Die Bundesjugendspiele

Aus der Kategorie »just people«

Christine von Mama arbeitet hat – wie manche vielleicht mitbekommen haben – eine Petition zur Abschaffung der Bundesjugendspiele gestartet. Und wie es so ist, lädt das viele zum Nachdenken und dazu, ihre Meinung dazu aufzuschreiben ein.
Ja, mich auch.

Viele dieser Artikel beginnen mit der eigenen Sportunterrichts-Karriere der Schreibenden; ich will darauf, vollkommen untypisch für mich, verzichten.

Ich möchte lieber, vielleicht aber auch typisch für mich, versuchen, einen Schritt zurückzutreten.
Christine schreibt:

Sport sollte Spaß machen und ein positives Körpergefühl vermitteln. Aber die Bundesjugendspiele leben von Wertung: Aufwertung und Abwertung einzelner auf Kosten anderer. Oft ist das Lehrpersonal auch noch so unsensibel, die Unterschiede zwischen den Kindern besonders herauszustellen bei der anschließenden Vergabe der Urkunden in der Klasse. Bei einem Wettkampf gehöre es dazu, heißt es dann. Aber welchen Sinn hat ein Wettkampf, dem man sich nicht freiwillig stellt und bei dem Einzelne schon vorher wissen, dass sie am unteren Ende der Leistungsskala sein werden?

Und da stimme ich ihr erst einmal in vielen Punkten zu. Sport sollte Spaß machen und ein positives Gefühl vermitteln, da bin ich vollkommen dabei. Und ja, die Bundesjugendspiele leben von der Wertung.
Aber, da mag ich ergänzen: Wie das gesamte Schulsystem übrigens auch von Wertung lebt. Und das Berufsleben auch. Schaut man sich manche Nachbarschaftsverhältnisse an, möchte man ergänzen: Wie das gesamte Leben.
Den wenigsten davon stelle ich mich übrigens freiwillig; ich persönlich würde gerne einfach nur hier sitzen und ich kenne viele, denen es da genau so geht.

Schaut man auf die Menschheitsgeschichte zurück zieht sich aber der Vergleich mit anderen wie ein roter Faden durch die Zeiten: Wer hat die größere Keule, wer das größere Stück vom Bison, wer hat mehr Land, wer hat mehr Weibchen und so weiter und so weiter. Vieles davon konnte die sogenannte Zivilisation zum Glück in geordnete Bahnen lenken: Der Vergleich um die größere Keule wurde irgendwann größtenteils als unerwünschte Gewalt erkannt, Landbesitz nahm an Wichtigkeit ab, Vielweiberei verlor ebenfalls an Bedeutung und heute misst sich der, der möchte dann eher mit der Anzahl der Prozessoren im Laptop.

Oder aber auch im Sport. Die alten Griechen erfanden die Olympischen Spiele und schaut man sich alle vier Jahre zu den Spielen, zur W- oder EM auf den Straßen und den Medien um, dann sind solche Wettkämpfe auch immer noch recht beliebt.

Ich möchte insgesamt die These aufstellen, dass der Wunsch, sich zu vergleichen dem Menschen inne wohnt. Ob das jetzt gut oder schlecht ist sei dahin gestellt, aber ich nehme es einfach mal so hin.

Zurück zu den Bundesjugendspielen: Das alles aber macht sie keinesfalls zu einer guten Veranstaltung. Die derzeit in Deutschland gelebte Schulpraxis und das gnadenlose gegeneinander Ausspielen von Kollegen in Betrieben übrigens auch nicht.

Schaue ich mir dann aber solche Bundesjugendspiele, schaue ich mir den im Rahmen der Diskussion auch arg beschossenen Sportunterricht in Schulen mal genauer an, dann bemerke ich ein paar Punkte, gegen die ich jede Petition der Welt sofort unterschreiben würde:

Da wird bemängelt, dass der Sportunterricht nicht auf die sogenannten „Spiele“ vorbereitet. Eine Praxis, die in jedem anderen Fach zu berechtigten Proteststürmen führen würde. Mal ganz konkret: Geometrie-Arbeiten am Ende einer Algebra-Reihe? Undenkbar.
Gebt mir also bitte die Petition zur Reform des Sportunterrichts!

Da wird bemängelt, dass Sportlehrer oft einfach nur sadistisches Pack sind. Bezieht man mit ein, dass meist diejenigen Sportlehrer werden, bei denen es zur Sportler-Karriere haarscharf nicht gereicht hat, und die deswegen aus Verzweiflung am Schluss des Studiums halt auf Lehramt umgeschwenkt sind, dann mag ich zumindest unterstellen, dass da bei der Berufswahl nicht die Begeisterung an der pädagogischen Arbeit mit Kindern im Vordergrund stand.
Bitte also eine Petition zur Reform der Lehrer-Ausbildung!

