Es hätte so richtig schön sein können

Aus der Kategorie »just music«

Die Bedingungen stimmten, aber eine kleine Kartoffel, eine kleine zu lange frittierte Kartoffel …

Es war ja ganz gut geplant.
Anfang des Jahres entstand quasi parallel sowohl beim Chatten mit der hochgeschätzten Blognachbarin als auch bei einem Gespräch im Lehrerzimmer mit der hochgeschätzten Kollegin der Plan, einen lauen Sommerabend im Kölner Tanzbrunnen sowohl zusammen als auch zusammen mit „Wir sind Helden“ zu verbringen.
Da wir ja alle Handys – und die meisten von uns auch ein Ladekabel (ich brauch sowas ja nicht…) – haben fanden wir dann auch am Samstag Abend alle zusammen.

Zu meiner Überraschung spielte im Vorprogramm der Dendemann, den ich seit den Zeiten damals im gleichen Studio hier in der Kleinstadt und den ersten Auftritten, die ich mischenderweise begleiten konnte ja nicht mehr gesehen habe. (Hey, MC, das ist der Punkt zum neidisch werden)
Dendemann hat sich inzwischen neben einem fetten Bass, mit dem der Mischer offensichtlich überfordert war noch drei Frauen gekauft, die neben ihm auf der Bühne stehen.

Ich bin am Ende Mann - hier ist der Dendemann

Außerdem geht er immer noch grandios mit der deutschen Sprache um. Richtig geil, auch wenn ich musikalisch mit Hip Hop Live-Acts immer noch recht wenig anfangen kann.

Der Menge an sich ging es leider offensichtlich zu großen Teilen genauso – ich frage mich ein wenig, wie die Helden auf die Idee zu dieser Besetzung kamen. Ob es da inzwischen so amazon-like Pakete gibt „Wenn Sie diese Band für den Tanzbrunnen buchen, werden Ihre Besucher auch folgende Band hören„? Ich fürchte das.

Nach ein bisschen Pause dann die Helden.
Die ich ja auf Platte gar nicht so lange ertragen kann.
Tolle Texte, keine Frage, Frau Holofernes.
Aber müssen es denn diese grausamen 80er-Jahre Sounds sein? Ich ertrag es nicht. Immer, wenn ich bei S. im Beetle sitze, versuche ich, mal eine ganze CD durchzuhalten, aber diese Pseudo – New Wave – Synth – Sounds ätzen mir die Ohren leer. Vielleicht sollte ich beim nächsten Schnupfen mal Heldenmucke inhalieren…

Heldenzeit

Live rocken die vier fünf aber ziemlich gut. Hat mich etwas überrascht, aber dann doch auch sehr gefreut, denn so war es hätte es denn dann doch ein sehr sehr feiner Abend sein können.

Leider hatte ich vor dem Konzert noch Hunger und dem Pommes-Mann rutschte ausgerechnet bei mir diese kleine Fritte, die sich – weil nur 1cm lang – bisher drei Öl-Durchgänge lang tapfer im Korb festgehalten hatte in die Schale.
Diese Fritte war nicht nur inzwischen bei der Farbe von frischem Asphalt angelangt, sie erwies sich auch aufgrund der gründlichen Vorbehandlung als härter als A4 (für unkundige: das ist der Zahn hinter dem Eckzahn oben rechts).
Ich habe mal irgendwo gelesen, was ein Körper alles an Hormonen ausschüttet, wenn so etwas passiert (vor allem viel Adrenalin) und kann bestätigen: man fällt in einen ziemlichen Stresszustand. Der dann gut in Panik kippen kann, wenn man ihn läßt.
Ich hoffe, ich hab mich wenigstens einigermassen gehalten – aber es hätte alles schöner sein können.

Ach ja: Zitat der Sprechstundenhilfe: „So lange Sie keine Schmerzen haben, reicht auch Donnerstag Morgen noch, hier ist es im Moment etwas voll
Also bitte nicht lachen, wenn Ihr mich trefft. Ich tus ja auch nicht.


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Auch anderswo wird darüber gesprochen …

[...] Das schönste Konzert? Das schönste? Die Helden im Tanzbrunnen. Nicht so wegen der Musik und trotz der widrigen Begleitumstände. Weil es so schön war. [...]
[...] Inzwischen hat sich die HipHop-Szene gewandelt. Mit Aggro Berlin und der sorgsam gepflegten Kultur des gegenseitigen Dissens kann ich wenig anfangen und die Namen, die ich damals kennengelernt habe sind oft wieder verschwunden. Umso mehr hat es mich letzten Sommer gefreut, Dendemann im Vorprogramm der Helden wiederzusehen, umso mehr freut es mich, wenn der MCWinkel ihn als den derbsten überhaupt bezeichnet und umso mehr freut es mich, wenn ich gerade beim Referrer absurfen einen dezenten Hinweis auf Nico Suave finde. Ich gönne ja eh jedem arbeitenden Musiker seinen Erfolg - aber den Jungs irgendwie noch ein bisschen mehr. [...]