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jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Gelesen: Slash. Die Autobiographie.

Slash mit Anthony Bozza: Slash Die Autobiographie

Slash Die Autobiographie auf amazon bestellenGuns N‘ Roses waren für mich in den 90ern eine dieser Hairspray-Metal-Bands. Ich hörte erst Thrash und vielleicht die NWOBHM und später SkatePunk und Grunge und ich hasste Guns N‘ Roses.
Na ja, jeder macht mal Fehler.

GnR waren dann ja auch fix wieder weg und ich fand es nicht schade. Doch dann tauchte Slash aus der Versenkung auf und machte irgendwie guten, ehrlichen Rock. Dummerweise hörte ich aber keinen guten, ehrlichen Rock mehr und so dauerte es ein paar Jahrzehnte, bis erstens Slash und zweitens GnR wieder auf meinem Schirm erschienen. Und dann nochmal ein paar, bis ich auf diese Biographie stieß.

Worum geht’s?
Slash erzählt sein Leben: von frühen Kindheitstagen bis ca 2007; Inklusive the raise and fall von GnR – inklusive vermutlich aller Eskapaden, die er in den Jahren er- und gelebt hat. Inklusive aller Heroin-Phasen, jedes Tropfens Alkohol und eines mehrminütigen Herzstillstandes, als sein Körper nicht mehr mochte. Relativ sachlich, teilweise schon fast distanziert arbeitet er sich chronologisch durch die Jahre; und ich vermute, er würde auch nicht mehr leben, wenn es nicht inzwischen eine gewisse Distanz hätte.
Es klingt übertrieben – was aber nicht heißt, dass es nicht passiert ist“ steht oben auf dem Buchdeckel. Das ist sicher ein bisschen effektheischend, aber passt als Motto ganz gut zum Buch.

Hab ichs gemocht?
Generell haben es Biographien bei mir leicht. Rock-Biographien von Musikern die ich mag erst recht. Als GnR berühmt wurden, traf ich mich zweimal die Woche in Menden in einem schimmeligen Raum mit meiner Band und wir probten auf die große Karriere hin, vermutlich ohne den Hauch einer Ahnung, was diese Karriere bedeutet hätte. Geschichten von zerstörten Hotelzimmern, von Heroinsucht und billigen Alkohol und billigen Mädchen gehörten natürlich irgendwie zu den Legenden, die wir alle im Hinterkopf hatten – aber eher so als Relikte einer lang vergangenen Zeit.

Jetzt, Jahre später, ist es irgendwie befremdlich, diese Geschichten exakt so und noch viel schlimmer zu lesen. Zu lesen, dass eine Band, die ich nur als Stadien-füllend kannte, noch viel chaotischer angefangen hatte als wir es je waren. Dass implodierte Hotelzimmer, Alkohol und Heroin, Mädchen und endloser Suff so vollkommen selbstverständlich zu jedem einzelnen Tag gehört hatten. Und dass während der Tourneen die Band teilweise nicht miteinander sprach und sich nur auf der Bühne sah.
Wirklich interessant.
Slash erzählt, wie gesagt, alles relativ emotionslos einfach der Reihe nach runter – was aber gerade zu der Beschreibung einer Karriere viel besser passt als irgendwelche thematischen Einheiten, die dann Zeitsprünge nötig machen würden. Ich stieß – trotz meiner damaligen Abneigung – immer wieder auf Passagen, die ich damals in Funk und Fernsehen mitbekommen hatte und da wars natürlich interessant, die Lücken dazwischen gefüllt zu bekommen. Slash schont sich nicht, er wäscht angenehm wenig dreckige Wäsche und das ganze ist von Anthony Bozzy sehr unterhaltsam in Form gebracht. Ja, ich habs gemocht.

Das Buch kann man im Buchhandel oder hier bei amazon kaufen. Fällt Deine Wahl auf „hier bei amazon“ bekomme ich ein paar Cent ab.

2 Antworten zu “Gelesen: Slash. Die Autobiographie.”

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