Da wird bemängelt, dass die Spiele – teilweise sogar vom Lehrer gefördert – mit Ohnmachts- und Demütigungsgefühlen der nicht-so-guten verbunden sind. Das ist aber nicht nur im Sport so. Wer je an der Tafel stand und die Tangente von X^2 nicht fand, wer je an der Karte die Nebenflüsse des Neckar nicht fand – oder nicht mal den Neckar oder eigentlich nichtmal das verf**te Deutschland weil alle guckten und das Hirn abgeschaltet hatte, der kennt exakt die gleichen Gefühle. Und alleine ich persönlich kenne genug Lehrerinnen und Lehrer, die das ebenso zelebrierten wie meine Sportlehrer, dass es empirisch zur Verallgemeinerung ausreichen dürfte.
Also gleich die Petition zur Reform der Lehrer-Ausbildung nochmal unterschreiben!

Was ich sagen will: Wir alle haben immer wieder Situationen, in denen wir gemessen, bewertet, verglichen werden. Und in all diesen Situationen können wir die Anforderungen erfüllen – oder weniger oder gar nicht.
Aber es hängt – zumindest in der Schule – von den Lehrkräften ab, ob sich am Ende des Vergleichs „Gewinner“ und „Verlierer“ gegenüber stehen oder welche, die das gut konnten und welche, die das weniger gut konnten.
Total revolutionäre pädagogische Idee: Vielleicht können sich ja die, die gut werfen können mit denen, die wissen wo der dämliche Neckar liegt treffen und sich gegenseitig zeigen, wie’s geht.
Gucke ich mir meine eigene Klasse oder auch den typischen amerikanischen College-Film an passt das ganz gut: man ist entweder Deutscharbeits-Checker oder Quarterback.

Ich habe nur dummerweise den Eindruck, dass besonders Deutschland gut darin ist, in den Kategorien Gewinner vs. Verlierer zu denken. Denke ich zum Beispiel an die Startup-Szene, höre ich häufig, es sei in Deutschland so schwer, weil man einen, der einmal gescheitert ist nie mehr aufstehen ließe. Wohingegen in Amerika dem, der zwei oder drei gescheiterte Versuche hinter sich habe und es dann schaffe mehr Respekt gezollt würde als anderen.
Ich höre auch aus internationalen Firmen häufig, dass asiatische Kontakte eine Ablehnung gerne begründet bekommen, weil sie dann aus ihren Fehlern lernen und es beim nächsten Mal besser machen können.

Beides scheinen mir Zeichen dafür zu sein, dass es dort jeweils einen anderen Umgang mit dem Scheitern oder dem nicht-gut-können gibt. Ob der jetzt jeweils in den Ländern perfekt ist – keine Ahnung. Aber man muss ja nicht alles kopieren und könnte es ja selbst einfach mal gut machen.

Ich halte es für falsch – um mal aus dem großen Bogen zurück zu kommen – jede Form von Wettbewerb von Kindern fern zu halten. Auch vollkommen weit weg von jeder Form von Sozialdarwinismus muss ich mich wohl damit abfinden, dass Wettbewerb wohl da ist.
Ich halte es aber für absolut unbedingt notwendig, Kindern einen neuen, anderen, fairen, partnerschaftlichen Umgang miteinander zu vermitteln, so dass der Wettbewerb ein Wettbewerb bleibt und nicht eine Gelegenheit, sich über den anderen zu erheben und ihn zu verspotten.
Egal, ob an der Sprunggrube oder an der Deutschlandkarte.

Und wo wir schon mal dabei sind: Uns selbst täte ein anderer Umgang auch oft ganz gut.


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Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

11 Reaktionen

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Am 29.06.2015 um 1:39 Uhr sagte Mary:

Die meisten Schulfächer sind darauf ausgerichtet, relevantes Wissen oder Fertigkeiten zu vermitteln, es gilt mehr oder weniger konkrete Lernziele zu erreichen. Ob dabei der direkte Wettbewerb so hilfreich ist, sei dahin gestellt, aber darin liegt meines achtens der primäre Unterschied, der jeden Vergleich mit anderen Schulfächern obsolet macht.
PRIMÄRES ZIEL DES SPORTUNTERRICHTS ist aber (an sich) nicht das Erreichen eines bestimmten Lernziels (niemand muss dringend gut Fußball oder Tischtennis spielen können), sondern ZUM SPORT ZU MOTIVIEREN, WEIL SPORT NUN MAL GESUND IST!
Es ist also nicht nur fragwürdig, sondern komplett kontraproduktiv, hier grundsätzlich auf Wettbewerb zu setzen, also auf ein psychologisches Konzept, dass in dem Fall genau jene demotiviert, die die Motivation eigentlich brauchen – geborene Sportskanonen brauchen weder Sportunterricht noch verpflichtende Bundesjugendspiele, die rennen von selbst in die Vereine.
Und glaub mir, die pummeligen, schmächtigen oder sonstwie weniger gut für den sportlichen Wettbewerb ausgestatteten Kinder brauchen keine Bundesjugendspiele um die Härten des Lebens kennen zu lernen…


Am 29.06.2015 um 9:17 Uhr ergänzte Christian:

Hallo Mary, Mein Gott, warum schreist Du denn so?

Zweitens: Hast Du meinen Text gelesen?

Drittens: Ich habe mal – das hätte ich schon viel eher tun sollen – in den Lehrplänen(NRW)* geschaut, wozu Sportunterricht eigentlich da ist. ich zitiere:
– Wahrnehmungsfähigkeit verbessern, Bewegungserfahrungen erweitern
– Sich körperlich ausdrücken, Bewegungen gestalten
– Etwas wagen und verantworten
– Das Leisten erfahren, verstehen und einschätzen
– Kooperieren, wettkämpfen und sich verständigen
– Gesundheit fördern, Gesundheitsbewusstsein entwickeln

Da ist „motivieren, weil Sport nun mal gesund ist“ nur einer von sechs Punkten.

