Bilder finden

Aus der Kategorie »just politics«

Aufmerksame Leserinnen wissen, dass ich vor 2 Wochen beim Politcamp 2009 in Berlin war. Aufmerksame Leserinnen wissen auch, dass ich normalerweise gegen die Bemühungen Frau von der Leyens längst mehr hätte schreiben müssen, als ich es drüben im anderen Blog kurz getan habe.

Der Grund für mein Schweigen ist kein fehlendes Interesse. Der Grund ist, dass mich das Politcamp zum einen und die gesamte Diskussion zum anderen sehr, sehr nachdenklich gemacht hat.
Ich sehe einen tiefen Spalt durch die Gesellschaft gehen. Einen Spalt zwischen denen, die verstehen, wie „das Web“ so funktioniert und was es bedeutet und die es als sozialen Raum, als Lebensraum – als ihren Lebensraum – verstehen. Und denen, die das Web als etwas ähnliches wie Fernsehen sehen.

Es ist klar, wenn sich Veränderungen anbahnen, dann muss es die geben, die lautstark die radikale Änderung fordern. Vordenker, die „die Sache“ vorantreiben. Und es ist logisch, dass es die Zweifler gibt, die alles ablehnen – ob aus berechtigten Gründn oder aus purer Angst vor der Veränderung.
Die beiden Gruppen haben sich im Moment kräftig in den Haaren.

Beim Politcamp richtete jemand – ich glaube, es war Volker Beck – eine Bitte an die versammelte Netzgemeinde: Er sagte, „wir“ müssten mehr Bilder finden, die die anderen verstehen könnten.
Ich hatte den Eindruck, dass die Bitte nicht besonders gut ankam – und auch wenn ich mich im Moment im Web umsehe gibt es mehr Stimmen, die die Geduld verloren haben und nicht mehr vermitteln und erklären wollen. Oder können. Angesichts der Linie, die zum Beispiel Frau von der Leyen fährt sicherlich auch verständlich.

Mein Weg ist trotzdem der vermittelnde, glaube ich. Ich will erklären, vermitteln – und ich will Bilder finden.
Ich werde versuchen, das in der nächsten Zeit zu tun. Hier, und vielleicht auch anderer Stelle. Wir werden sehen,


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Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

4 Reaktionen

Am 16.05.2009 um 23:11 Uhr wusste Christian L.:

„[…] Und denen, die das Web als etwas ähnliches wie Fernsehen sehen. […]“

Da stimme ich dir zu. Wobei ich aber nicht denke, dass diese Gruppe zum Großteil aus Zweiflern besteht, die alles ablehnen (oder habe ich dich da falsch verstanden).

Ich sehe das an meinem Umfeld: Das Internet dienst fast ausschließlich für E-Mails, Online-Banking, Chatten, Videos usw. Für mehr wird es nicht benötigt – einerseits ganz bewusst, weil es noch andere Dinge als Onlinesein gibt, andererseits, weil zum Großteil auch ein gewisses (technisches) Hintergrundwissen fehlt (und auch die Lust und Zeit, sich damit zu beschäftigen).

Viele sind einfach nur froh, wenn etwas – z. B. die Online-Verbindung – funktioniert, weil sie mit Computern nichts am Hut haben (sö ähnlich steht es ja auch in deinem Posting).
Und diese Nutzer gehören auch zu den Menschen, denen es zu kompliziert ist, gewisse Sperren „ganz einfach“ zu umgehen.

Diesen Menschen zu erklären, was es mit den geplanten Internetsperren eigentlich auf sich hat, ist sehr schwierig, weshalb das Finden und Nutzen von entsprechenden Bildern wichtig ist.

Nur frage ich mich schon länger, ob es die breite Masse (z. B. die, die keine Weblogs lesen; die, die einmal täglich Mails abrufen) überhaupt *interessiert*, was da gerade in Bezug auf die geplante Filterung passiert …


Am 16.05.2009 um 23:28 Uhr sagte Christian:

: Wobei ich aber nicht denke, dass diese Gruppe
: zum Großteil aus Zweiflern besteht, die alles
: … ablehnen (oder habe ich dich da falsch
: verstanden).

Ja, hast Du, so habe ich es nicht gemeint.
Ich meinte allgemein, dass es bei allen Veränderungen die gibt, die vorpreschen und die, die skeptisch sind und ei, die alles aus Prinzip ablehnen.

Und ich glaube – davon unabhängig – dass es da draussen viele gibt, für die das web nicht mehr ist Fernsehen – oder für so Dinge wie Du sie beschreibst benutzt wird.

Und denen müssen wir es erklären. Denke ich.


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Auch anderswo wird darüber gesprochen …

[...] Wie ich letztens schon sagte: Beim Politcamp richtete jemand – ich glaube, es war Volker Beck – eine Bitte an die versammelte Netzgemeinde: Er sagte, „wir” müssten mehr Bilder finden, die die anderen verstehen könnten. [...]
[...] Ehrlich gesagt, hat mich das aber nicht gewundert. Schon auf dem Politcamp hatte mich ja der tiefe Graben zwischen Netcommunity und „den anderen” entsetzt. (Nein, ich rede nicht von „deren” Dummheit und Beratungsresistenz, ich rede von „unserer” Arroganz, die mich entsetzte. [...]