Doof, das.

Aus der Kategorie »just people«

Vorhin an der Haustür.

  • Klingel: DingDong
  • Ich (Fragender Blick) Guten Tag!?
  • Fremder Mann: Guten Tag, ich komme von der *nuschel* für *nuschel* Behinderte *nuschel* Menden und …
  • Ich: Ja..?
  • Mann: … und wir haben hier diese Karten, die Sie …
  • Ich: Sorry. Ich weiß, dass das jetzt Sie trifft und damit irgendwie bestimmt den falschen, aber ich mache prinzipiell nichts mehr an der Haustür.
  • Mann: Wie?
  • Ich: Nichts mehr an der Haustür. Nichts kaufen zum Beispiel. Zu viele Betrüger und darunter leiden dann natürlich auch die mit ehrlichen Absichten. Außerdem kenne ich die Behindertenhilfe Menden [Ich hab mal für die gearbeitet] und …
  • Mann: Na klar. Wissen Sie was? Ich ärger mich nicht mal mehr.
  • Ich: Ja, wie gesagt, es tut mir wirklich leid, dass es Sie jetzt trifft, aber …
  • Mann: Man hätte ja wenigstens höflich sein können.
  • Ich: Wie?
  • Mann: Sie hätten mich ja wenigstens ausreden lassen können. Aber ich ärger mich nicht mehr.
  • Ich: Ja, sorry, das stimmt, ich habe Sie unterbrochen. Aber ich wollte Sie nicht erst lange erklären lassen, um dann zu sagen, dass ich nunmal nichts mehr an der Haustür mache. Nichts kaufen, nichts bestellen, nichts verabreden.
  • Mann: Man hätte ja wenigstens höflich sein können. Nicht unterbrechen.
  • Ich: Wie gesagt: Entschuldigung. Aber wäre es denn besser gewesen, ich hätte Sie ausreden lassen?
  • Mann: Wenigstens ausreden lassen. Aber hier in der Gegend ist das ja logisch.
  • Ich: Jetzt werden Sie aber unhöflich, wenn Sie jetzt über eine Wohngegend auf die Menschen schließen.
  • Mann: Aber ich ärger mich nicht mehr. Man hätte ja höflich sein können. Wenigstens ausreden.
  • Ich: Wäre es denn besser gewesen ich hätte …
  • Mann: Aber ich ärger mich nicht mehr. Man hätte ja höflich sein können. Wenigstens ausreden.
  • Ich: ..?
  • Mann: Aber ich ärger mich nicht mehr. Man hätte ja höflich sein können. Wenigstens ausreden.
  • Ich geh dann jetzt wieder rein.
  • Mann: Aber ich ärger mich nicht mehr. Man hätte ja höflich sein können. Wenigstens ausreden.

Ich habe dann aus einem Bauchgefühl heraus die Behindertenhilfe angerufen. Die waren ziemlich dankbar für den Hinweis, sie schicken nämlich »natürlich« niemanden durch die Straßen, um Karten zu verkaufen.
Und haben dann die Polizei angerufen.

Und ich fühl mich mies. Selbst wenn der Mann nicht von der Behindertenhilfe kam, dann wird er ja nun auch vermutlich seinen Grund gehabt haben.
Dass er einfach nur ein eiskalter Betrüger war mag mein Herz nicht glauben.


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Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

3 Reaktionen

Am 25.08.2010 um 7:51 Uhr kommentierte joerg:

Wenigstens mal kräftig auf die Schulter Klopfen hättest du können, damit er aus dem Loop rauskommt, sonst wird das mit dem Ausreden ja nie was.


Am 25.08.2010 um 8:36 Uhr sagte Björn Tantau:

Vielleicht kam er von dort, hatte sich verlaufen und suchte jemanden, dem er seine Karte zeigen konnte, auf dem die Adresse und Telefonnummer standen. *salzindiewundestreu*

Aber wenn das so war, dann wird die Polizei das schon geregelt haben.


Am 30.08.2010 um 20:25 Uhr sprach AbidiText:

Das war weder ein eiskalter Betrüger noch ein armer Wicht. Sondern ein außerirdischer Roboter mit Programmfehler im Sprachmodul …


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