Auf zwölf reimt sich nur zwölf

Aus der Kategorie »just people«

Beim Stöckchen-Schreiben letztens habe ich mich erinnert, warum es früher sogar eine eigene Website gab, die uns Blogger Freitags mit 5 willkürlichen Fragen bewarf: Weil es Spaß macht, sich mal ein paar Gedanken zu machen. Percanta fragt, ich antworte.

  1. Du wirst vom Radio zu einer Sendung eingeladen, sie führen eine Stunde lang ein Gespräch mit Dir. (Sowas wie „Doppelkopf“ auf HR2). Du darfst Dir dafür fünf Musikstücke wünschen. Welche?
    Doppelkopf auf HR2 kenne ich nicht und das entlässt mich aus der Pflicht, darüber nachzudenken, ob ich einen gewissen Stil treffen muss. Die Sendungen dieser Art die ich so kenne, die fragen jeweils noch, warum denn jetzt genau dieses Musikstück gewählt wurde und so nehme ich welche von menschen, die mir aus irgendeinem Grund für mein Leben wichtig waren oder sind. Dann hat die Moderatorin auch gleich was zum Anknüpfen.

    1. Miles Davis: The DooBop Song.
      Weil dann noch alle denken, ich wäre ein Jazz-hörender Intellektueller; aber in Wahrheit, weil die echten Jazzer Miles für das Stück hassen und er ihnen deswegen seinen Mittelfinger entgegenstreckte.
    2. Rage against the machine: Killing In The Name Of
      Weil dann niemand mehr denkt, ich sei ein Jazz-hörender Intellektueller und weil nichts so befreiend ist, wie ein herzhaftes „Fuck You, I won’t do what you tell me“.
      (Na, gemerkt, dass die Intention die gleiche wie beim ersten Song ist?)
    3. Patti Smith: Smells Like Teen Spirit
      Weil die Leute, denen es wichtig sein könnte, ob ich ein Musik-Intellektueller bin jetzt endgültig verwirrt sind. Und weil: Patti und Nirvana in einem Stück, da hab ich quasi eins dazugeschmuggelt.
    4. Peter Gabriel: Red Rain
      Weil: „I came to you with the trust of a child“
    5. Tina Dico: Count to ten
      Weil es zum einen das intensivste Lied ist, das ich kenne und gleichzeitig so eine tiefe, immer wieder mein Leben rettende Wahrheit beinhaltet

    Boah, das waren ja jetzt schon die ersten 5 Fragen…

  2. Frösche, Pinguine, Eulen. Welches putzige Tierchen wird als nächstes unsere Kaffeetassen, Umhängetaschen, Postkarten, Shirts und Dekokissen bevölkern, bis auch die treusten Fans es nicht mehr sehen können? Waschbären? Langohrigel? Irgendjemand, den wir noch gar nicht auf dem Schirm haben?
    Faultiere, sind, denke ich, gerade an der Schwelle von Geheimtipp zum Hype. Gleichzeitig sind sie nicht so auf den ersten Blick niedlich, dass es jemals eine „Alles blöd ohne Dich“-Sonderedition geben wird.
  3. a. Was war Dein liebstes Was-ist-Was-Buch?
    b. Hast Du Deinen Beruf entsprechend ausgewählt?

