Freiheit? (Teil 2)

Aus der Kategorie »just people«

Gestern ging es erst einmal um den Begriff Freiheit. Mir kam da eine Erinnerung an meinen Philosophieunterricht und an die Reihe zur Anarchie.

In Erinnerung geblieben sind mir nur ein paar diffuse Gedanken, die ich hier einmal in einem (wissenschaftlich wie historisch absolut unkorrekten) kleinen Dialog zu skizzieren versuchen:

  • (Der Anarchist:) Ich nehme als Voraussetzung: Der Mensch an sich ist gut.
  • (Ich:) Ok, wenn man sich den Fun-Freitag anschaut mag man daran zweifeln, aber wir wollen es mal so hinnehmen.
  • Der Mensch hat die totale Freiheit alles zu tun und zu lassen, was er will. Keine Regeln.
  • Na super, das ist ja wie Autofahren in Frankreich. Geil. Dann gehe ich also zu meinem Nachbarn, hau im kräftig eins aufs Maul um mir einen Apfel und seine Frau zu nehmen, wenn ich da gerade Bock drauf habe? Anarchie find ich gut.
  • Nein, denn der Mensch ist ja gut und weiß, dass es so nicht gehen würde. Daher gibt es Regeln der Menschlichkeit. Nicht töten, nicht klauen und so.
  • Wie? Regeln? Ich denk, wir reden hier von Anarchie?
  • Was Du meinst ist Anomie.
  • Klugscheißer. Noch mal zu den Regeln – dann ist der Mensch also auch in der Anarchie gar nicht wirklich frei?
  • Doch. Er ist frei, sich für oder gegen die Regeln zu entscheiden. Und zwar die Regeln ? Du kannst auch Werte sagen – die ihn als Menschen ausmachen, die ihn vom triebgesteuerten Tier unterscheiden. Es ist also die große Freiheit des Menschen, sich für die Menschlichkeit zu entscheiden.
  • Und wenn ich mir jetzt die Freiheit nehme, mich nicht an die Regeln der Menschlichkeit zu halten? Ich bin doch frei, wie Du sagst?
  • Du meinst jemanden, der sich bewusst außerhalb der Menschlichkeit bewegt?
  • Genau.
  • Tja, der hat sich dann ja selbst entscheiden, dass er nicht menschlich handeln will ? damit aber auch nicht menschlich behandelt werden will.
  • Du meinst, den kann man dann in den Wald jagen und da verhungern lassen?
  • Klar.

Soweit meine über die Jahre sicherlich leicht verzerrten Erinnerungen.

Spannend daran ist ja, dass Freiheit nicht die Abwesenheit von Regeln ist, sondern die bewusste Entscheidung für oder gegen welche. Und die menschliche Entscheidung ist eindeutig die für die Regeln. Auch wenn sie einen ? auf der Suche nach einem Apfel oder einer schnellen Nummer mit der Nachbarin – doch deutlich einschränken.

Wie ich darauf kam – das lest Ihr morgen.

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2 Reaktionen

Am 15.04.2008 um 18:43 Uhr meinte TheMM:

lustig, an diesen dialog erinnere ich mich auch. ob wir wohl im gleichen kurs gesessen haben?


Am 17.04.2008 um 9:38 Uhr ergänzte Christian:

Wird wohl so gewesen sein :)
Aber dann muss wohl – bis auf den Teil mit dem Fun-Freitag – ein gutes Stück auch echt so gewesen sein.


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