Übrigens steht da der Wettkampfgedanke ausdrücklich drin.

Und nochmal zurück zu meiner Frage an Dich: Hast Du meinen Text gelesen? Schaue ich mir Kinder an, dann wollen sie sich oft sehr gerne messen – so wied er Rest der Menschheit irgendwie auch.
Und deswegen sage ich ja: Wettkampf an sich ist – egal ob gut oder nicht – offensichtlich da. Aber der Umgang mit dem Wettkampf, der Umgang mit Sieg oder Niederlage – der gehört dringend verändert.

Darf ich weiterhin fragen, worauf Deine Behauptung, dass Wettbewerb die demotiviert, die die Motivation brauchen beruht? Gibts da Studien? Mir wäre das in der Klarheit nämlich neu.

*) http://www.schulentwicklung.nrw.de/lehrplaene/upload/lehrplaene_download/gymnasium_g8/G8_Sport_Endfassung2.pdf


Am 29.06.2015 um 18:47 Uhr ergänzte Stjama:

Ich denke viel über diese Bundesjugendspielgeschichte nach, und dein Artikel hat mir dabei sehr weitergeholfen, auch wenn ich dir nicht in jedem Punkt zustimme. Wettbewerb komplett von Kindern fernzuhalten ist sicher nicht möglich und auch nicht sinnvoll. Aber ich glaube kaum, dass dazu künstliche Wettbewerbe nötig sind, der passiert unter den Kindern schon von ganz alleine. Das vielgehörte Argument, dass Wettbewerb eben zu unserer Gesellschaft (zum Schulsystem, zum Arbeitsleben etc.) dazugehört, lasse ich nur zur Hälfte gelten, denn genau das finde ich nicht gut. Meiner Meinung nach läuft da viel zu viel Wettbewerb in der ganz falschen Richtung, und zum Glück tut sich da in den letzten Jahren und Jahrzehnten ja auch einiges. Noten in der Schule greifen viel zu kurz (was so gut wie alle Alternativschulkonzepte schon lange wissen und anders umsetzen und was auch in den Regelschul-Lehrplänen behutsam anklingt, ohne allerdings den Lehrern irgendeine Handhabe zu alternativen Möglichkeiten zu verschaffen). In vielen Firmen ist es zum Glück nicht mehr Realität, dass nur nach vergleichbaren Kriterien (Noten, Zertifikaten … ) eingestellt wird. Immer mehr Personaler versuchen, einen kleinen Einblick in die Persönlichkeit, in die berühmten Soft Skills der Bewerber zu bekommen, und das ist sehr, sehr gut.

Als ich gerade mit meinem Mann über das Thema Bundesjugendwettspiele diskutiert habe, sagte er aber noch einen Satz, der eigentlich jede weitere Diskussion erübrigt: „Stell dir mal vor, was los wäre, wenn ab sofort jeder Schüler einmal im Jahr zu „Jugend musiziert“ gehen müsste.“ Bitte einmal vorsingen, Rhythmusprüfung, Noten nach Gehör aufschreiben und ein Instrument spielen, wer gut ist, bekommt Sieger- und Ehrenurkunden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass so ein Vorschlag auch nur den Hauch einer Chance hätte, durchzukommen, aus guten Gründen. Aus den gleichen Gründen, aus denen auch die Bundesjugendwettspiele längst überholt sind.

Viele Grüße,
Stjama


Am 29.06.2015 um 20:48 Uhr kommentierte Christian:

Was für eine schöne Idee, ein Musikwettbewerb!
Da hätte ich trotz jahrelangem Bass-Spielens genau so verloren …

Um das vielleicht nochmal in zwei klaren Sätzen zu sagen: Ich halte die Bundesjugendsopiele in ihrer jetzigen Form für eine Katastrophe.

Ich halte aber auch diese Petition für nicht gut, denn sie greift nur ein Symptom von vielen an, aber überhaupt nicht die Ursachen.

… und über die sprichst Du ja eigentlich ziemlich viel: Ich denke, wir alle müssen einen anderen Umgang mit Wettbewerb jeder Art bekommen (und ja, es gibt ein paar zarte Pflänzchen).
Die Frage ist doch: Warum haben Kinder Angst vor diesem(!) Wettbewerb? Warum ist „wer eher da ist!!“ aber bei Kindern ein völlig normaler riesen Spaß?
Ich fände eigentlich schön, was in den Lehrplänen steht: „Kooperieren, wettkämpfen und sich verständigen“ – wenn ich nicht denken würde, dass „kooperieren“ und „sich verständigen“ nur als Worthülsen den Weg in den Unterricht finden.


