Du flattr – haftes Ding, Du

Aus der Kategorie »just jawl«

»Flattr? Wassen das schon wieder?« fragt sich die geneigte Leserin vielleicht, wenn sie den kleinen Button unten unterm Artikel sieht.
Ganz einfach:
Flattr ist die Revolution im Micropayment. Flattr ist gelebter Sozialismus im Web. Flattr ist der wir-haben-uns-alle-ganz-dolle-lieb-Button. Oder so.

Ok, im Ernst: Wer sich bei Flattr anmeldet zahlt ein bisschen Geld ein. Geht ganz easy über PayPal zum Beispiel. Und dann legt er fest, wie viel davon er in einem Monat davon an andere verteilen möchte.
Beispiel: Nehmen wir an, ich beschließe, 2 Euro pro Monat zu investieren und klicke im Laufe des Monats 10 mal einen flattr-Button an. Dann bekommt jeder geflattrte Blogschreiber Ende des Monats jeweils 20 Cent von mir. Wenn ich hingegen nur 2 mal geklickt habe, dann bekommt jeder einen ganzen Euro. Klar, oder?
(Der Teil war jetzt die Revolution im Micropayment.)

Und genauso könnt Ihr – wenn Ihr einen Account habt – jetzt hier kräftig flattrn. Dann bekomme ich nämlich am Ende des Monats vielleicht von Euch allen zusammen 2 Euro. Dann habe ich 2 Euro gezahlt und 2 Euro bekommen.
(Das ist dann der Teil mit dem gelebten Sozialismus)

Auf jeden Fall – und das meine ich jetzt völlig ernst – ist es eine sehr simple und sehr nette Art und Weise, um dem Schreiber einens guten Beitrags eine Form von Anerkennung zukommen zu lassen.
(Dass das der Teil mit dem Liebhaben ist, das habt Ihr Euch schon gedacht, oder?)

That’s why I like it. Flattrn wir also mal los.


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Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

13 Reaktionen

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Am 29.05.2010 um 0:50 Uhr kommentierte cm:

Mach Adwords auf die Seite und hör auf zu betteln.


Am 29.05.2010 um 1:00 Uhr antwortete isabo:

Aber Geld ist doch nicht Liebe!


Am 29.05.2010 um 1:06 Uhr sagte Flummi:

Nett. Und trotzdem wage ich zu vermuten, daß die Rechnung am Ende nicht aufgeht, weil mal wieder einige das Prinzip nicht verstehen und die eigene Tasche füllen wollen. Kleinvieh macht auch Mist und so.
Es gibt da so Leute, die lassen sich gar ihren Posteingang für Cents vollspammen…


Am 29.05.2010 um 8:41 Uhr antwortete Christian:

Ups. So viele Kommentare über Nacht …

@Flummi und auch generell: Ich unterstelle mal, dass Du den halbironischen Unterrton wahrgenommen hast ;)
Trotzdem: Ich finde ganz ernsthaft, dass flattr eine kleine Micropayment-Revolution sein kann, wenn es – Idefallvorstellung! – normal ist, dort einen Account zu haben.
Weiter: Ich finde gar nicht, dass »die Rechnung aufgehen« muss – und ich finde es sehr legitim, wenn zB die taz als Zeitung oder auch gerne welche von den professionellen Blogs, die ich so lese sich einen flattr-Button unter ihre Artikel setzen, um so evtl. ein paar Euro reinzubekommen. Und das auf die für den Besucher im Moment denkbar bequemste Art und Weise.
Es gibt nun mal bis jetzt keine Lösungen fürs Bezahlen von Kleinstsummen im Web und da finde ich diesen Ansatz ziemlich gelungen.
Innerhalb der Blogszene wäre es sicherlich nett, wenn sich alle »liebhaben» würden und alle sich jetzt gegenseitig flattrn was das Zeug hält, aber wir wissen ja, dass es nicht so ist.

