Die ChristelMännchen von der Post

Aus der Kategorie »just people«

Früher war alles besser.
Nein, das ist nicht nur ein ganz übler Allgemeinplatz, das ist in diesem Fall total wahr.

Früher wohnten wir unten in der Stadt. Direkt am Marktplatz und – was für den weiteren Verlauf der Geschichte wichtiger ist – ca. 100m vom Büro entfernt, in dem ich damals meine Tage verbrachte.

Früher hatten wir ein DHL-Männchen, das war großartig. Der gute Mann hatte begriffen, wer wir drei in dem Büro waren, wo wir wohnten und wann wir wo waren. So brachte er in der Woche tagsüber die Päckchen, die nach Hause sollten ins Büro und abends und am Wochenende die Büro-Päckchen nach Hause. Und eines Tages klingelte er samstags mit einen Computer (der wegen eines Versehens meinerseits an zu Hause adressiert war) und fragte mich, ob ich nicht eben mit ihm zum Büro fahren wolle – die atelco-Kisten müssten doch bestimmt rüber.
Dabei immer fröhlich und gut gelaunt.

Kurz: Grandios.

Und heute?
Heute kommt ein hektisches blasses Männchen die Einfahrt hinuntergehetzt, klingelt Sturm und rennt mit dem Ausklingen des letzten Tons auch quasi schon wieder los. Ich hab ihn mal aus dem Fenster beobachtet – der hat in der einen Hand das Päckchen und in der anderen den orangenen Zettel.
Heute hält er mir – wenn ich rechtzeitig an die Tür komme – das Päckchen hin und – was ich besonders seltsam finde: Er spricht nicht. Grüßt auch nicht zurück. Reagiert auch nicht auf: „Na, was ist das denn?“ oder was man sonst noch so im SmallTalk mit DHL-Männchen sagt.
Heute guckt er immer nur groß und hält einem den kleinen Computer entgegen, auf dem man dann einen Krickel hinterlassen muss.

Schade ist das.
Der einzige Vorteil, den das neue DHL-Männchen gegenüber dem alten hat: Durch seine Hektik kann er seine Tour früh genug beenden. Und so kann man am gleichen Abend noch die Post abholen – auch wenn auf dem im Vorbeilaufen eingeworfenen Zettel steht, man möge sich erst am nächsten Tag zur Post bemühen.

Eigentlich wäre diese kleine Geschichte, die ich schon länger mal bloggen wollte nun zu Ende.
Aber seit gestern Abend find ich das DHL-Männchen gar nicht mehr so schlimm. Gestern Abend brachte mir nämlich ein Hermes-Männchen meinen Geburtstagspulli.
Er kam im alten Audi 80, der mit laufenden Motor (aber höchstens noch auf drei Zylindern) in der Einfahrt stand und warf (und das meine ich wörtlich!) das Päckchen auf den Boden, um mir möglichst schnell die Kiste ins Gesicht zu strecken.

Seinem Blick nach zu urteilen haben ihn die 3 Minuten meiner gründlichen Untersuchung des Päckchens nach Adressat, voraussichtlichem Inhalt und etwaigen Transportschäden 5 Jahre seines Lebens gekostet.
Fand ich aber ok.


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1 Reaktion

Am 07.04.2008 um 14:12 Uhr schriebPepino:

yesssss, sowas macht mir dann auch Spaß :-D


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