    Du schummelst mir doch schon wieder Doppelfragen unter!
    Ich hätte gewettet, dass es irgendetwas mit dem Weltall war – aber ein Blick auf die Bücher, die hier noch im Regal liegen zeigte: da ist gar nix mit Weltall dabei. Und dann wähle ich Nr 28, „Die Welt des Schalls“. Weil es mir den Blick für die Welt der Physik öffnete.
    Und: Nö, mein Beruf hat damit rein gar nichts zu tun
  4. Wenn ja: alles richtig gemacht? Wenn nein: Warum nicht? Und wäre das Was-ist-Was-Thema besser gewesen?
    Alles bestens. Der Job ist quasi selbst-ausgedacht, selbst-gewählt und nach all den Jahren immer noch super.
    Die was-ist-was-Alternative wäre dann Hörgeräteakustiker gewesen? Ach, ich weiß nicht. Vielleicht hats mir in meiner Zeit im Tonstudio und als Live-Mischer geholfen.
  5. Sternzeichen, Aszendent, Blutgruppe, Geschwisterposition oder die Gene. Steht Dein Leben unter irgendeinem ‚Stern‘ oder hast Du Deine Charakterbildung selbst in der Hand?
    Wie ich letztens schon sagte: Charakter ist ein laufender Prozess. Und zwar einer, den ich selbst in der Hand habe.
  6. White wine to the fish?
    No fish, no wine – das war einfach.
  7. Mustermix, Patchwork, Color-blocking oder doch eher Ton in Ton? (In Kleidung, Haaren, Familie. Du entscheidest.)
    Ich wähle Kleidung. Ich trage eigentlich alle Farben, so lange sie schwarz oder blau sind. Oder mal ein fröhliches grau. Bitte keine Muster, keine Eulen oder Herzchen. Manchmal Streifen und – für alle jetzt wahrscheinlich vollkommen überraschend – gerne mal Paisley. (Prince ist Schuld)
  8. Eine Frage aus der Mottenkiste: Welche Comic- oder Zeichentrickfigur bist?
    From all the Charlie Browns in the World, I am the Charlie Brownest
  9. Welcher Einfall der Natur hat Dich zuletzt überrascht? Oder hört nicht damit auf, Dich zu faszinieren?
    Puh. Die Natur allgemein hört nicht auf, mich zu faszinieren. Ich liege nachts unglaublich oft wach und schaue daher viele Dokus auf den öffentlich-rechtlichen Digitalen Kanälen. ich habe unfassbar Spaß daran, mich bei der großen Physik (Universum und so) so wie der ganz kleinen (Quarks, Strings, Gene, …) erst einmal wieder auf den Stand gebracht zu haben. Mein Schulwissen ist ja auch schon ein paar Jahre her und wenn man, wie ich, gelegentlich mitbekommt, mit was für einem Anspruch mancher Lehrer an seinen Unterricht geht, dann wars eventuell schon damals veraltet.
    Gleichzeitg begreife ich immer mehr – also so richtig begreifen im Sinne von Fühlen-können – wie groß dieses Naturdings so ist, und wie unwichtig wir dabei sind. Wir müssen die gar nicht schützen, die Erde, die kommt prima alleine klar.
    Nur, wenn wir weiter hier in diesem klitzekleinen Bereich passender Lebensbedigungen leben wollen, in denen wir es aushalten, dann sollten wir endlich mal aufpassen. Wir töten uns gerade selbst, nicht die Natur.
    Neben den ganzen Dokus hat mir das alles auch @astro_alex und seine BlueDot-Mission sowie der unglaublich schöne Film „Overview“ gezeigt. Nehmt Euch ruhig mal ne Minute.
  10. Was hast Du gerade in Deinen Hosen- und/oder Jackentaschen?
    Gerade trage ich eine Jogginghose und die hat nix in den Taschen. Aber auch Jeans sind inhouse hier immer leer. Outside sind da: iPhone, Geldbörse und Schlüsselbund. Manchmal noch die Fernbedienung für die Kamera wenn ich langzeitbelichtete Bilder machen will. Oder Objektivdeckel, die ich dann tagelang suche.
  11. Sehr schön. Ich würde mich freuen, wenn Du über einen dieser Gegenstände ein Gedicht schreiben könntest. Einen Haiku, einen Limerick, einen Vierzeiler für’s Tageblatt, ein Sonett, egal. Wenn es Dir lieber ist, kannst Du auch was zeichnen. Oder tanzen. Oder eine Oper dazu komponieren. Nur: Wir würden das hier gerne sehen!
    Und wenn die Antwort aus 9 Dich nicht inspiriert, nimm die 2.

    Nö, die neun geht schon:
    Es war mal ein Junge in Menden
    auf der Autobahn musste er wenden
    Das iPhone war leer
    und so war es schwer
    von unterwegs eMails zu senden.
  12. Geht es eigentlich auch wieder etwas weniger hysterisch? (Bzw.: alle bekloppt?)
    Ich fürchte: Nein (Bzw: Ja).
    Die letzte Zeit arbeitet hart daran, mich doch noch zum Kulturpessimisten zu machen, irgendwas anständiges mit Holz zu lernen und mich in Kanadas Wälder zu verziehen. Ernsthaft.
  13. Haben Sie denn noch irgendwelche Frage an uns?
    Bloggen Sie mal wieder mehr? Machen Sie mal wieder mehr Fotos? Das wäre schön.

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5 Reaktionen

Am 11.02.2016 um 15:03 Uhr kommentierte Percanta:

Sehr schön, vielen vielen Dank!
(Ja, genau so läuft auch diese Sendung. Man möchte immer gern wissen, warum dieses Stück für Dich welche Bedeutung hat. Super Begründungen übrigens.)


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