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Auch anderswo wird darüber gesprochen …

Die meisten Schulfächer sind darauf ausgerichtet, relevantes Wissen oder Fertigkeiten zu vermitteln, es gilt mehr oder weniger konkrete Lernziele zu erreichen. Ob dabei der direkte Wettbewerb so hilfreich ist, sei dahin gestellt, aber darin liegt meines achtens der primäre Unterschied, der jeden Vergleich mit anderen Schulfächern obsolet macht. PRIMÄRES ZIEL DES SPORTUNTERRICHTS ist aber (an sich) nicht das Erreichen eines bestimmten Lernziels (niemand muss dringend gut Fußball oder Tischtennis spielen können), sondern ZUM SPORT ZU MOTIVIEREN, WEIL SPORT NUN MAL GESUND IST! Es ist also nicht nur fragwürdig, sondern komplett kontraproduktiv, hier grundsätzlich auf Wettbewerb zu setzen, also auf ein psychologisches Konzept, dass in dem Fall genau jene demotiviert, die die Motivation eigentlich brauchen - geborene Sportskanonen brauchen weder Sportunterricht noch verpflichtende Bundesjugendspiele, die rennen von selbst in die Vereine. Und glaub mir, die pummeligen, schmächtigen oder sonstwie weniger gut für den sportlichen Wettbewerb ausgestatteten Kinder brauchen keine Bundesjugendspiele um die Härten des Lebens kennen zu lernen...
Hallo Mary, Mein Gott, warum schreist Du denn so?Zweitens: Hast Du meinen Text gelesen?Drittens: Ich habe mal - das hätte ich schon viel eher tun sollen - in den Lehrplänen(NRW)* geschaut, wozu Sportunterricht eigentlich da ist. ich zitiere:- Wahrnehmungsfähigkeit verbessern, Bewegungserfahrungen erweitern - Sich körperlich ausdrücken, Bewegungen gestalten- Etwas wagen und verantworten- Das Leisten erfahren, verstehen und einschätzen- Kooperieren, wettkämpfen und sich verständigen- Gesundheit fördern, Gesundheitsbewusstsein entwickeln Da ist „motivieren, weil Sport nun mal gesund ist“ nur einer von sechs Punkten.Übrigens steht da der Wettkampfgedanke ausdrücklich drin.Und nochmal zurück zu meiner Frage an Dich: Hast Du meinen Text gelesen? Schaue ich mir Kinder an, dann wollen sie sich oft sehr gerne messen - so wied er Rest der Menschheit irgendwie auch.Und deswegen sage ich ja: Wettkampf an sich ist - egal ob gut oder nicht - offensichtlich da. Aber der Umgang mit dem Wettkampf, der Umgang mit Sieg oder Niederlage - der gehört dringend verändert.Darf ich weiterhin fragen, worauf Deine Behauptung, dass Wettbewerb die demotiviert, die die Motivation brauchen beruht? Gibts da Studien? Mir wäre das in der Klarheit nämlich neu.*) http://www.schulentwicklung.nrw.de/lehrplaene/upload/lehrplaene_download/gymnasium_g8/G8_Sport_Endfassung2.pdf
Ich denke viel über diese Bundesjugendspielgeschichte nach, und dein Artikel hat mir dabei sehr weitergeholfen, auch wenn ich dir nicht in jedem Punkt zustimme. Wettbewerb komplett von Kindern fernzuhalten ist sicher nicht möglich und auch nicht sinnvoll. Aber ich glaube kaum, dass dazu künstliche Wettbewerbe nötig sind, der passiert unter den Kindern schon von ganz alleine. Das vielgehörte Argument, dass Wettbewerb eben zu unserer Gesellschaft (zum Schulsystem, zum Arbeitsleben etc.) dazugehört, lasse ich nur zur Hälfte gelten, denn genau das finde ich nicht gut. Meiner Meinung nach läuft da viel zu viel Wettbewerb in der ganz falschen Richtung, und zum Glück tut sich da in den letzten Jahren und Jahrzehnten ja auch einiges. Noten in der Schule greifen viel zu kurz (was so gut wie alle Alternativschulkonzepte schon lange wissen und anders umsetzen und was auch in den Regelschul-Lehrplänen behutsam anklingt, ohne allerdings den Lehrern irgendeine Handhabe zu alternativen Möglichkeiten zu verschaffen). In vielen Firmen ist es zum Glück nicht mehr Realität, dass nur nach vergleichbaren Kriterien (Noten, Zertifikaten … ) eingestellt wird. Immer mehr Personaler versuchen, einen kleinen Einblick in die Persönlichkeit, in die berühmten Soft Skills der Bewerber zu bekommen, und das ist sehr, sehr gut.Als ich gerade mit meinem Mann über das Thema Bundesjugendwettspiele diskutiert habe, sagte er aber noch einen Satz, der eigentlich jede weitere Diskussion erübrigt: "Stell dir mal vor, was los wäre, wenn ab sofort jeder Schüler einmal im Jahr zu "Jugend musiziert" gehen müsste." Bitte einmal vorsingen, Rhythmusprüfung, Noten nach Gehör aufschreiben und ein Instrument spielen, wer gut ist, bekommt Sieger- und Ehrenurkunden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass so ein Vorschlag auch nur den Hauch einer Chance hätte, durchzukommen, aus guten Gründen. Aus den gleichen Gründen, aus denen auch die Bundesjugendwettspiele längst überholt sind.Viele Grüße,Stjama
Was für eine schöne Idee, ein Musikwettbewerb!Da hätte ich trotz jahrelangem Bass-Spielens genau so verloren …Um das vielleicht nochmal in zwei klaren Sätzen zu sagen: Ich halte die Bundesjugendsopiele in ihrer jetzigen Form für eine Katastrophe.Ich halte aber auch diese Petition für nicht gut, denn sie greift nur ein Symptom von vielen an, aber überhaupt nicht die Ursachen.… und über die sprichst Du ja eigentlich ziemlich viel: Ich denke, wir alle müssen einen anderen Umgang mit Wettbewerb jeder Art bekommen (und ja, es gibt ein paar zarte Pflänzchen).Die Frage ist doch: Warum haben Kinder Angst vor diesem(!) Wettbewerb? Warum ist „wer eher da ist!!“ aber bei Kindern ein völlig normaler riesen Spaß?Ich fände eigentlich schön, was in den Lehrplänen steht: „Kooperieren, wettkämpfen und sich verständigen“ - wenn ich nicht denken würde, dass „kooperieren“ und „sich verständigen“ nur als Worthülsen den Weg in den Unterricht finden.
Mary

