möglichst sachlichen Artikel kritisiert, dem ich sogar noch einen ähnlichen langen erklärenden Folgeartikel nachschob, und ich würde es heute genauso wieder tun.
Dieser Artikel war in Form und Inhalt etwas völlig anderes als z.B. ein gekaperter Hashtag, frauenverachtende, gewaltverherrlichende Sprüche und natürlich das Lächerlichmachen von Sexismus als Ganzes. Reaktionen, die Aufschrei eben auch ausgelöst hat.

Die Parallele liegt in der Vergleichbarkeit der Feindseligkeiten, nicht der der Themen.

Christian

Erstens: Wessen Selbstverständnis? Falls Du meins meinst, dann lass das doch bitte meine Sorge sein. Das tut hier nämlich nichts zur Sache.

Zweitens: Nehmen wir einmal an, jemand hat Meikes Artikel nicht gelesen und begegnet zuerst Äußerungen im Stile von „Ach Gott, jetzt wird die Sau Hochbegabung wieder durchs Dorf getrieben“ – „Apropos: Säue sind ja auch sehr intelligent“. Hm.
Selbst wenn schon jemand Häme ‚verdient‘ – und ich wiederhole, dass mir das Konzept, jemandem die Empathie zu verwehren weil er [egal was] getan hat, sehr fremd ist – dann sollte er sie direkt bekommen und nicht blind 2% der Menschen. Nicht jeder liest Blogs in der ‚richtigen‘ Reihenfolge, vor allem eben, wenn Links und Verweise fehlen.

Drittens: Die Reaktion auf Meikes Arikel ist eine absolut typische Reaktion auf ein Hochbegabten-‚Outing‘. Warum wohl kommentieren so viele anonym, warum wohl bekommt Meike Mails von Menschen, die sich nicht ‚outen‘ möchten? Die Reaktion, die Häme, die Ablehnung sind typisch. Ist so; glaube es mir.

Und genau da greift mein Vergleich:
Nochmal zurück zum #aufschrei – auch wenn es uns als aufgeklärten, klugen, sich evtl. selbst als feministisch bezeichnenden Menschen sehr schwer fällt zu akzeptieren, dass andere Menschen Alltagssexismus nicht wahrnehmen oder nicht sehen, so müssen wir akzeptieren, dass es so ist. Und darum schreiben wir, darum gehen wir in die Öffentlichkeit.
Um aus Einzelgeschichten eine Struktur sichtbar zu machen, so dass sie besser von anderen gesehen werden kann.

Und um zu erzählen: Es gibt hier Menschen, die unter einer Situation leiden (Frauen) und welche, die vielleicht sogar beim besten Willen nicht wissen, dass sie sich falsch verhalten.
Und im Februar haben wir alle von ‚denen‘ gefordert, einen Menschen ernst zu nehmen, der über einen Leidensdruck berichtet. Und nicht mit „hat es doch selbst gewollt / hat es doch provoziert“ oder ähnlichem zu kontern. Sondern zuzuhören, es ernst zu nehmen und wenigstens in Betracht zu ziehen, dass dieses Leiden reell sein könnte.

Und nichts mehr als das fordere ich.

Und zu den Beleidigungen noch: Du musst gar nicht so weit suchen, um feministische Stimmen zu finden, die alle Männer per se ablehnen. Schütte ich deswegen Häme über den gesamten Feminismus aus? Nein. Und auch nicht über diese Richtung des Feminismus.
Häme und Hass sind keine guten Mittel, selbst wenn ich mich prvoziert fühle.

serotonic

Auch wenn ich etwas spät dran bin: Ich danke dir sehr für diese Gegenüberstellung.

Mich hat dieses geradezu reflexhafte und tendenziell boshafte Verhalten (gerade im Rückblick auf die ganze Aufschrei-Diskussion!) ernsthaft erschüttert und sogar für ein paar Tage aus dem Internet vertrieben, weil ich es so unerträglich fand. Gerade, weil dort auch Menschen mitmischten, die ich bislang immer hoch schätzte.

