Die 2. Auflage der Bibel ist da

Aus der Kategorie »just work«

Ach so, sorry, nicht Deiner Bibel, die 2. Auflage meiner Bibel:

Dont make me think


Ähnliche Artikel lesen?

Außerdem schrieb ich zum gleichen oder ähnlichen Themen auch noch …

Ich finde den Artikel super!

Das freut mich natürlich sehr.

Du kannst den Artikel weiter verbreiten
Du meinst, der Artikel könnte auch anderen gefallen? Dann findest Du etwas weiter oben auf dieser Seite, direkt rechts unten am Artikel ein paar Buttons. Damit kannst Du den Artikel per eMail, Twitter, facebook oder google+ weiter verteilen. Ich würde mich darüber freuen.

Mir ein Geschenk machen? Uiuiuiui.
Gefallen Dir meine Artikel immer wieder, schöder Mammon ist Dir aber zu doof? Dann mach mir doch eine Überraschung: Hier findet Du meine amazon-Wishlist mit ausgesuchten und garantiert Freude spendenden Präsenten zwischen fünf und zweitausenfünfhundert Euro – da ist bestimmt was passendes dabei.

Geld? Wow.
Ist Dir mein Artikel darüber hinaus sogar noch etwas wert, dann findest Du bei den Icons zum Verbreiten des Artikels einen flattr-Button. Jeder Euro, der darüber reinkommt geht direkt weiter an netzpolitik.org.

Wer? Was? Warum?

Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

5 Reaktionen

Am 03.08.2006 um 14:21 Uhr schriebMannQuadrat:

Und? Steht was tolles neues drin? oder sind es die üblichen Erkenntnisse neu formuliert?


Am 04.08.2006 um 12:06 Uhr kommentierte Peter Neuhaus:

Ich schon wieder.

Ich kenne die 1. Auflage des Buches ebenso wenig wie die Neuauflage – und gehe gleichwohl davon aus, dass es ein sehr hilfreiches Buch sein muss, sonst hättest Du es nicht zu Deiner Bibel erkoren.

Aufgrund des Titels („Dieser unglaublichen Titel,“ dachte ich noch, „den können die ja wohl nicht ernst gemeint haben! Die meinten doch sicher: So wünscht sich das der User, aber dem werden wir mal zeigen, was wir können!“) habe ich mir mal das Amazon-Angebot angesehen und mir aufgrund der Informationen die etwas gestelzte Frage gestellt:

Was sind denn wohl die Messlatten, an denen sich Design messen lassen muss, wenn es Webseiten erzeugen will? Und siehe da, die Amazon-Redaktion (meint hier wohl: Marketing-Abteilung des Verlages) hat folgende Antwort: „Dies sind die Messlatten, an denen sich Design messen lassen muss, wenn es Webseiten erzeugen will.“ Und listet zB auf:

„Der Titel des Buches ist gleichzeitig auch dessen oberster Leitsatz.“
„Wir analysieren nicht, wie etwas funktioniert, wir wursteln uns durch.“

Schon verstanden. Bei Users zuhause (Wer ist eigentlich: Wir?) wird also nicht analysiert, sondern „sich-so-durch-gewurstelt“. Na, so sieht die bekannte Welt ja auch aus. Aber wars das? Ist das alles: „Bitte stellen Sie das Rauchen und das Denken ein und bringen Sie Ihren Siz in eine träge Konsumhaltung“? Machen wir Gestalter das zu unserem Grundsatz: Achselzuckende Erfüllung niedrigster Erwartungen? Limbo-Tanz mit einer Latte auf 2,50 Meter Höhe?

Und was erwarten wir von unserem User, den wir ja immer da abholen wollen, wo er grad steht – und sei es unterhalb der Grasnarbe? Vielleicht das hier:

“ (dass er sich) … sich ohne Widerstand durch eine gut gestaltete Website zum Ziel klickt“

Hmmm. Warum eigentlich ohne Widerstand? Und warum ohne Denken? Warum sollten wir bittschön etwas gestalten, bei dessen Benutzung, Betrachtung, Wahrnehmung nicht nur nicht gedacht werden soll, sondern schlimmer noch: Durch angewendete Techniken das Denken möglichst minimiert und am besten gar ausgeschaltet werden soll.

Warum eigentlich?
Ich habe keine Ahnung. Außer: Wir wollen den User da abholen, wo er steht, auch wenn …

Was wir allüberall erleben: Gewisse Qualitäten werden uns wurst und wurster. Was die Produktionsfirma Degeto der ARD durch Rosamunde-Pilcher-Dünnpfiff-Verfilmungen macht, machen Großbuchhändler durch das palettenweise Abkippen schlechter Bücher im Verkaufsraum (bei gleichzeitigem Versperren der Sicht auf Literatur) – und machen Gestalter durch pingeligste Pflichterfüllung am unteren Niveauende, auf Geheiss einer wie auch immer begründeten Erwartung. Wir liefern, was gesehen wird. Ist das unser Auftrag? Und von wem kommt der? Ist das unser Wunsch? Unser Verlangen? Verschafft uns das Befriedigung? Ich meine: direkte Befriedigung – nicht die über den Umweg des Bankkontos. Ist das so?

Nö.

Bittebittebitte bestätige mir jemand, dass das Buch all diese Fragen zum Thema hat. Ansonsten warte ich weiter auf den nächsten Bücherherbst und ein Buch (oder einen Hinweis darauf), das neben dem möglicherweise prima Inhalt auch noch einen prima Titel trägt, der mich auffordert, meine 1.375 Gramm Gehirnmasse recht ordentlich und froh einsetzen zu sollen.