@Isa: Nee, natürlich nicht. Hab ich das gesagt? Dann sollte ich das schleunigst korrigieren.
Aber es ist – unter vielgelesenen Artikeln vielleicht eine Form zu sagen: »Klasse!« Den Punkt, den »wir« da mal setzten kennen ja schon wieder nicht mehr alle und 100 »me too«-Kommentare halten den 101sten eher davon ab, jetzt auch noch »Toll« zu schreiben als eine 100 im flattr-Feld davon abhält, da auch als 101ster noch kurz zu klicken.

@cm: Herzlich willkommen im jawl. Ich glaube wir kennen uns noch nicht. Trotz des etwas schnodderigen Tonfalls auch Dir eine ernsthafte Antwort: Ich bettle nicht.
Aus den beiden Antworten an Flummi und Isa kannst Du vielleicht ja schon lesen, weshalb ich den Button interessant finde, ergänzend möchte ich zum einen sagen: Ich bin durchaus bereit, für gute Artikel mehr zu flattrn, als ich hier im jawl »reinbekomme«
Zweitens: Mein Geld verdiene ich eh woanders Zwar auch im und am Web, aber woanders.
Drittens: Selbst wenn ich den Button für das Geld eingebaut hätte, sähe ich noch einen riesigen Unterschied dazwischen, ob meine Besucher von sich aus auf einen dezenten Button klicken oder ob sie von Werbung, auf deren Inhalt ich nur sehr, sehr begrenzt Einfluss nehmen kann, belästigt werden. Wer dann noch so weit um die Ecke denken kann, dass er ein an sich uninteressantes Banner anklickt, weil er mir über den Umweg der Werbeeinnahmen Anerkennung zukommen lassen möchte – der verdient echt meinen Respekt. Für den Normalfall halte ich diese Logikkette beim Leser nicht.
Viertens: Hier gibts (im Moment gerade etwas weniger) Werbung auf der Seite, meine Serverkosten sind gedeckt, sorge Dich also nicht ;)


Am 29.05.2010 um 9:58 Uhr sagte dreimal:

„wenn es normal ist dort einen Account zu haben“… genau das ist die Sache… wenn es normal ist, dass dort auch Leute Accounts haben, die selbst zum Beispiel nicht bloggen (ich selbst tue es höchst sporadisch, ich twittere gerne und natürlich gebe ich ab und zu auch mal gerne nen mehr oder weniger klugen Kommentar irgendwo ab). Und wenn diese Leute auch erkennen, das Flattr nicht nur zum „bezahlen“ dient. Die Idee dahinter ist ja, dass jeder, der irgendwie Content produziert, wenn es Leuten gefällt eine kleine Anerkennung dafür erhalten soll. Nicht umsonst wird zum Beispiel im Flattr-Forum bei Angabe der ID im Profil automatisch jedem Post der Flattr-Button angehängt. Natürlich schmälert das die Beträge für einzelne, aber warum soll jemand, der einen in Augen des Lesers genauso guten Beitrag geschrieben hat, nicht genauso dafür entlohnt werden? Es gibt auch schon Blog-Plugins, mit denen man den Button auch in Kommentare einhängen kann. Ich würde es bei meinen Kommentierern sehr Begrüßen, wen sie es tun. Umgekehrt hat der Blogger dann ja auch wieder die Möglichkeit, seinen Comments mit seinem Button (das einzige Manko dass ich sehe ist, dass es so schwierig wird, anonym zu schreiben aber das muss jeder selbst wissen und kann man ja von Fall zu Fall unterscheiden. Schließlich ist nun mal fast jeder im Internet nicht bloß Konsument, sondern auch Produzent, ob er nun einen Blog schreibt, ein cooles Foto einstellt oder was immer. Ich würde sogar soweit gehn, Flattr an Twitteraccount zu hängen, vllt mit der Möglichkeit, zwischen Flattr-likes für „kleine Dinge“ und „große“ zumindest zweimal abzustufen, was aber im Grunde in der Hand des leser bleiben soll, sprich er soll entscheiden, ob er einzelne Dinge z.B. zweimal (aber nicht mehr) flattrt.
Die Flattr-Revolution ist gelungen, wenn genug Leute bereit sind, sich darauf einzulassen für den von ihnen produzierten Content selbst eine kleine Belohnung zu akzeptieren. genauso gilt das für Musik.
Außerdem, Ich denke Flattr richtet sich vor allem an Blogger, die bisher mit ihren Inhalten keinerlei Geld verdient haben. Als betteln sehe ich es nun nicht. Eher als einfachere zusätzliche Spendenmöglichkeit. Ich hoffe, dass das auch bei Entwicklern, Musikern und Grafikern ankommt.
Ich habe mich gefragt, ob das Leute vom spenden großer Beträge abhalten könnte, was natürlich insbesondere Entwickler gut bespendeter Freewar betreffen könnte. Ich denke nicht. Es gibt zum einen eine Masse an Leuten, die, wenn das Programm eh gut ankommt mehr „flattrn“ würde. Personen, die bisher lieber größere Beträge gespendet haben, werden das auch weiter tun, man kann ja ungefär abschätzen, wie viel da am Ende für jeden bleibt (und eine Erwartung, es wären mehr als zehn Prozent eines Flattrmonatsbeitrages, finde ich eh schon etwas übertrieben).