Birgid

Die Feindseligkeiten sind unterschiedlich gewichtet. Beim Aufschrei fühlten sich potentiell die Hälfte angesprochen, die Hälfte angegriffen.
Bei Hochbegabung wissen nur 2% – wenn überhaupt, da viele nicht wissen, reflektieren und damit leben, dass sie es sind – wie es sich anfühlt und was mit dem „anderssein“ gemeint ist. Die anderen, die „Gesellschaft“, die übergroße Mehrheit kann damit (wertneutral!) nicht sehr viel anfangen. Es ist nur abstrakt, ein Wort, eine Attitüde und kein Gefühl, kein Sein. Das führt zu Miß- und Unverständnis, zu Verletzungen und Worten, die beide Seiten in ihren Welten einfach unterschiedlich definieren.
Die Wand, die es zu überwinden gilt, ist ungleich größer als beim Aufschrei, weil das Verhältnis ungleicher verteilt ist.
Sowohl die offenen Feindseligkeiten als auch die subtilen (Vor)Urteile und Schubladen sind massiver.

Christian

Das ist richtig. (Erstmal Punkt, kein ‚aber‘, kein ‚und‘, denn das ist ja einfach richtig. Und ich hab da auch viel drüber nchgedacht)

Was ich schade fand und finde ist, dass auch gerade Menschen, die in der #aufschrei-Debatte so sehr über die Mechanismen nachgedacht haben bei der erstbesten Gelegenheit genau so reagieren.

Was bedeutet das? Steckt das Muster, etwas unbekanntes anzugreifen so tief im Menschen? Oder, um mal ganz blasphemisch zu werden: Könnte das etwa auch bedeuten, dass die Forderungen an ‚die Männer‘ rund um den #aufschrei zu hoch angesetzt waren? Dass auch da ‚die Frauen‘ erst mehr Verständnis hätten erzeugen müssen? (Ich glaube es nicht, aber es wäre eine theoretische Antwort)

Die ganze Situation könnte uns, wenn man sie sachlich betrachtet viel über uns beibringen.

Wolf

Sollte nicht gerade ein erhöhtes logisches Denkvermögen und oder eine erhöhte Auffassungsgabe zwangsläufig dazu führen, dieses Thema in der Öffentlichkeit vorsichtig zu behandeln?

Das Gegenteil spricht dafür, dass man den Komplex noch nicht wirklich durchdrungen und verstanden hat, was wiederum dafür spricht unbeteiligt zu sein.

Jeder sollte sich selbst nun die Frage beantworten, warum gerade der letzte Satz sich unangenehm anfühlt.

Gruß!

Tadaeus

@Wolf

Ich widerspreche Deinem perfiden Versuch, den Teilnehmern dieser Diskussion die Kompetenz abzusprechen. Wenn das Thema Hochbegabung aufkommt, gibt es keine allgemeingültige Form der Diskussion und der Herangehensweise, in der Öffentlichkeit darüber zu sprechen. Selbst die spärliche Literatur gibt keinen „Leitfaden“ für den Umgang mit Hochbegabung. Und das darf ich Dir als „Beteiligter“ sagen. Zusätzlich finde ich, dass jeder Beitrag zum Thema Hochbegabung hilfreich ist, um ein Verständnis dafür zu entwickeln. Niemand ist besser oder schlechter, wenn er/sie einen IQ 130 aufwärts hat. Und selbst die Besonderheiten der Beteiligten sind sehr unterschiedlich. Und wie willst Du dann den „Komplex“ durchdringen, wenn Du Dich nicht damit auseinandersetzt und auch in der Öffentlichkeit darüber sprichst und auch Fehler im Umgang mit dieser machst? Das nennt man Entwicklung.

Wolf

@Tadeus

Was Du als perfide bezeichnen könntest, ist der nachfolgende vergebliche Versuch sich mit Dir zusammenzusetzen. (Du hast genau jetzt eine zweite Chance zu fühlen, wie der Satz auf Dich wirkt)

Warum bist Du, als Beteiligter, so ungenau?

Was sind (für Dich) Unterschiedliche Besonderheiten jenseits der 130?

Was ist für Dich „besser oder schlechter“ und warum nimmst Du an, Deine Definition sei allgemein gültig?

