Die VersichertenGesundheitskarte und ich.

Aus der Kategorie »just people«

Einer der größten Späße der letzten Zeit habe ich mit der VersichertenGesundheitskarte erlebt. Wir erinnern uns: Ende 2011 bekam auch ich ein mittel-aufwändig gestaltetes, miserabel getextetes Infoblättchen, in dem mir die Vorteile der neuen Gesundheitskarte gegenüber der bewährten Versichertenkarte angepriesen wurden.

Da ich von den Vorteilen jetzt nicht so überzeugt war, mag es vielleicht sein, dass ich den Zettel erst einmal weggeworfen ignoriert verlegt habe, aber irgendwann kam dann ein Drohbrief, es wurde mit irgendwelchen Paragraphen gewedelt und dann habe ich resigniert, habe ein Foto hochgeladen und das alles vergessen. Das war vermutlich irgendwann Anfang 2012.

Als ich dann zwischen Oktober 2013 und Januar 2014 diverse Male beim zahnärztlichen Notdienst vorsprechen durfte, erinnerte ich mich dunkel, dass 2014 doch das Jahr des endgültigen Wechsels sein sollte. Und richtig: Auf dem Tresen an der Anmeldung war auch ein Info-Zettelchen geklebt, das genau darauf hinwies: Versichertenkarte: ungültig, Gesundheitskarte: gültig (leicht verkürzt zusammengefasst).
Lustigerweise trug das Zettelchen auch noch Logo meiner Kasse, der TK.
Mich störte das trotzdem erst einmal nicht, die Dame hinter dem Tresen auch nicht. Sollte mir ja recht sein.

Erst als ich mich dann im Januar mit leerem, aber nervösen Magen gerade auf die OP-Liege legte und mir der Anästhesist links schon die erste Nadel im Unterarm platzierte, sprach mich von rechts eine Helferin an: Das Kärtchen, dass ihr die Liebste gerade draußen in die Hand gedrückt hätte, wäre leider ungültig und man könne mich jetzt nicht operieren. „Ach?” sprachen der Anästhesist und ich parallel. Ich fand den Zeitpunkt für diese Unterhaltung ja eher ungünstig gewählt und die anschließende Erklärung der Helferin ging dann auch darin unter, das der Anästhesist befahl, ich solle jetzt mal von zehn auf null runter zählen. Ich kam leider nur bis sieben und dann wurde alles angenehm schwarz vor meinen Augen.

Nach der OP war das dann aber alles furchtbar wichtig. Ich solle bitte entweder in den nächsten zehn Tagen das gute Kärtchen nachreichen – oder eine Bescheinigung der TK, dass ich wirklich bei ihnen versichert wäre. Sonst müsse! ich das alles! selber zahlen! Sobald ich also wieder sprechen konnte, rief ich die TK an.

Die erklärte mir, das wäre ja alles totaler Unsinn. Auf meinem Versichertenkärtchen stände ein Gültigkeitsdatum, das wäre bei mir irgendwann in 2016 und die Karte wäre auch genau das: Nämlich gültig. Bis 2016.
Fand ich ja töfte, ich hatte aber trotzdem keine Lust, auf den OP-Kosten sitzen zu bleiben und ließ mir eine Bescheinigung mailen. Verstand die Dame am Telefon dann auch.
Wer denn da eigentlich etwas anderes behauptet hätte?
Ich erwähnte den von der TK gestalteten Zettel bei meinem Arzt und sie seufzte. Ob sie mir vielleicht sicherheitshalber dann mal das neue Kärtchen schicken solle? Na gut.

Ich vergaß das ganze natürlich sofort wieder, bis ich letzte Woche wieder eine ähnliche Unterhaltung hatte. Eine Arzthelferin pochte auf das neue Kärtchen, das sei sehr! wichtig, schließlich stände da jetzt „Gesundheitskarte” drauf (WTF??).
Ich wiederholte tapfer, was mir die TK gesagt hatte, sie deutete auf den Zettel der TK, der auch bei ihr auf dem Tresen klebte und ich rief, wieder zu Hause, dann doch nochmal bei der Kasse an.
Das KärtchenMan wunderte sich dort zwar, warum diese Zettel denn überhaupt in den Umlauf geraten wären, aber das konnte ich ihnen leider auch nicht erklären.
Man wunderte sich ebenfalls, warum ich immer noch kein neues Kärtchen hätte, denn das wäre doch Anfang 2012 und vor acht Wochen noch einmal an mich verschickt worden – aber: man wollte mir ein neues schicken.

Ich finds also insgesamt super, wie sehr da wieder mal die rechte und die linke Hand zusammenarbeiten und wie reibungslos und sicher das alles läuft. Trotzdem: seit ein paar Tagen habe auch ich also eine Gesundheitskarte. Mit einem Foto darauf, dessen schlechter Druck es mir übrigens auch deutlich einfacher macht, mich krank zu fühlen. Ach, und vorhin habe ich kurz überlegt, ob und wer sich denn wohl mit meinen beiden anderen Karten gerade Gesundheitsleistungen erkauft.

Aber Quatsch – die Karten sind ja personalisiert und fälschungssicher, da kann ja gar nichts passieren.


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