Die meisten Schulfächer sind darauf ausgerichtet, relevantes Wissen oder Fertigkeiten zu vermitteln, es gilt mehr oder weniger konkrete Lernziele zu erreichen. Ob dabei der direkte Wettbewerb so hilfreich ist, sei dahin gestellt, aber darin liegt meines achtens der primäre Unterschied, der jeden Vergleich mit anderen Schulfächern obsolet macht.
PRIMÄRES ZIEL DES SPORTUNTERRICHTS ist aber (an sich) nicht das Erreichen eines bestimmten Lernziels (niemand muss dringend gut Fußball oder Tischtennis spielen können), sondern ZUM SPORT ZU MOTIVIEREN, WEIL SPORT NUN MAL GESUND IST!
Es ist also nicht nur fragwürdig, sondern komplett kontraproduktiv, hier grundsätzlich auf Wettbewerb zu setzen, also auf ein psychologisches Konzept, dass in dem Fall genau jene demotiviert, die die Motivation eigentlich brauchen – geborene Sportskanonen brauchen weder Sportunterricht noch verpflichtende Bundesjugendspiele, die rennen von selbst in die Vereine.
Und glaub mir, die pummeligen, schmächtigen oder sonstwie weniger gut für den sportlichen Wettbewerb ausgestatteten Kinder brauchen keine Bundesjugendspiele um die Härten des Lebens kennen zu lernen…

Christian

Hallo Mary, Mein Gott, warum schreist Du denn so?

Zweitens: Hast Du meinen Text gelesen?

Drittens: Ich habe mal – das hätte ich schon viel eher tun sollen – in den Lehrplänen(NRW)* geschaut, wozu Sportunterricht eigentlich da ist. ich zitiere:
– Wahrnehmungsfähigkeit verbessern, Bewegungserfahrungen erweitern
– Sich körperlich ausdrücken, Bewegungen gestalten
– Etwas wagen und verantworten
– Das Leisten erfahren, verstehen und einschätzen
– Kooperieren, wettkämpfen und sich verständigen
– Gesundheit fördern, Gesundheitsbewusstsein entwickeln

Da ist „motivieren, weil Sport nun mal gesund ist“ nur einer von sechs Punkten.

Übrigens steht da der Wettkampfgedanke ausdrücklich drin.

Und nochmal zurück zu meiner Frage an Dich: Hast Du meinen Text gelesen? Schaue ich mir Kinder an, dann wollen sie sich oft sehr gerne messen – so wied er Rest der Menschheit irgendwie auch.
Und deswegen sage ich ja: Wettkampf an sich ist – egal ob gut oder nicht – offensichtlich da. Aber der Umgang mit dem Wettkampf, der Umgang mit Sieg oder Niederlage – der gehört dringend verändert.

Darf ich weiterhin fragen, worauf Deine Behauptung, dass Wettbewerb die demotiviert, die die Motivation brauchen beruht? Gibts da Studien? Mir wäre das in der Klarheit nämlich neu.

*) http://www.schulentwicklung.nrw.de/lehrplaene/upload/lehrplaene_download/gymnasium_g8/G8_Sport_Endfassung2.pdf

Stjama

Ich denke viel über diese Bundesjugendspielgeschichte nach, und dein Artikel hat mir dabei sehr weitergeholfen, auch wenn ich dir nicht in jedem Punkt zustimme. Wettbewerb komplett von Kindern fernzuhalten ist sicher nicht möglich und auch nicht sinnvoll. Aber ich glaube kaum, dass dazu künstliche Wettbewerbe nötig sind, der passiert unter den Kindern schon von ganz alleine. Das vielgehörte Argument, dass Wettbewerb eben zu unserer Gesellschaft (zum Schulsystem, zum Arbeitsleben etc.) dazugehört, lasse ich nur zur Hälfte gelten, denn genau das finde ich nicht gut. Meiner Meinung nach läuft da viel zu viel Wettbewerb in der ganz falschen Richtung, und zum Glück tut sich da in den letzten Jahren und Jahrzehnten ja auch einiges. Noten in der Schule greifen viel zu kurz (was so gut wie alle Alternativschulkonzepte schon lange wissen und anders umsetzen und was auch in den Regelschul-Lehrplänen behutsam anklingt, ohne allerdings den Lehrern irgendeine Handhabe zu alternativen Möglichkeiten zu verschaffen). In vielen Firmen ist es zum Glück nicht mehr Realität, dass nur nach vergleichbaren Kriterien (Noten, Zertifikaten … ) eingestellt wird. Immer mehr Personaler versuchen, einen kleinen Einblick in die Persönlichkeit, in die berühmten Soft Skills der Bewerber zu bekommen, und das ist sehr, sehr gut.