Wie ich den Komplex durchdrungen habe? Mit Denken, nicht Reden.

Jetzt ist es an er Zeit ein drittes mal zu fühlen…

Warum fühlst Du Dich…und warum denkst Du ich würde damit einen ganz anderen Zweck verfolgen?

So, jetzt nimm mal die Position eines Unbeteiligten ein und lese Dich (noch) mal durch die div. Darstellungen von Betroffenen…und fühle.

Gruß!

P.s.: Wenn ich jetzt wieder sage: „Das letzte müsste Dir doch leicht fallen“, hast Du wieder was zu fühlen ;-)

Christian

Wolf, ich denke, es ist jetzt gut. Ich weiß nicht genau, was Du provozieren möchtest, aber Du scheinst ja gerne andere Menschen zum Nachdenken anregen zu wollen.

Wenn Du mal meinen Ursprungsartikel nimmst – da ging es darum, dass jemand seine eigenen Erfahrungen mit einer Hochbegabung schilderte und daraufhin von anderen auseinander genommen wurde. Und zwar nicht direkt sondern hintenrum und in einer Form, die bei anderen Themen als ’nö, wollen wir nicht‘ definiert worden war.

Oder kurz: Es ging um Umgang von Menschen mit anderen Menschen. Nicht um das Phänomen der Hochbegabung.

Ich weiß, dass das ganze Hochbegabungskonzept von den verschiedensten Seiten immer angezweifelt und insgesamt unterschiedlichst bewertet wird, aber ein ‚Los, denk doch mal, fühl doch mal (damit Du zu meinem Ergebnis kommst?)-Sticheln, das ist vielleicht einmal ganz lustig. Zweimal nicht.

Tadaeus (und auch ich) sind vermutlich anderer Meinung als Du, so ganz klar wird das nicht, weil Du Deine Meinung nicht wirklich sagst. Aber Meinungen sind erlaubt.
Und Rumsticheln ohne dabei eine Meinung zu sagen finde ich doof. Also: Gut jetzt. Danke.

Bei facebook gabs den „Daumen hoch” von:

