Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Check your blind spots

Stellen wir uns doch mal eine Gruppe Freunde vor; eine Gruppe Freunde, die gerne zusammen Sport macht.

Einer ist dabei, der irgendwie immer bremst. Man muss beim Joggen immer auf ihn warten, beim Squash kriegt er die Bälle nicht, beim Basketball kommt er nicht an den Korb.
Aber weil ja alles kernige, gesunde Jungs sind, spricht er mit niemandem darüber.

Er merkt zwar, dass ihm alles schwerer fällt als den anderen, aber weiter denkt er auch nicht.

Eines Tages schlägt ihm eine Freundin vor, doch mal zum Arzt zu gehen. Sie hätte mal genau zugeschaut und ein bisschen den Verdacht, die seltsame Beule am Knie könnte ja ein Stock sein, der sich durchs Gelenk gebohrt hat – was ja die Schwierigkeiten, mit den anderen Schritt zu halten durchaus erklären würde.
Und ein Arzt könnte den Stock bestimmt entfernen – vielleicht würde es am Anfang ein wenig weh tun, aber auf Dauer wäre bestimmt alles viel besser.

Statt dankbar zu sein oder sich sein Knie auch nur mal einen Moment anzusehen reagiert er allerdings empört.

Absurd?
Dann ersetze „Sport“ durch „Leben“ und „Stock im Knie“ durch „Depression“ und lies nochmal.

3 Antworten zu “Check your blind spots”

  1. Christian sagt:

    „… reagiert er allerdings empört.“
    Die Einsicht darüber gehört wohl zum Schwierigsten überhaupt …

  2. Franoukwel sagt:

    Nicht alles, was hinkt, hat einen Stock im Knie.

»