Make me think! Make the world rätsel! Make the user verdutzt. Und mindestens: Make me laugh!


Am 04.08.2006 um 13:02 Uhr wusste Christian:

Na, da hab ich ja das Wespennest getroffen :-)

Ich würde den Titel gerne ergänzen: „Don’t make me think. Or think about it first.
Oder so.

Aber: erstmal Regeln kennen, bevor man sie brechen kann. So funktionierts ja meist, wenn wirklich gutes entsteht.

Bleiben wir mal erst beim Print. Da kennen wir uns alle aus, das ist bekannt, erprobt und geübt. Man könnte ja zum Beispiel ein Theaterprogramm mal so gestalten, dass man es drehen und wenden muss. Da fliegt dann der ein oder andere aus der Kurve, kann damit nix anfangen und legt es wieder weg. Der weiss da nicht, warum der Tontechniker gern in Menden lebt. Schade. Oder auch nicht. Ist ja egal, er sitzt ja schon im Theater er wird da schon irgendwas mitnehmen.

Da ist er hingekommen, weil es das ein oder andere Plakat in der Stadt gab, wo zB Termine draufstanden. Und zwar lesbar und ohne arges Kopf-verdrehen. Und weil es Zeitungsartikel gab, in denen in leicht verständlichem Zeitungsdeutsch stand, dass das Theater was über Menden macht. Und lesbare Telefonnummern zum Kartenbestellen.

Kommen wir mal zum GUI-Design. das ist nicht so geübt, nicht so bekannt.
Da gibt es Menschen bei einer grossen FensterSoftware-Firma, die haben das nicht so raus. Die über zwar seit fast 20 jahren, aber irgendwie ist es nicht so der Bringer, der Benutzer ist oft verwirrt und unbefriedigt. Auch wenn es oft gar nicht soo schlecht aussieht. Aber das ist ja nicht alles.
Dann gibts da die Jungs von der Apfel anderen Software-Firma, die können das so, dass fast alle ihre Kisten anmachen und loslegen können. Ohne viele Fragen und sehr zufrieden.

Ist das jetzt schlechtes – weil kleinster gemeinsamer Nenner – Design?
Oder sehr gutes, weil man (jeder) es benutzen kann?

Und dann schauen wir uns im nächsten Schritt an, dass (mutige Schätzung meinerseits) ca 90% aller „Webdesigner“ vergessen, dass sie beim Gestalten auch GUI-Designer sind.
Die machen Sachen, die sehen auch ganz gut aus. Oder sogar richtig gut.
Aber: das ist ja nicht alles.
Wenn so eine Website zB noch etwas verkaufen soll, einen Shop haben, dann darf der Shop mich als User nicht verwirren.
Ich sitze nämlich noch nicht im Theater, ich hab die Karte noch nicht gekauft und es geht eh nicht um Kultur, sondern um Bücher / CDs / wasweissich.

Wenn der zukünftige Theaterbesucher die Telefonnummer anruft und da nicht eine freundliche ältere Dame fragt, wie viele Karten er denn haben möchte, sondern ihne eine Maschine nach Name, Alter, Wohnort usw fragt ist das unbefriedigend und Bullshit und ein paar Leute legen auf. Kennt jeder, der schon mal versucht hat die Telekom anzurufen.
Und wenn er dann am Ende keine Karte, sondern eine neue Telefonnummer bekommt, die ihn wieder nicht befriedigt (=Karten verkauft) isser weg.

Wenn Du im Buchladen davon überrascht wirst, dass die Kasse für rote Bücher NATÜRLICH samstags im Untergeschoss ist und Du aber NATÜRLICH nur kaufen darfst, wenn Du graue Socken trägst, dann hast Du vielleicht manchmal Lust auf das Experiment. Meist wirst Du aber einfach wieder gehen. Oder kaufst Du bei Internet-Shops, die Dir als erstes erzählen, dass Du mit Deinem safari auf Mac aber Randgruppe bist und nicht reindarfst?

Und darum geht es Herrn Krug.

Ich lese das Buch nicht so – und ich habe es erst recht nicht zu meiner persönlichen Bibel erkoren – dass es lowest-Level-Gestaltung fordert. Eher im Gegenteil.
Aber je nach Zweck darf meiner Meinung nach Gestaltung nicht verwirren. Nicht zum ratlosen Nachdenken abbremsen, sondern beim flüssigen Handeln helfen.
Und ganz bestimmt zum Nachdenken bringen. Aber zum Denken, weil sie gut ist, nicht weil sie schlecht ist.

Mehr gerne face2face :-)


Am 04.08.2006 um 19:04 Uhr sagte Peter Neuhaus:

… soviel noch vor dem face2face – und auch in der Hoffnung, noch weitere Kommentare zu fischen:

Gutes Gebrauchs-Design ist verständliches Gebrauchs-Design und eine gute Ladenkasse ist eine, die stets wiederfindbar ist – unabhängig von meinen Sockenfarbe.

Aber darum gings mir ja gar nicht.

Ich habe nur die Frage gestellt, warum jemand vom Denken abgehalten werden soll. Und ob das nicht eine Forderung ist, die ohnehin viel zu oft an die Kreativen herangetragen wird. Und wie wir damit umgehen können, wollen, müssen.

Mehr gerne auch face2face ;-)


Am 06.08.2006 um 11:48 Uhr wusste Tobias K.:

Meine Bibel hat inzwischen auch ein paar Auflagen mehr gesehen als Deine :-D


Dein Kommentar:

Du möchtest auch so ein hübsches Bild am Kommentar haben? Die Bilder gibts bei gravatar.com
Die Bedingungen für das Buchen eines kommerziellen Kommentars findest Du hier.