Als ich gerade mit meinem Mann über das Thema Bundesjugendwettspiele diskutiert habe, sagte er aber noch einen Satz, der eigentlich jede weitere Diskussion erübrigt: „Stell dir mal vor, was los wäre, wenn ab sofort jeder Schüler einmal im Jahr zu „Jugend musiziert“ gehen müsste.“ Bitte einmal vorsingen, Rhythmusprüfung, Noten nach Gehör aufschreiben und ein Instrument spielen, wer gut ist, bekommt Sieger- und Ehrenurkunden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass so ein Vorschlag auch nur den Hauch einer Chance hätte, durchzukommen, aus guten Gründen. Aus den gleichen Gründen, aus denen auch die Bundesjugendwettspiele längst überholt sind.

Viele Grüße,
Stjama

Christian

Was für eine schöne Idee, ein Musikwettbewerb!
Da hätte ich trotz jahrelangem Bass-Spielens genau so verloren …

Um das vielleicht nochmal in zwei klaren Sätzen zu sagen: Ich halte die Bundesjugendsopiele in ihrer jetzigen Form für eine Katastrophe.

Ich halte aber auch diese Petition für nicht gut, denn sie greift nur ein Symptom von vielen an, aber überhaupt nicht die Ursachen.

… und über die sprichst Du ja eigentlich ziemlich viel: Ich denke, wir alle müssen einen anderen Umgang mit Wettbewerb jeder Art bekommen (und ja, es gibt ein paar zarte Pflänzchen).
Die Frage ist doch: Warum haben Kinder Angst vor diesem(!) Wettbewerb? Warum ist „wer eher da ist!!“ aber bei Kindern ein völlig normaler riesen Spaß?
Ich fände eigentlich schön, was in den Lehrplänen steht: „Kooperieren, wettkämpfen und sich verständigen“ – wenn ich nicht denken würde, dass „kooperieren“ und „sich verständigen“ nur als Worthülsen den Weg in den Unterricht finden.

Mary

Die meisten Schulfächer sind darauf ausgerichtet, relevantes Wissen oder Fertigkeiten zu vermitteln, es gilt mehr oder weniger konkrete Lernziele zu erreichen. Ob dabei der direkte Wettbewerb so hilfreich ist, sei dahin gestellt, aber darin liegt meines achtens der primäre Unterschied, der jeden Vergleich mit anderen Schulfächern obsolet macht.
PRIMÄRES ZIEL DES SPORTUNTERRICHTS ist aber (an sich) nicht das Erreichen eines bestimmten Lernziels (niemand muss dringend gut Fußball oder Tischtennis spielen können), sondern ZUM SPORT ZU MOTIVIEREN, WEIL SPORT NUN MAL GESUND IST!
Es ist also nicht nur fragwürdig, sondern komplett kontraproduktiv, hier grundsätzlich auf Wettbewerb zu setzen, also auf ein psychologisches Konzept, dass in dem Fall genau jene demotiviert, die die Motivation eigentlich brauchen – geborene Sportskanonen brauchen weder Sportunterricht noch verpflichtende Bundesjugendspiele, die rennen von selbst in die Vereine.
Und glaub mir, die pummeligen, schmächtigen oder sonstwie weniger gut für den sportlichen Wettbewerb ausgestatteten Kinder brauchen keine Bundesjugendspiele um die Härten des Lebens kennen zu lernen…

Christian

Hallo Mary, Mein Gott, warum schreist Du denn so?

Zweitens: Hast Du meinen Text gelesen?

Drittens: Ich habe mal – das hätte ich schon viel eher tun sollen – in den Lehrplänen(NRW)* geschaut, wozu Sportunterricht eigentlich da ist. ich zitiere:
– Wahrnehmungsfähigkeit verbessern, Bewegungserfahrungen erweitern
– Sich körperlich ausdrücken, Bewegungen gestalten
– Etwas wagen und verantworten
– Das Leisten erfahren, verstehen und einschätzen
– Kooperieren, wettkämpfen und sich verständigen
– Gesundheit fördern, Gesundheitsbewusstsein entwickeln

Da ist „motivieren, weil Sport nun mal gesund ist“ nur einer von sechs Punkten.

Übrigens steht da der Wettkampfgedanke ausdrücklich drin.

Und nochmal zurück zu meiner Frage an Dich: Hast Du meinen Text gelesen? Schaue ich mir Kinder an, dann wollen sie sich oft sehr gerne messen – so wied er Rest der Menschheit irgendwie auch.
Und deswegen sage ich ja: Wettkampf an sich ist – egal ob gut oder nicht – offensichtlich da. Aber der Umgang mit dem Wettkampf, der Umgang mit Sieg oder Niederlage – der gehört dringend verändert.

