Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Die Jugend von heute

Da wir – die twitter-lesende Leserin weiss es – im Moment drei dauerbrummende Lufttrockner im Haus stehen haben nutzen wir jede Gelegenheit, das Haus zu verlassen. Und waren heute Nachmittag im Kino. LOL haben wir geguckt – einen Film über den ich gar nicht so viel sagen kann. Erstens bin ich natürlich sehr verliebt in Sophie Marceauund war entsprechend abgelenkt – und zweitens überraschte mich der Film dann doch an einigen Stellen mit recht heftigen Szenen. (Der Chat und das Huhn, ich hab auf dem Boden gelegen vor Lachen) Szenen, die vermutlich vom kritiklosen Erwachsenen mit einem kopfschüttelnden „Diese Jugend“ bedacht werden.

Ist auch alles relativ egal, eigentlich gehts mir um folgendes: Auf dem Rückweg unterhielten wir uns darüber, ob „die Jugend von heute“ eigentlich schlimmer ist, als die von gestern. Oder als wir es waren. Oder warum seit Ovid (oder so) alle immer über den Niedergang der Jugend schimpfen können.

Dann haben wir mal zusammengesammelt, was wir beide an Geschichten aus unserer Jugend kennen, die für einen Film über die verdorbene Jugend unserer Zeit reichen würden. Es zählten dabei nur Geschichten, für deren Wahrhaftigkeit wir selber bürgen konnten – „ich hab damals mal gehört“ zählte also nicht.

Wir sammelten:

  • B., der in der 9. Klasse den Freund von A. fragte, ob es Nacktfotos von A. gäbe. Und ob er sie sehen dürfe.
  • A. und ihren Freund, die B. die Bilder dann verkauften.
  • L., die sich auf einer Party soweit abfüllen ließ, dass sie erst beim Aufflackern des eretsn Blitzlichtes merkte, dass der Typ, mit dem sie aufs Zimmer verschwand sich selbst gar nicht und sie gar nicht zum Vögeln ausgezogen hatte.
  • M. die in der 7. Klasse nachmittags statt wie bei den Eltern angekündigt mit Freunden spazieren zu gehen Ponos guckte
  • C. und M., die sich – natürlich gegen diverse Wetteinsätze, sowas soll sich ja lohnen – zu einem öffentlichen Blowjob verpflichteten. (Ob die Wette gewonnen war, darüber stritt man sich. Sie hatte wohl getan, was sie konnte, aber der kleine C. hatte sich etwas schlapp gezeigt)
  • H. die sich eh auf jeder Party auszog
  • Den Parkplatz am Park, wo man abends „parken“ fuhr
  • Drei Schülerinnen an unserer Schule, die etwas mit ihren Lehrern anfingen

Das waren die Geschichten aus unserem direkten Bekanntenkreis in der Kleinstadt und einem Zeitraum von wenigen Jahren. Reicht – zeitlich vielleicht noch etwas komprimiert – auch für den nächsten Film über die verdorbene Jugend.

Ich glaube die Jugend wurde und wird gar nicht immer schlimmer. Man vergisst nur und erschrickt sich dann, wenn Töchter, Nichten, Neffen ihre eigenen Erfahrungen machen könnten.

Eine Antwort zu “Die Jugend von heute”

  1. Flummi sagt:

    Ich glaube, daß Du Recht hast mit dem, was Du glaubst. ;-)
    Die Geschichten bleiben im Großen und Ganzen doch irgendwie gleich. In meiner „Jugend“ hatte ich häufiger noch sogar den Eindruck, daß meine Elterngeneration um einiges schlimmer war, wobei da wohl mein Bravsein und Außenseitertum seinen Teil zu beigetragen haben könnte. ^^

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