  • • Danke.
  • • "Wenn die Eltern stolz rufen, dass Ihr Kind hochbegabt sei, dann ist es es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht; leiden sie und haben ein Problem mit einer eventuellen Hochbegabung, ist die Chance hingegen recht hoch..." Ist relativ schwarzweiss gemalt, hat was.
  • • Relativ, genau (siehe "mit hoher Wahrscheinlichkeit" & "die Chance hingegen recht hoch") Zur wirklichen Diagnostik hat sie dann schon noch zwei oder drei andere Kriterien :)
  • • Ich glaube dafür ist unsere Gesellschaft noch immer nicht bereit. Das braucht noch eine Generation. Solange wir Scheitern nicht als wertvoll anerkennen brauchen wir auch mit Hochbegabung gar nicht erst anzufangen. Find ich auch schade.Wenn du dich bei einem Bier mal drüber unterhalten magst, würd mich freuen :)
  • • ich würde mich definitiv mal bei einem Bier darüber unterhalten :)
  • • Gerade unter Beachtung der Protagonisten eine sehr ironische Parallelenziehung. Womöglich macht ja auch der Ton die Musik. Verachtung begegnet denen, die sehr viel und sehr pauschal verachten, eben überdurchschnittlich häufig.
  • • @Christian: Ja Bier ist immer gut...wohne einfach in der Schweiz.
  • • Ich denke, die Reaktionen gab es nicht wegen des Outings an sich, sondern viel mehr an der Art, wie es geschah. Und das ist eben auch leider mittlerweile ein Muster: Erst im großen Stil polemisieren, provozieren und polarisieren und dann, wenn es ebenso öffentliche Reaktionen von Leuten gibt, die mit den Inhalten nicht einverstanden sind, tief betroffen reagieren und erneut um sich schlagen auf eine Art und Weise, die einen nur hilflos staunen lässt. Gerade bei einem solchen Thema wie Hochbegabung wäre es aber wichtig, wenn es etwas differenzierter angegangen worden wäre.
  • • @Sebas: Ich finde die Idee jemand anderen die Empathie zu verwehren, nur weil der sich meiner Meinung nach unangemessen, provokativ oder whatever verhalten hat einfach nur unglaublich traurig.Außerdem trifft ins Internet herausgeblasene Häme, Spott und Hohn auch immer andere. Vor allem, wenn er hinter dem Rücken der Protagonisten und nicht einmal mit dem kleinsten Hinweis wer gemeint ist versehen ist.Da ist dann auf einmal jede und jeder Hochbegabte angesprochen.Ich stelle mir gerade vor, was im Februar passiert wäre, wenn Herr Brüderle davon gesprochen hätte, die Protagonistin habe ihm ihre Brüste auch so verächtlich ins Gesicht gehalten.
  • • @anonym: Vielleicht haben wir unterscheidliche Artikel gelesen, aber ich habe einen sehr verletzten, teilweise hilflosen, fast durchgängig traurigen Artikel gelesen. Außerdem finde ich das Wort 'Outing' in diesem Zusammenhang sehr interessant. Wenn Hochbegabung doch angeblich so etwas tolles ist, das zig Mütter es sich für ihre Kinder wünschen (ich denke, das können wir als gegeben setzen) - warum sollte man sich da outen?
  • • Die Wiederholung der Parallele macht sie ja nicht passender. Und ich erkläre ja kein Konzept, das jemand gezielt umsetzt, sondern versuche eine sehr natürlich Abfolge von Dingen zu rekapitulieren. Respekt ist immer schon mehrheitlich ein Deal auf Gegenseitigkeit gewesen. Wer 99 Prozent der Menschen, und ich zitiere diese Zahl, ebenso öffentlich wie pauschal zu "unsensiblen Strohköpfen" erklärt, ist vielleicht nicht der erste natural born Empfänger für Empathie. Und wenn eine Hochbegabung dann noch mehr oder weniger als Erklärung für ein, sagen wir mal, gemindert empathisches Sozialverhalten herhalten muss, ist der Schritt zur Häme eben kein großer. Ich glaube, die Reaktion auf Meike und die Reaktion auf eine Hochbegabung sind zwei vollkommen unterschiedliche Dinge. Dass sie zu einem erklärt werden, wird der Sache nicht gerecht und zeugt im Übrigen auch von einem etwas problematischen Selbstverständnis.
