Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Ein Brief von der Gewerbeauskunft-Zentrale

Gestern lag etwas ganz besonders Schönes im Briefkasten: Ein Brief von der »Gewerbeauskunft-Zentrale.de«

Zum Glück war mir sofort – lustigerweise schon vor dem Öffnen – klar, um was es sich hier handelt. Aber ich fand dieses Schreiben doch so bemerkenswert dreist gestaltet, dass ich es dann doch verbloggen wollte.

Denn: Dieser Brief sah wirklich sehr formell aus. Auf dem typischen Behörden-Umwelt-Papier im passenden Umschlag kam er schon recht wichtig daher. Und »Erfassung Gewerblicher Einträge«, das klingt doch auch sehr offiziell. Dann noch ein krytische Nümmerchen hier, ein Barcode da und eine langweilige Standardschrift insgesamt – und der Eindruck ist komplett.

Darunter dann eine große Spalte, in der ich bitte die Daten meines Betriebes eintragen bzw. ergänzen sollte. Ein paar Paragraphen an den richtigen Stellen und ein Behörden-typisches »muß durch Sie ergänzt werden« machen auch einen ernsthaften Eindruck.

Rechts daneben gibt’s eine Menge Kleingedrucktes, darin unter anderem auch eine Frist zum Zurücksenden. Und dann, etwas weiter in der Mitte, nicht gerade sehr lesefreundlich untergebracht der eigentliche Kern des Briefs: Der Basiseintrag bei der gewerbeauskunft-zentrale.de kostet 569,06 inkl. Umsatzsteuer. Deutlich weit weg von diesem Preis findet man nach intensivem Suchen auch das Wörtchen »Angebot«

Fassen wir also zusammen: Ich bekam hier ein Angebot, das – ob zufällig oder willentlich mag jeder selbst entscheiden – sehr aussieht wie ein Schreiben einer Behörde. Es benutzt dabei Formulierungen, die ich vom Finanzamt oder der Gewerbesteuer kenne und erst im arg Kleingedruckten finde ich dann einen Preis für einen Eintrag, der weit jenseits des akzeptablen liegt und den ich dann für zwei Jahre zahlen müsste.

Ich sag’s mal ganz vorsichtig so: Es mag jeder davon halten was er will. Aber vielleicht hilft’s ja anderen bei der Entscheidungsfindung, wenn ich das ganze hier mal verblogge.

6 Antworten zu “Ein Brief von der Gewerbeauskunft-Zentrale”

  1. Dentaku sagt:

    Von dieser Sorte kommen etwa 10 zu jeder neu gegründeten Gesellschaft.

  2. Christian sagt:

    Du meinst, ich kann froh sein, dass ich erst nach 7 Jahren so einen Brief bekomme, der nach Gewerbenmeldung oder ähnlichem aussieht, aber ein Angebot für einen überteuerten Eintrag in irgendeinem Verzeichnis ist? (friss, G. friss!)

  3. Dentaku sagt:

    Unter welcher Gesellschaftsform firmierst Du denn? So eine GmbH-Gründung wird z.B. von Amts wegen veröffentlicht und zieht dieses Geschmeiß nur so an.

  4. Guinan sagt:

    Das erste „Angebot“ erst nach 7 Jahren zeugt von bisher unzureichender Werbung. Erst jetzt hast du den nötigen Bekanntheitsgrad erreicht. Du bist auf gutem Wege ;)

  5. Christian sagt:

    Werbung? Da kenn‘ ich mich ja gar nicht so aus, macht man sowas nicht heute auch in diesem Internet? ;)

  6. rebhuhn sagt:

    OT
    Guinan, oh Guinan, wer bist du? *g… blog [dich] doch mal!

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