Der Westen. Mobil.

Aus der Kategorie »just people«

Ihr erinnert Euch vielleicht? Vor ein paar Monaten war ich mal sehr genervt vom Online-Auftritt meiner Lokalzeitung, bzw. dem dahinter steckenden »Der Westen«. Ich schimpfte ein bisschen rum und stellte dann aber erfreut fest, dass sich in den Kommentaren jemand vom Westen meldete. Davor hatte ich dann schon Respekt, so etwas passiert ja nicht oft. Wir mailten dann ein bisschen hin und her und irgendwann hatte ich dann auch wieder einen RSS-Feed.

Noch einmal Respekt hatte ich vor knapp drei Wochen. Da bekam ich erneut eine Mail, in der ich gefragt wurde, ob ich mir den Rebrush der mobilen Version schon einmal vorab ansehen wolle.
Ich wollte gern.

Seit gestern ist der Rebrush online und so will ich meinen Eindruck hier auch gerne mal veröffentlichen.

Er ist ehrlich gesagt zwiegespalten.
Zum einen finde ich, dass die Mannschaft, die den Relaunch gemacht hat, eine ziemlich gute Arbeit geleistet hat.
Dadurch, dass ich ja eine Vorab-Version sehen konnte, war es mir möglich zwischen der alten und der neuen Version hin- und herzuschalten. Das ist natürlich ein ziemlicher Vorteil, denn so konnte mir auffallen:
Die Seiten sind deutlich besser lesbar, da hat jemand mit Sinn für Typographie am CSS geschraubt.
Die Artikel haben Zwischenüberschriften bekommen, die in der alten Version nicht vorhanden war, man kann jetzt deutlich besser Smartphone-typisch scannen.
Das ist beides richtig geil – und auch wenn es Änderungen sind, die den meisten Lesern wahrscheinlich gar nicht auffallen betone ich sie hier. Denn sie sorgen eben dafür, dass das Lesen unanstrengender wird, sind wirken sich extrem positiv auf das Lesen der einzelnen Artikel aus. Und das ist richtig viel wert.

Schön ist auch, dass man oben auf den Seiten jetzt von einem Slider begrüßt wird, mit dem man durch die wichtigen Headlines/Teaser durchwischen kann. Früher standen dort die Headlines in einer langen Liste untereinander – aber ich finde die Lösung jetzt deutlich schöner. Zum einen kann man jetzt mit einem deutlichen »App«-Gefühl mit dem Daumen durch die Headlines wischen – oder, wenn man will, schneller in die einzelnen Rubriken darunter gelangen.

Oben am Kopf der Seite findet sich neu eine Navigation, die den Zugriff auf die wichtigen Bereiche »Home«, »Lokales«, »Sport« und die »Rubriken« erlaubt. Darunter erscheint wenn nötig noch eine Unterauswahl, die auch wieder mit dem Daumen durch-»gewischt« werden kann.
Das alles ist schön, das gibt der Seite ein bisschen App-Feeling und macht Navigation und Lesen deutlich angenehmer.

Zusammengefasst: Es ist kein Relaunch, es ist ein Rebrush (und das war auch so angekündigt). Und den finde ich gelungen. Wenn man dann noch im Hinterkopf behält, dass auch der Westen in den letzten Wochen und Monaten ja nicht großzügig Personal aufgestockt hat *hust* – dann ist das alles ziemlich prima.

Jetzt kommt mein »Aber« – beziehungsweise ein paar Fragen:
Warum finde ich keine App im App-Store?
Warum muss ich mich im Jahr 2012 darüber freuen, dass die Seiten etwas App-ähnlicher geworden sind?
Warum ist der gesamte Online-Version meiner Lokalzeitung immer noch hauptsächlich ein Spiegel der Druck-Ausgabe – und dann auch noch ein schlechter, ein verspäteter und ein beschnittener?
Und warum zum Teufel finde ich die den Westen in der Liste der Verlage, die ein »Leistungsschutzrecht« fordern?
Oder anders: Warum kommt der Westen nicht im Internet und in der Realität des Jahres 2012 an?

Aber das sind Fragen, die eher Unternehmens-politisch sind und daher an den Verlag gehen. Deswegen also: Thumbs up für den Rebrush und ein großes Kopfschütteln an die Verlagspolitik dahinter.


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2 Reaktionen

Am 07.12.2012 um 17:08 Uhr schriebJohannes:

Ein Re-was? So nennt man das jetzt, wenn man sein Stylesheet ändert? Dann habe ich ja vorgestern auch rebrusht.


Am 07.12.2012 um 23:41 Uhr antwortete Christian:

Naja, ein bisschen mehr musst Du schon machen – bei Dir würde ich das vielleicht ein Rebrüschchen nennen :)


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