Freiheit? (Teil 3)

Aus der Kategorie »just people«

Gestern habe ich alte Schulerinnerungen über Anarchie-Unterricht rausgekramt.

Ich musste an all das denken, als ich jetzt eine Talkshow sah, in der sich hauptsächlich die Befürworter des freien Herumvögelns den Anhängern der Monogamie entgegenstanden. Die Stimmung im Publikum war natürlich ausgelassen und die Sympathien nicht eindeutig verteilt ? denn einerseits ist Betrügen (zumindest so frei von der Leber zugegebenes) in der Welt der Talkshow-Gäste ja durchaus verpönt, andererseits sind Menschen, die seit 20 Jahren mit der gleichen pennen ja auch total Establishment und dementsprechend Spießer. Fanden zumindest die, die es als ihre persönliche Freiheit betrachteten, alles zu bespringen, was nicht bei drei auf dem Baum war.

Mitten in diesem Wespennest stand dann mit einer großen Ruhe ein Mönch, der vermutlich eigentlich eingeladen war, um das ganz konservative Spektrum auch abzudecken und somit allen anderen das gute Gefühl zu geben, sich doch in der bequemen Mitte zu befinden. Frei genug, um nicht Mönch zu werden aber doch integer genug, um mit dem Fremdgehen nicht auch noch anzugeben.
Dieser Mönch also sagte dann einen kleinen Satz, der ziemlich unterging, weil ihn Vertreter dieser Art von Freiheitsgefühl auch gar nicht verstehen konnten ? er sagte: Im Gegensatz zum Tier das seinen Trieben folgen muss habe ich als Mensch doch die Freiheit, mich für ein Leben mit einer Person zu entscheiden.

Und damit ist er ? und das muss ich bei all meinem Missmut auf alles was mit institutioneller Kirche zu tun hat eingestehen ? verflixt nahe bei meinem alten Anarchisten.

Beide formulieren nicht die heutige Spaß-Gesellschaftsfreiheit ohne böse Grenzen, sondern den freien Willen, sich in eine auf den ersten Blick eingeschränkte Situation zu begeben. Beide heben nebenbei den Wert dieser Einschränkungen enorm an, aber das nur nebenbei.

Und was hat das alles mit mir und heute und so zu tun? Lest morgen weiter.

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