  • • Ich habe die Aufschreiktion damals in einem langen und möglichst sachlichen Artikel kritisiert, dem ich sogar noch einen ähnlichen langen erklärenden Folgeartikel nachschob, und ich würde es heute genauso wieder tun.Dieser Artikel war in Form und Inhalt etwas völlig anderes als z.B. ein gekaperter Hashtag, frauenverachtende, gewaltverherrlichende Sprüche und natürlich das Lächerlichmachen von Sexismus als Ganzes. Reaktionen, die Aufschrei eben auch ausgelöst hat.Die Parallele liegt in der Vergleichbarkeit der Feindseligkeiten, nicht der der Themen.
  • • Erstens: Wessen Selbstverständnis? Falls Du meins meinst, dann lass das doch bitte meine Sorge sein. Das tut hier nämlich nichts zur Sache.Zweitens: Nehmen wir einmal an, jemand hat Meikes Artikel nicht gelesen und begegnet zuerst Äußerungen im Stile von "Ach Gott, jetzt wird die Sau Hochbegabung wieder durchs Dorf getrieben" - "Apropos: Säue sind ja auch sehr intelligent". Hm.Selbst wenn schon jemand Häme 'verdient' - und ich wiederhole, dass mir das Konzept, jemandem die Empathie zu verwehren weil er [egal was] getan hat, sehr fremd ist - dann sollte er sie direkt bekommen und nicht blind 2% der Menschen. Nicht jeder liest Blogs in der 'richtigen' Reihenfolge, vor allem eben, wenn Links und Verweise fehlen.Drittens: Die Reaktion auf Meikes Arikel ist eine absolut typische Reaktion auf ein Hochbegabten-'Outing'. Warum wohl kommentieren so viele anonym, warum wohl bekommt Meike Mails von Menschen, die sich nicht 'outen' möchten? Die Reaktion, die Häme, die Ablehnung sind typisch. Ist so; glaube es mir.Und genau da greift mein Vergleich:Nochmal zurück zum #aufschrei - auch wenn es uns als aufgeklärten, klugen, sich evtl. selbst als feministisch bezeichnenden Menschen sehr schwer fällt zu akzeptieren, dass andere Menschen Alltagssexismus nicht wahrnehmen oder nicht sehen, so müssen wir akzeptieren, dass es so ist. Und darum schreiben wir, darum gehen wir in die Öffentlichkeit.Um aus Einzelgeschichten eine Struktur sichtbar zu machen, so dass sie besser von anderen gesehen werden kann.Und um zu erzählen: Es gibt hier Menschen, die unter einer Situation leiden (Frauen) und welche, die vielleicht sogar beim besten Willen nicht wissen, dass sie sich falsch verhalten.Und im Februar haben wir alle von 'denen' gefordert, einen Menschen ernst zu nehmen, der über einen Leidensdruck berichtet. Und nicht mit "hat es doch selbst gewollt / hat es doch provoziert" oder ähnlichem zu kontern. Sondern zuzuhören, es ernst zu nehmen und wenigstens in Betracht zu ziehen, dass dieses Leiden reell sein könnte.Und nichts mehr als das fordere ich.Und zu den Beleidigungen noch: Du musst gar nicht so weit suchen, um feministische Stimmen zu finden, die alle Männer per se ablehnen. Schütte ich deswegen Häme über den gesamten Feminismus aus? Nein. Und auch nicht über diese Richtung des Feminismus.Häme und Hass sind keine guten Mittel, selbst wenn ich mich prvoziert fühle.
  • • Auch wenn ich etwas spät dran bin: Ich danke dir sehr für diese Gegenüberstellung. Mich hat dieses geradezu reflexhafte und tendenziell boshafte Verhalten (gerade im Rückblick auf die ganze Aufschrei-Diskussion!) ernsthaft erschüttert und sogar für ein paar Tage aus dem Internet vertrieben, weil ich es so unerträglich fand. Gerade, weil dort auch Menschen mitmischten, die ich bislang immer hoch schätzte.
  • • Die Feindseligkeiten sind unterschiedlich gewichtet. Beim Aufschrei fühlten sich potentiell die Hälfte angesprochen, die Hälfte angegriffen. Bei Hochbegabung wissen nur 2% - wenn überhaupt, da viele nicht wissen, reflektieren und damit leben, dass sie es sind - wie es sich anfühlt und was mit dem "anderssein" gemeint ist. Die anderen, die "Gesellschaft", die übergroße Mehrheit kann damit (wertneutral!) nicht sehr viel anfangen. Es ist nur abstrakt, ein Wort, eine Attitüde und kein Gefühl, kein Sein. Das führt zu Miß- und Unverständnis, zu Verletzungen und Worten, die beide Seiten in ihren Welten einfach unterschiedlich definieren. Die Wand, die es zu überwinden gilt, ist ungleich größer als beim Aufschrei, weil das Verhältnis ungleicher verteilt ist. Sowohl die offenen Feindseligkeiten als auch die subtilen (Vor)Urteile und Schubladen sind massiver.