Darf ich weiterhin fragen, worauf Deine Behauptung, dass Wettbewerb die demotiviert, die die Motivation brauchen beruht? Gibts da Studien? Mir wäre das in der Klarheit nämlich neu.

*) http://www.schulentwicklung.nrw.de/lehrplaene/upload/lehrplaene_download/gymnasium_g8/G8_Sport_Endfassung2.pdf

Stjama

Ich denke viel über diese Bundesjugendspielgeschichte nach, und dein Artikel hat mir dabei sehr weitergeholfen, auch wenn ich dir nicht in jedem Punkt zustimme. Wettbewerb komplett von Kindern fernzuhalten ist sicher nicht möglich und auch nicht sinnvoll. Aber ich glaube kaum, dass dazu künstliche Wettbewerbe nötig sind, der passiert unter den Kindern schon von ganz alleine. Das vielgehörte Argument, dass Wettbewerb eben zu unserer Gesellschaft (zum Schulsystem, zum Arbeitsleben etc.) dazugehört, lasse ich nur zur Hälfte gelten, denn genau das finde ich nicht gut. Meiner Meinung nach läuft da viel zu viel Wettbewerb in der ganz falschen Richtung, und zum Glück tut sich da in den letzten Jahren und Jahrzehnten ja auch einiges. Noten in der Schule greifen viel zu kurz (was so gut wie alle Alternativschulkonzepte schon lange wissen und anders umsetzen und was auch in den Regelschul-Lehrplänen behutsam anklingt, ohne allerdings den Lehrern irgendeine Handhabe zu alternativen Möglichkeiten zu verschaffen). In vielen Firmen ist es zum Glück nicht mehr Realität, dass nur nach vergleichbaren Kriterien (Noten, Zertifikaten … ) eingestellt wird. Immer mehr Personaler versuchen, einen kleinen Einblick in die Persönlichkeit, in die berühmten Soft Skills der Bewerber zu bekommen, und das ist sehr, sehr gut.

Als ich gerade mit meinem Mann über das Thema Bundesjugendwettspiele diskutiert habe, sagte er aber noch einen Satz, der eigentlich jede weitere Diskussion erübrigt: „Stell dir mal vor, was los wäre, wenn ab sofort jeder Schüler einmal im Jahr zu „Jugend musiziert“ gehen müsste.“ Bitte einmal vorsingen, Rhythmusprüfung, Noten nach Gehör aufschreiben und ein Instrument spielen, wer gut ist, bekommt Sieger- und Ehrenurkunden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass so ein Vorschlag auch nur den Hauch einer Chance hätte, durchzukommen, aus guten Gründen. Aus den gleichen Gründen, aus denen auch die Bundesjugendwettspiele längst überholt sind.

Viele Grüße,
Stjama

Christian

Was für eine schöne Idee, ein Musikwettbewerb!
Da hätte ich trotz jahrelangem Bass-Spielens genau so verloren …

Um das vielleicht nochmal in zwei klaren Sätzen zu sagen: Ich halte die Bundesjugendsopiele in ihrer jetzigen Form für eine Katastrophe.

Ich halte aber auch diese Petition für nicht gut, denn sie greift nur ein Symptom von vielen an, aber überhaupt nicht die Ursachen.

… und über die sprichst Du ja eigentlich ziemlich viel: Ich denke, wir alle müssen einen anderen Umgang mit Wettbewerb jeder Art bekommen (und ja, es gibt ein paar zarte Pflänzchen).
Die Frage ist doch: Warum haben Kinder Angst vor diesem(!) Wettbewerb? Warum ist „wer eher da ist!!“ aber bei Kindern ein völlig normaler riesen Spaß?
Ich fände eigentlich schön, was in den Lehrplänen steht: „Kooperieren, wettkämpfen und sich verständigen“ – wenn ich nicht denken würde, dass „kooperieren“ und „sich verständigen“ nur als Worthülsen den Weg in den Unterricht finden.