Am 29.05.2010 um 11:36 Uhr antwortete Christian:

Verstehe ich Dich richtig, dass Du meinst, dass es ein Problem nicht auf Seiten der „Bezahler“, sondern auf Seite der „Bezahlten“ sein könnte, dass flattr sich durchsetzt? Hm. Mal drüber nachdenken.

Die Erweiterung des Empfängerkreises (ja, viele sind im Web ja parallel Konsumenten und Produzenten, aber ich nehm den Begriff jetzt mal, um die Richtungen beim flattrn auseinander zu halten) auf Grafiker, Fotografen, Programmierer usw finde ich eine sehr schöne Vorstellung.

Ich denke, dass diese Zahlungs-Methode, die es mir ja sehr einfach erlaubt, Kontrolle über mein „Budget“ zu halten erlaubt, mich abseits der vielgescholtenen Umsonstkultur des Webs erkenntlich zu zeigen.
Und das, ohne Angst zu haben, dass ich – wenn ich Monatsanfang einen tollen Artikel (Foto/Programm/…) „zahle“ ich am Monatsende noch einen viel tolleren entdecke und diesen Monat aber kein Geld mehr für so etwas ausgeben möchte.
Von daher meine ich die „Revolution im Micropayment“ durchaus ein bisschen ernst.


Am 29.05.2010 um 11:46 Uhr kommentierte isabo:

Hase, wie lange kennst Du mich schon?


Am 29.05.2010 um 11:55 Uhr meinte Christian:

Du meinst, ich habe einen Unterton nicht gelesen?


Am 29.05.2010 um 12:23 Uhr kommentierte isabo:

Ausrufezeichen sind immer ein guter Indikator.


Am 29.05.2010 um 12:27 Uhr ergänzte Christian:

*geht sich schämen!*


Am 31.05.2010 um 8:27 Uhr wusste Carsten:

Ich hab gestern auch einen Flattr-Button bei mir eingebaut – nicht, weil ich Geld verdienen will, sondern weil ich genau wie Christian finde, dass die Art & Weise der Bezahlung den Unterschied macht.

Ich könnte meinen monatlichen Betrag z.B. auf die Höhe des Kaufpreises einer Tageszeitung setzen und anschliessend gute Artikel im Netz mit einem Klick belohnen. Das ganze ist (jedenfalls für mich) vergleichbar mit dem Facebook Like-Button, nur dass Flattr eben dem Ersteller etwas bringt und nicht nur dem Framework. Auch wenn man damit vielleicht nicht seine Kosten deckt, ist es eine gute Möglichkeit, im Netz für Inhalte zu bezahlen.


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