Blogparade: Und was machen Sie so beruflich?

Aus der Kategorie »just work«


Wibke Ladwig fragt im Rahmen einer Blogarade nach, was wir denn so beruflich tun. Und nachdem ich den Job – also den einen – zwar jetzt schon seit 15 Jahren mache, aber immer wieder gefragt werde, was denn das jetzt nun eigentlich ist, mache ich doch gerne einmal mit. Außerdem passt das zeitlich eh gerade sehr gut, weil … ach, seht selbst.



Also: Ich bin Webworker.
 Das lange benutzte Wort »Webdesigner« greift mir irgendwie zu kurz, außerdem dient es in Unterschichtenfernsehens-Parodien ja inzwischen als Kurzform für »arbeitslose 22-jährige mit vier Kindern von fünf Vätern in Jena« – also lieber: Webworker. 
Ganz arg zusammengefasst meint das, dass ich »Homepages mache«, aber irgendwie deutlich mehr. Im Idealfall folgendes:

Ich berate meine Kunden dabei, was man im allgemeinen und sie im speziellen denn überhaupt auf ihrer Website zeigen sollten. Was sinnvoll ist, was man besser sein lassen sollte und auch, wie man das Ganze so strukturiert, dass Besucher der Seiten hinterher auch alles finden, was sie gesucht haben. Und auch das, was sie gar nicht gesucht haben, was sie aber vielleicht positiv überrascht und zum Bleiben animiert.

Ich setze mich mit dem Grafikprogramm hin und entwerfe, wie denn diese Website (aka. Homepage) aussehen soll. Ich berücksichtige dabei so Dinge wie Designvorgaben des Kunden, die vorher sinnvoll zusammengestellte Struktur der erarbeiteten Inhalte und auch das Wissen darüber, wie Menschen im Web lesen, klicken, wahrnehmen.

Ich schreibe den Html-Code (den kann man sehen, wenn man irgendwo hier rechtsklickt und dann »Quelltext anzeigen« wählt). Der sorgt dafür, dass Euer Firefox, Safari, Chrome oder Internet Explorer dann etwas anzeigt, was man im Web aufrufen kann und in dem man herumklicken kann. Je nachdem, was die Website alles können soll, programmiere ich auch Funktionen (so gut sichtbare wie Kommentar- oder Kontaktformulare oder auch so unsichtbare wie auf den Besucher angepasste Navigationen). Oder ich benutze ein CMS, also ein Programm, mit dem dann auch Laien später neue Artikel, Bilder, wasauchimmers in ihrer Website veröffentlichen können. Blogger kennen das – denn jede Blogsoftware ist ein CMS.

Apropos Blog: BlogThemes erstelle ich auch sehr gerne.

Spannend ist das, weil Firefox, Safari, Internet Explorer nicht alle gleich darauf reagieren, was man ihnen da so vorsetzt. Noch spannender ist das, weil ja heute auch jeder mit dem Telefon ins Netz geht und weil auch Suchmaschinen berücksichtigt sein wollen.
 Und richtig spannend ist das, weil ich immer wieder neue Menschen, neue Jobs und neue Anforderungen kennen lerne. Aber ich schweife ab.

Im Laufe der letzten Jahre habe ich tolle Menschen gefunden, die mich bei dieser Arbeit unterstützen -Texter, Gestalter, Fotografen und Illustratoren. Wir sind richtig gut darin, schöne, gut benutzbare Websites mit schlau strukturierten Inhalten und hohem Nutzwert zu erstellen. Und um diese Zusammenarbeit auch mal ein bisschen mehr darzustellen habe ich – deswegen: gutes Timing! – gerade einen neuen Namen und eine neue eigene Website gestartet: Die Webwork-Manufaktur

Außerdem …

Außerdem bin ich NetzCoach. Das Wort habe ich mir selber ausgedacht, um halbwegs auszudrücken, was ich da tue.
Nämlich folgendes:
 Ich begleite Menschen, Firmen, Marken auf ihrem Weg ins Web. Ich stelle die Möglichkeiten dar, die es da heute so gibt und zusammen erarbeiten wir, welche davon klug sind und welche nicht. Wenn jetzt der kleine Handwerker von nebenan ganz dringend auch »auch zu facebook« will, dann rate ich auch schon mal ab; wenn jemand skeptisch oder sogar ängstlich ist, dann reden wir über diese Befürchtungen. Ich bemühe mich dabei, auf Augenhöhe mit meinen Kunden zu sprechen – eben im Sinne eines Coachings.

Und ganz frisch dabei ist noch etwas – quasi der NetzCoach B – nämlich meine Beratung für Schulen und Lehrer. Die besuche ich zum Beispiel auf einer Konferenz und erzähle ihnen etwas über das Internet und über das, was erst Web 2.0 und dann Social Web hieß. Oder, wenn sie schon Bescheid wissen aber es ihnen an eigenen Ideen mangelt, dann überlege ich mit ihnen zusammen, wie sie das Web aus dem PC-Raum raus in ihren Unterricht rein holen können. Ob das jetzt ein Blog ist, das die Klasse durchs Jahr oder durch eine Projektwoche begleitet oder ob die Ergebnisse aus dem Werkstattunterricht statt in Schnellheftern in einem Wiki dokumentiert werden – da gibt es viel schönes, was man da so tun kann.

Da ich in einem früheren Leben ja mal Lehramt studiert habe und ja auch sehr nah an einer Lehrerin dran lebe, habe ich meist noch ein ganz gutes Gefühl dafür, was denn der Lehrer-Alltag so an Anforderungen mit sich bringt; da kann man ja nicht einfach unser aller Internet-Liebe einfach drüberstülpen.