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  • • Die meisten Schulfächer sind darauf ausgerichtet, relevantes Wissen oder Fertigkeiten zu vermitteln, es gilt mehr oder weniger konkrete Lernziele zu erreichen. Ob dabei der direkte Wettbewerb so hilfreich ist, sei dahin gestellt, aber darin liegt meines achtens der primäre Unterschied, der jeden Vergleich mit anderen Schulfächern obsolet macht. PRIMÄRES ZIEL DES SPORTUNTERRICHTS ist aber (an sich) nicht das Erreichen eines bestimmten Lernziels (niemand muss dringend gut Fußball oder Tischtennis spielen können), sondern ZUM SPORT ZU MOTIVIEREN, WEIL SPORT NUN MAL GESUND IST! Es ist also nicht nur fragwürdig, sondern komplett kontraproduktiv, hier grundsätzlich auf Wettbewerb zu setzen, also auf ein psychologisches Konzept, dass in dem Fall genau jene demotiviert, die die Motivation eigentlich brauchen - geborene Sportskanonen brauchen weder Sportunterricht noch verpflichtende Bundesjugendspiele, die rennen von selbst in die Vereine. Und glaub mir, die pummeligen, schmächtigen oder sonstwie weniger gut für den sportlichen Wettbewerb ausgestatteten Kinder brauchen keine Bundesjugendspiele um die Härten des Lebens kennen zu lernen...
  • • Hallo Mary, Mein Gott, warum schreist Du denn so?Zweitens: Hast Du meinen Text gelesen?Drittens: Ich habe mal - das hätte ich schon viel eher tun sollen - in den Lehrplänen(NRW)* geschaut, wozu Sportunterricht eigentlich da ist. ich zitiere:- Wahrnehmungsfähigkeit verbessern, Bewegungserfahrungen erweitern - Sich körperlich ausdrücken, Bewegungen gestalten- Etwas wagen und verantworten- Das Leisten erfahren, verstehen und einschätzen- Kooperieren, wettkämpfen und sich verständigen- Gesundheit fördern, Gesundheitsbewusstsein entwickeln Da ist „motivieren, weil Sport nun mal gesund ist“ nur einer von sechs Punkten.Übrigens steht da der Wettkampfgedanke ausdrücklich drin.Und nochmal zurück zu meiner Frage an Dich: Hast Du meinen Text gelesen? Schaue ich mir Kinder an, dann wollen sie sich oft sehr gerne messen - so wied er Rest der Menschheit irgendwie auch.Und deswegen sage ich ja: Wettkampf an sich ist - egal ob gut oder nicht - offensichtlich da. Aber der Umgang mit dem Wettkampf, der Umgang mit Sieg oder Niederlage - der gehört dringend verändert.Darf ich weiterhin fragen, worauf Deine Behauptung, dass Wettbewerb die demotiviert, die die Motivation brauchen beruht? Gibts da Studien? Mir wäre das in der Klarheit nämlich neu.*) http://www.schulentwicklung.nrw.de/lehrplaene/upload/lehrplaene_download/gymnasium_g8/G8_Sport_Endfassung2.pdf
  • • Ich denke viel über diese Bundesjugendspielgeschichte nach, und dein Artikel hat mir dabei sehr weitergeholfen, auch wenn ich dir nicht in jedem Punkt zustimme. Wettbewerb komplett von Kindern fernzuhalten ist sicher nicht möglich und auch nicht sinnvoll. Aber ich glaube kaum, dass dazu künstliche Wettbewerbe nötig sind, der passiert unter den Kindern schon von ganz alleine. Das vielgehörte Argument, dass Wettbewerb eben zu unserer Gesellschaft (zum Schulsystem, zum Arbeitsleben etc.) dazugehört, lasse ich nur zur Hälfte gelten, denn genau das finde ich nicht gut. Meiner Meinung nach läuft da viel zu viel Wettbewerb in der ganz falschen Richtung, und zum Glück tut sich da in den letzten Jahren und Jahrzehnten ja auch einiges. Noten in der Schule greifen viel zu kurz (was so gut wie alle Alternativschulkonzepte schon lange wissen und anders umsetzen und was auch in den Regelschul-Lehrplänen behutsam anklingt, ohne allerdings den Lehrern irgendeine Handhabe zu alternativen Möglichkeiten zu verschaffen). In vielen Firmen ist es zum Glück nicht mehr Realität, dass nur nach vergleichbaren Kriterien (Noten, Zertifikaten … ) eingestellt wird. Immer mehr Personaler versuchen, einen kleinen Einblick in die Persönlichkeit, in die berühmten Soft Skills der Bewerber zu bekommen, und das ist sehr, sehr gut.Als ich gerade mit meinem Mann über das Thema Bundesjugendwettspiele diskutiert habe, sagte er aber noch einen Satz, der eigentlich jede weitere Diskussion erübrigt: "Stell dir mal vor, was los wäre, wenn ab sofort jeder Schüler einmal im Jahr zu "Jugend musiziert" gehen müsste." Bitte einmal vorsingen, Rhythmusprüfung, Noten nach Gehör aufschreiben und ein Instrument spielen, wer gut ist, bekommt Sieger- und Ehrenurkunden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass so ein Vorschlag auch nur den Hauch einer Chance hätte, durchzukommen, aus guten Gründen. Aus den gleichen Gründen, aus denen auch die Bundesjugendwettspiele längst überholt sind.Viele Grüße,Stjama
  • • Was für eine schöne Idee, ein Musikwettbewerb!Da hätte ich trotz jahrelangem Bass-Spielens genau so verloren …Um das vielleicht nochmal in zwei klaren Sätzen zu sagen: Ich halte die Bundesjugendsopiele in ihrer jetzigen Form für eine Katastrophe.Ich halte aber auch diese Petition für nicht gut, denn sie greift nur ein Symptom von vielen an, aber überhaupt nicht die Ursachen.… und über die sprichst Du ja eigentlich ziemlich viel: Ich denke, wir alle müssen einen anderen Umgang mit Wettbewerb jeder Art bekommen (und ja, es gibt ein paar zarte Pflänzchen).Die Frage ist doch: Warum haben Kinder Angst vor diesem(!) Wettbewerb? Warum ist „wer eher da ist!!“ aber bei Kindern ein völlig normaler riesen Spaß?Ich fände eigentlich schön, was in den Lehrplänen steht: „Kooperieren, wettkämpfen und sich verständigen“ - wenn ich nicht denken würde, dass „kooperieren“ und „sich verständigen“ nur als Worthülsen den Weg in den Unterricht finden.