faded beauty, fading glory

Aus der Kategorie »just people«

Sie war die, die aus dem zusammengewürfelten Haufen der zukünftigen Pädagogikstudenten herausstach, als wir zur Erstsemesterfreizeit aufbrachen. Toll. Ziemlich toll. Und: Schön. Einfach unglaublich schön. Ein tolles Gesicht, blitzende braune Augen, groß, schlank, ein toller Körper, dem sie in vielen Stunden Turnverein beigebracht hatte möglichst geschmeidig zu wirken. Schlau schien sie auch, ein bisschen zynisch vielleicht, aber das kann ja auch sehr reizvoll sein.

Dummerweise bekam ich im Laufe des ersten Semesters mit, wie Sie das selbstständige Denken einstellte und statt dessen ihre Stimme eine Oktave hoch und den Ausschnitt ein paar Zentimeter nach unten verschob. Mit einem niedlichen Blick aus den Rehaugen bekam sie von den anderen Männern alles, was sie wollte. Bier, Computernotdienst, den neuen Futon erst billiger und dann auf das Hochbett im 5. Stock getragen, alles kein Problem.

Von mir bekam sie Verachtung, die versammelten Geschlechtsgenossen ebenso. (Vielleicht einer der Gründe, warum mein Studium und ich keine Freunde wurden, aber das ist eine andere Geschichte)

Gestern habe ich sie wieder getroffen. Der Turnverein ist lange her, das erste Wort in meinem Schandmaulzentrum im Gehirn war „teigig“. Auch die Männer um sie herum hatten deutlich nachgelassen.
Dummerweise hatte sie selbst die Veränderung im Laufe der Jahre offensichtlich nicht mitbekommen und so saß eine schwammige End-Dreißigerin in der Eisdiele und bezahlte ihren extra großen Eisbecher mit teeniehaftem Gekicher und dem freien Blick auf zu viel sekundäre Geschlechtsorgane.

Ich kam gerade vom Radfahren und fühlte mich einerseits auf einmal doppelt so gut. Andererseits aber auch sehr traurig.


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1 Reaktion

Am 03.06.2008 um 8:47 Uhr kommentierte serotonic:

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