Die anderen:


Ähnliche Artikel lesen?

Außerdem schrieb ich zum gleichen oder ähnlichen Themen auch noch …

Ich finde den Artikel super!

Das freut mich natürlich sehr.

Du kannst den Artikel weiter verbreiten
Du meinst, der Artikel könnte auch anderen gefallen? Dann findest Du etwas weiter oben auf dieser Seite, direkt rechts unten am Artikel ein paar Buttons. Damit kannst Du den Artikel per eMail, Twitter, facebook oder google+ weiter verteilen. Ich würde mich darüber freuen.

Mir ein Geschenk machen? Uiuiuiui.
Gefallen Dir meine Artikel immer wieder, schöder Mammon ist Dir aber zu doof? Dann mach mir doch eine Überraschung: Hier findet Du meine amazon-Wishlist mit ausgesuchten und garantiert Freude spendenden Präsenten zwischen fünf und zweitausenfünfhundert Euro – da ist bestimmt was passendes dabei.

Geld? Wow.
Ist Dir mein Artikel darüber hinaus sogar noch etwas wert, dann findest Du bei den Icons zum Verbreiten des Artikels einen flattr-Button. Jeder Euro, der darüber reinkommt geht direkt weiter an netzpolitik.org.

Wer? Was? Warum?

Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

16 Reaktionen

Auch kommentieren? Zum Formular

Am 11.02.2013 um 14:40 Uhr sagte isabo:

Hey, ich hab mir der Quellcode angeguckt. Sowas kannst Du schreiben? Das ist ja total krass. Und wenn man irgendwo eine eckige Klammer vergisst, ist alles kaputt?
Oder gibts da auch so Programme wie bei Wordrpess, wo man den HTML-Code entweder von Handreinschreiben oder gleich auf „visuell“ umschalten kann, und dann geht das automatisch?

(Der Link zur Webwork-Manufaktur geht übrigens nicht so richtig. Was schon wieder super ist. Hihi.)


Am 11.02.2013 um 14:41 Uhr schriebisabo:

Ich wünsch mir eine „Kommentar bearbeiten“-Funktion.


Am 11.02.2013 um 15:20 Uhr schriebChristian:

Huch, so viele Fragen auf einmal.
Ja, ich schreibe das von Hand, ich kann das fließend (hab letztens bei Fremdsprachen auch „Englisch, HTML & CSS“ hingeschrieben …
Ja, eine fehlende Klammer kann alles kaputt machen. Eine zuviel auch.
Und: Jein, es gibts zwar solche Programme, aber die taugen nicht, deswegen von Hand.

Und: Ich schau mal nach einer Bearbeiten-Funktion ;)


Am 11.02.2013 um 15:36 Uhr kommentierte Kiki:

Es gibt dann noch so Mitteldingse, mit denen man von Hand aber semi-automatisiert coden kann ohne deswegen alles gleich in WYSIWYG (what you see is what you get)-Programmen wie Adobe Dreamweaver zu basteln.

Früher, also kurz nach der Balgerei auf den Thermopylen, benutzte man einen normalen Text-Editor für sein HTML & Co. Notepad oder TextEdit z.B., wo man wirklich alles von Hand schrauben musste. Und dann kamen die ersten „intelligenten“ Editoren auf, die einem durch farbliche Hinweise zeigten, wo man eine Klammer vergessen hatte zuzumachen.
Davon gibt es inzwischen ganz schön viele und einige wirklich gute und diese Teile mit so wohlklingenden Namen wie TextMate, Espresso, BBEdit etc dürften wohl die meisten Webworker inzwischen verwenden. (Ich selbst nutze übrigens Coda, weil das für Leute, die schwerpunktmäßig mit der rechten Gehirnhälfte arbeiten einfacher zu benutzen ist als andere Editoren. Aber ich bin auch kein Webworker wie Christian und das wäre vielleicht auch mal einen eigenen Blogeintrag wert …)


Am 12.02.2013 um 10:13 Uhr schriebjoerg:

Nur Jena (ausgerechnet die NewEconomy-Dotcom-Boomtown in der es vermutlich eine hohe Dichte an echten Webworkern gibt) passt nicht in dein Bild ;-)


Am 12.02.2013 um 10:14 Uhr schriebChristian:

Lange kein Switch mehr geguckt, hm?


Am 12.02.2013 um 10:36 Uhr kommentierte joerg:

Scheinbar nicht, letzte mal, dass ich es geguckt hab warn die doch aus Gelsenkirchen?


Dein Kommentar:

Du möchtest auch so ein hübsches Bild am Kommentar haben? Die Bilder gibts bei gravatar.com
Die Bedingungen für das Buchen eines kommerziellen Kommentars findest Du hier.


Auch anderswo wird darüber gesprochen …

[...] Christian Fischer (jawl), Blogparade: Und was machen Sie so beruflich? [...]
[...] Christian Fischer (jawl), Blogparade: Und was machen Sie so beruflich? [...]
[...] Christian Fischer (jawl), Blogparade: Und was machen Sie so beruflich? [...]
[…] Christian Fischer (jawl), Blogparade: Und was machen Sie so beruflich? […]
[…] Christian Fischer (jawl), Blogparade: Und was machen Sie so beruflich? […]
bytebaby

RT @jawl: Frisch gebloggt: Blogparade: Und was machen Sie so beruflich? Man blickt ja heute nicht mehr durch.
http://t.co/NpIXLVpo