Die Weihnachtswichtel

Aus der Kategorie »just people«

WichtelRegelmäßige Leserinnen dieses kleinen online-Angebotes (ja, stimmt, so habe ich gestern schon angefangen, aber jetzt kommt was neues) haben bestimmt schon mitbekommen, dass ich gelegentlich hinter den Kulissen meines kleinen Theater-Vereins arbeite.
Meist bedeutet das, dass ich bei den Aufführungen für die meisten Menschen quasi unsichtbar hinter der Technik sitze und im richtigen Moment den richtigen Ton einspiele.
Das bedeutet aber auch meist, dass ich vorher Proben besuche, Vorgespräche mit dem Regisseur habe, Berge von CDs nach passenden Sounds durchforste, schneide, loope, sample, CDs brenne, bei den Proben ausprobiere, verwerfe, neu schneide, loope, sample und so weiter – bis alles passt.
Nebenbei muss manchmal das Theater irgendwie neu verkabelt werden, müssen Mikros, Monitore und manchmal auch tragbare Lautsprecher verkabelt und versteckt werden.
Die meisten der anderen wissen und schätzen das.
Aber hin und wieder kommen neue Leute ins Theater, die dann zu ihren Probeterminen kommen und sich keine Gedanken darüber machen, woher Bühne, Licht und Ton kommen. Sie sehen die, die im Dunklen arbeiten nicht.
Ich verüble ihnen das nicht. Eigentlich merkt man in dem Moment sogar erst so richtig, dass man gut gearbeitet hat.

Als ich vorhin durch die ausgestorbene Stadt fuhr musste ich an dieses Gefühl denken.
Die Stadt war leer, kein Mensch auf den Gehwegen, kaum ein Auto unterwegs, vermutlich saßen alle zu Hause und brachten irgendwie den Tag hinter sich. Viele davon wahrscheinlich dann doch recht glücklich im Kreis der Familie.
Aber ich musste – oder durfte – einen Blick hinter die Kulisse werfen. Habe den Zahnarzt und seine Helferin gesprochen, die mir ein neues Antibiotikum verschrieben und habe den Apotheker getroffen, der es mir dann herausgab: Nur drei von vielen tausend Wichteln, die dieser Tage das System am Laufen halten, ohne dass man sie sieht.

Ich hoffe, ich habe Ihnen meine Dankbarkeit und meinen Respekt so ausdrücken können, dass sie es hören konnten. Allen anderen, die vielleicht gerade während der Weihnachtsbereitschaft Zeit haben, hier kurz herein zu schauen: Merci. Ich weiß, dass Ihr da seid.
(Merci fürs Foto)


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