Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Einkaufsradio

Ja wirklich: Einkaufsradio. Ein Quell ewiger Freude.

Man hört ja nicht hin. Ich nehme auch nicht an, dass es dafür gedacht ist, es soll ja nur dudeln und davon ablenken, dass die preiswerten Produkte möglichst bandscheibenunfreundlich unten stehen, dass die frisch verkleinerten Packungen mit der neuen Packungsgröße eine Preiserhöhung bekamen, dass die Neonröhren über der Obst- und Gemüseabteilung mittels einer anderen Lichtfarbe nichtvorhandene Frische auf die Produkte schummeln und dass die Verkäuferinnen und Verkäufer selbstständigen Regalauffüllern gewichen sind, die man nicht nach Tarif bezahlen muss.

Gestern Morgen hab ich hingehört. War ganz lustig. Also – lustig im Sinne von: „Lustig, was für Dinge an die frische Luft gelassen werden, wenn niemand die Praktikanten kontrolliert, die den Scheiß zusammenstellen müssen”.

Denn zwischen der Musik kam ein Wortbeitrag, Ihr wisst schon, so ein kleiner Beitrag, der redaktionellen Anspruch vermitteln soll. Ging leider schief. Denn er lautete sinngemäß wie folgt: „Heute vor x Jahren strahlte der Sender Fox die ersten reinen Sportnachrichten aus.”
[Wir merken uns: Die ersten. As in „Sonst gab es noch keine”]
„Damit war der Sender einer der wenigen auf dem Markt …”
[Öh, nee, der einzige, wie Du ja vor einem Satz erklärt hast?]
„… die diese Nische besetzten. In Deutschland folgten Sportnachrichtensendungen erst einige Jahre später. Die Highlights in Deutschland in solchen Sendungen waren sicher die Gewinne der Fußballweltmeisterschaften 54, 64, 1990 und 2014 sowie Boris Beckers Wimbledonsiege”.

Ehrlich, ich hab mich nicht verhört.
Und jetzt mal im Ernst: Ich interessiere mich absolut gar nicht für Fußball. Ich hasse mag die Sportis nicht so besonders. Aber um diese drei Zahlen nicht im Kopf eingebrannt zu haben, muss man doch wirklich mit geschlossenen Augen und Ohren durch die letzte Dekade gegangen sein.

Und ich frage mich: Wenn Wolf Maahn schon in den Achtzigern sang: „Wo ist die Grenze der Besonnenheit, wenn Du einkaufst und John Lennon durch den Supermarkt schallt?” – was macht der heute??

Eine Antwort zu “Einkaufsradio”

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