Dings-Outing II (Zeitschriften)

Aus der Kategorie »just read«

Ich erwähnte es in Teil 1 ja: ich begann irgendwann, Zeitschriften zu lesen.

Angefangen hatte alles ganz harmlos. Ich stand Freitagsabends am Bahnhof in Aachen, hatte zwei Stunden Zugfahrt vor mir und der Gameboy war leer gespielt. Und dann lagen sie da. »Hey, nimm uns mit«, säuselte es. Und aus der anderen Ecke: »Es wird Dir gefallen« »Das erste Mal ist auch umsonst« ach nee, Quatsch, das sagte keiner.
Naja, auf jeden Fall lagen sie da am Bahnhof, sie waren schnell und leicht und verfügbar und sie passten prima in meinen Rucksack mit der Dreckwäsche und so hat das alles angefangen.

Wenn ich das richtig erinnere, begann alles mit dem jeweils aktuellen Spiegel, der PM und der Cinema. Naja, und natürlich die aktuelle TVSpielfilm, man muss ja schließlich wissen, was im neu gewonnenen Kabelfernsehen so läuft. Aber bald merkte ich, dass ich schlichtweg zu schnell und zu gerne las.
Jetzt ist der Markt für Männerzeitschriften ja erstens deutlich überschaubarer als der für Frauenzeitschriften – und zweitens ist ja irgendwie etwas total anderes gemeint. Man schämt sich ja auch beim Kauf ein bisschen und muss noch immer Fertigpizza dazu kaufen, damit die Herrenzeitschrift nicht so nackt (haha) auf dem Kassenband liegt. Fertigpizza ist übrigens total doof, wenn man in seiner Ziviwohnung keinen Ofen und kein Gefrierfach hat. Herrenzeitschriften sind drittens irgendwie auch doof, wenn die Ziviwohnung in einem katholischen Pfarrhaus liegt und man im Treppenhaus gerne mal dem Pfarrer begegnet.
Langer Rede, kurzer Sinn: Ich wurde Frauenzeitschrift-Junkie. Es gab ja sonst nichts.

Ich las Cosmopolitan und Brigitte, ich las Elle und Bunte, gelegentlich scheute ich auch Abstecher zu Eltern family nicht. Dummerweise lebte ich damals in einem reinen Sozial- und Sonderpädagoginnen-Umfeld und meine gewonnenen Kenntnisse über das schmerzfreieste Waxing, die sauberste Augenbrauenzupftechnik und die neusten Trends auf dem Einwegrasierer-Markt fanden ebenso wenig Anklang wie die besten Ausgehtipps für Singlefrauen unter 30. Später, als ich in der echten Welt ankam, wussten gelegentlich schon mal Frauen zu schätzen, dass ich ihre manchmal ja arg seltsame Anspruchs-Welt zwischen A- und Bikini-Linie zumindest theoretisch kannte. Habe ich mir sagen lassen. Aber ich schweife schon wieder ab.

Meine Unikarriere ging derweil den Bach runter und ich saß sehr viel zu Hause und las. Oder so etwas ähnliches, denn eines Tages merkte ich, dass mir die Texte in der Bunten zu anspruchsvoll wurden und erschrak. Ich abonnierte wieder die PM und kaufte mir gelegentlich mal wieder ein Buch.

Richtig gerettet haben mich dann die Computerzeitschriften. Ich hatte zwar keinen eigenen Computer, saß aber oft genug bei Freundin oder im Büro am Rechner und hatte so bald im Freundeskreis den Ruf, Rechner retten und Excel bedienen zu können – obwohl ich keinen eigenen PC besaß.
So ein Ruf kann einem dann auch gleich wieder ein soziales Umfeld verschaffen. Saved by the bell, so sagt man wohl.

Und dann kam das Internet, ich beendet irgendwann alle Abos, die ich noch so hatte – bis auf die c’t und die brandeins – und las nur noch das ganze wunderbare Zeug, das andere Menschen so hineinschrieben, in dieses Web.

Und das mit dem Zeitschriftenlesen hat natürlich komplett aufgehört. Was? Nein, nein, das Bild ist nicht aktuell. *Hust*.


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Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

2 Reaktionen

Am 29.11.2012 um 23:49 Uhr schriebrebekka:

hahahahaha!!! ich zeige demnächst mal meinen stapel. der ist nämlich viel läng ach quatsch, GRÖSSER als deiner. so. *g [immer viermal mehr wie du. echt.]


Am 30.11.2012 um 9:12 Uhr antwortete Christian:

… das ist ja auch nur einer … :)


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