Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

die Magie des sechsundzwanzigsten ersten

Heute vor zweiundzwanzig Jahren – vermutlich etwas später am Abend – stürzte ich wegen S.1 in den ersten großen Liebeskummer meines Lebens.
Heute vor einundzwanzig Jahren – auch vermutlich etwas später am Abend – kam ich mit H. zusammen.
Heute vor zwanzig Jahren – so gegen elf – kam ich mit B. zusammen.

Irre, hm?
1) nein, nicht DIE S.

Am sechsundzwanzigsten ersten hatte T. Geburtstag. Da – Ihr erinnert Euch vielleicht – nur wenige Tage später Zeugnisse ausgegeben wurden, fügte T. ihren Party-Einladungen immer kleine Schriebe an die Eltern bei, kleine Schriebe, die in etwa folgendes sagten:

Liebe Eltern, vielleicht entspricht das Zeugnis Ihres Kindes nicht Ihren Erwartungen. Bedenken Sie bitte trotzdem, dass Sie, wenn Sie Ihrem Kind meine Party verbieten vor allem mich und nicht Ihr Kind bestrafen.

Klappte meist ganz gut.

T.s Parties waren immer das erste gesellschaftliche Event des Jahres und entsprachen in vielem dem, was man sich so unter einer Teenie-Party vorstellt. Also auch darin, dass ich dort irgendwie mit den gerade aktuellen Frauen umeinander strich.

S. – die erste.
Sie war später meine erste Freundin. Wir hatten uns in der Schule langsam angefreundet und irgendwie war da schon mehr, aber an diesem Abend kriegte ich den ersten großen Korb meines Lebens. Ich tat fast alles, was ein Mann tun muss, ich legte also Metallica auf, flog raus und zog mich dann schmollend in eine Ecke zurück. Nur den exzessiven Alkoholgenuss liess ich sein, da meine Eltern mich ja etwas später abholten.
Aber zu Hause lag ich dann noch heulend vor dem Fernseher, wo Rocky III lief.
Ich kann übrigens heute noch »Eye of the tiger« nicht ohne einen kleinen, heute lächelnden Erinnerungsblitz hören.

Später kamen wir dann doch noch für drei oder vier Monate zusammen und die Toten Hosen waren schuld, dass das wieder auseinander ging. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.

H.
Sie saß in meinem Geschichtskurs. Der war das langweiligste, was mir uns allen in unserem ganzen Leben passiert war und so begann unsere Romanze mit einem Zettelchen, den sie aufs Geradewohl durch die Reihen losschickte: »Schreibt wer mit mir? Ich sterbe vor Langeweile.«
Ich starb auch und so begannen wir zu schreiben. Regelmäßig. Und irgendwann begann ich mich auf die Geschichtsstunden zu freuen.
Begriffen habe ich trotzdem nicht, was da passierte und so saßen wir wirklich lange im Treppenhaus von T.s Eltern und ich wunderte mich, dass sie mir so nah auf der Pelle saß.

Ungefähr 10 Minuten nachdem wir zusammengekommen waren wurde das ganze dann komisch, hielt aber trotzdem gute drei Monate. Lag vielleicht daran, dass sie älter war (!) und schon Auto fahren durfte und einen wunderbar erhaltenen Kadett B hatte.

B.
B. war meine erste »richtige« Freundin. Wir waren insgesamt fast zwei Jahre zusammen, fuhren zusammen in Urlaub ich landete wegen ihres Studiums zum Zivildienst in Aachen.
Wir trafen irgendwie kurz vor dem Abi in einer Clique aufeinander und fanden uns nett. Dann gingen wir alle zusammen auf eine Oberstufenparty, denn T. und ich hatten uns irgendwie auseinander entwickelt. Wir tanzten, gingen mal raus, froren, gingen rein, tanzten, knutschten auf einmal und blieben zusammen. Klingt profan, war aber so. Und war gut.

Anmerkungen:
Ja, alle meine Freundinnen damals waren bei mir in der Schule. Ich saß ja auf dem Dorf, wir hatten ja nichts.

Ja, spätestens beim dritten mal fand ich das auch irgendwie spooky.

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