  • • Das ist richtig. (Erstmal Punkt, kein 'aber', kein 'und', denn das ist ja einfach richtig. Und ich hab da auch viel drüber nchgedacht)Was ich schade fand und finde ist, dass auch gerade Menschen, die in der #aufschrei-Debatte so sehr über die Mechanismen nachgedacht haben bei der erstbesten Gelegenheit genau so reagieren.Was bedeutet das? Steckt das Muster, etwas unbekanntes anzugreifen so tief im Menschen? Oder, um mal ganz blasphemisch zu werden: Könnte das etwa auch bedeuten, dass die Forderungen an 'die Männer' rund um den #aufschrei zu hoch angesetzt waren? Dass auch da 'die Frauen' erst mehr Verständnis hätten erzeugen müssen? (Ich glaube es nicht, aber es wäre eine theoretische Antwort)Die ganze Situation könnte uns, wenn man sie sachlich betrachtet viel über uns beibringen.
  • • Sollte nicht gerade ein erhöhtes logisches Denkvermögen und oder eine erhöhte Auffassungsgabe zwangsläufig dazu führen, dieses Thema in der Öffentlichkeit vorsichtig zu behandeln?Das Gegenteil spricht dafür, dass man den Komplex noch nicht wirklich durchdrungen und verstanden hat, was wiederum dafür spricht unbeteiligt zu sein.Jeder sollte sich selbst nun die Frage beantworten, warum gerade der letzte Satz sich unangenehm anfühlt.Gruß!
  • • @WolfIch widerspreche Deinem perfiden Versuch, den Teilnehmern dieser Diskussion die Kompetenz abzusprechen. Wenn das Thema Hochbegabung aufkommt, gibt es keine allgemeingültige Form der Diskussion und der Herangehensweise, in der Öffentlichkeit darüber zu sprechen. Selbst die spärliche Literatur gibt keinen "Leitfaden" für den Umgang mit Hochbegabung. Und das darf ich Dir als "Beteiligter" sagen. Zusätzlich finde ich, dass jeder Beitrag zum Thema Hochbegabung hilfreich ist, um ein Verständnis dafür zu entwickeln. Niemand ist besser oder schlechter, wenn er/sie einen IQ 130 aufwärts hat. Und selbst die Besonderheiten der Beteiligten sind sehr unterschiedlich. Und wie willst Du dann den "Komplex" durchdringen, wenn Du Dich nicht damit auseinandersetzt und auch in der Öffentlichkeit darüber sprichst und auch Fehler im Umgang mit dieser machst? Das nennt man Entwicklung.
  • • @TadeusWas Du als perfide bezeichnen könntest, ist der nachfolgende vergebliche Versuch sich mit Dir zusammenzusetzen. (Du hast genau jetzt eine zweite Chance zu fühlen, wie der Satz auf Dich wirkt)Warum bist Du, als Beteiligter, so ungenau?Was sind (für Dich) Unterschiedliche Besonderheiten jenseits der 130?Was ist für Dich "besser oder schlechter" und warum nimmst Du an, Deine Definition sei allgemein gültig?Wie ich den Komplex durchdrungen habe? Mit Denken, nicht Reden....Jetzt ist es an er Zeit ein drittes mal zu fühlen...Warum fühlst Du Dich...und warum denkst Du ich würde damit einen ganz anderen Zweck verfolgen?So, jetzt nimm mal die Position eines Unbeteiligten ein und lese Dich (noch) mal durch die div. Darstellungen von Betroffenen...und fühle.Gruß!P.s.: Wenn ich jetzt wieder sage: "Das letzte müsste Dir doch leicht fallen", hast Du wieder was zu fühlen ;-)
  • • Wolf, ich denke, es ist jetzt gut. Ich weiß nicht genau, was Du provozieren möchtest, aber Du scheinst ja gerne andere Menschen zum Nachdenken anregen zu wollen.Wenn Du mal meinen Ursprungsartikel nimmst - da ging es darum, dass jemand seine eigenen Erfahrungen mit einer Hochbegabung schilderte und daraufhin von anderen auseinander genommen wurde. Und zwar nicht direkt sondern hintenrum und in einer Form, die bei anderen Themen als 'nö, wollen wir nicht' definiert worden war.Oder kurz: Es ging um Umgang von Menschen mit anderen Menschen. Nicht um das Phänomen der Hochbegabung.Ich weiß, dass das ganze Hochbegabungskonzept von den verschiedensten Seiten immer angezweifelt und insgesamt unterschiedlichst bewertet wird, aber ein 'Los, denk doch mal, fühl doch mal (damit Du zu meinem Ergebnis kommst?)-Sticheln, das ist vielleicht einmal ganz lustig. Zweimal nicht.Tadaeus (und auch ich) sind vermutlich anderer Meinung als Du, so ganz klar wird das nicht, weil Du Deine Meinung nicht wirklich sagst. Aber Meinungen sind erlaubt. Und Rumsticheln ohne dabei eine Meinung zu sagen finde ich doof. Also: Gut jetzt. Danke.