Gestern bei einem großen amerikanischen Burger-Laden

Aus der Kategorie »just people«

an der A1. Ihr wisst schon, der Burgerladen, der inzwischen manchmal ein Cafe im Laden hat.

In eben diesem Cafe passierte folgendes…
Beteiligte: Ich und eine Frau hinter der Theke – im weiteren Verlauf als „Sie“ bezeichnet.

  • Sie guckt mich fragend müde und desinteressiert eigentlich quasi gar nicht an.
  • Ich: Hallo! ich hätte gerne zwei Eiskaffee, einen davon decaf und einen …
  • Sie: Wie groß?
  • Ich: Groß. Zwei große Eiskaffee, einer davon decaf und dazu einen Schokomuffin.
  • Sie: langsam, langsam.
  • Ich: Äh?
  • Sie: Also zwei mittlere Eiskafee …
  • Ich: nein, zwei große Eiskaffee, einer decaf…
  • Sie … und einen Schokomuffin.
  • Ich: Genau.

Sie geht schleicht steht sich zur Kaffeemaschine, die ich leider nicht einsehen kann. Deswegen sehe ich sie die nächsten 5 Minuten nicht.
Dann stellt sie nacheinander zwei Becher Kaffee vor mich auf den Tisch, legt ein Milkatäfelchen drauf, nuschelt „Geschenk des Hauses“ und steht sich zur Kuchentheke, um einen Muffin einzupacken.
Als sie wieder vor mir steht (die Schlange hinter mir reicht inzwischen quer durch den Laden, an der Friteuse vorbei, weiter hinten helfen die Wartenden beim Belegen der Burger und einer nimmt gerade den Müll mit raus):

  • Ich: Welcher ist denn der decaf?
  • Sie guckt groß einen Hauch anders
  • Ich: Welcher Kaffee ist den der decaf – das müsste ich schon wissen?
  • Sie: Was soll der sein?
  • Ich: (langsam) Welcher? Kaffee? Ist? Der? Entkoffeinierte?
  • Sie guckt auf den Kaffee, auf mich, auf ihre Maschine und steht sich wortlos wieder weg

Schon 4 Minuten später habe ich meinen Kaffee. Die Schlange hinter mir hat inzwischen die Arbeiten auf der nahen A1 unterstützt, macht dort gerade Pause und feiert meinen erfolgreichen Kauf mit frenetischem Beifall.

Wieder im Auto haben wir kurz überlegt, ob das Wort „decaf“ vielleicht reines Starbuck-Sprech ist und sie mich gar nicht verstehen konnte. Gut, sie hätte dann noch mal nachfragen können – aber S. fand ein kleines Indiz, dass sie das Wort hätte kennen können…

decaf

 

Epilog:
Früher gab es ja mal direkt bei McDonalds Eiscafe: Sie kippten in normalen Latte Macchiato eine Portion des wunderbaren Vanille-Eises hinein. Boah, war das geil.
Aber das wird eine eigene Geschichte.


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Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

11 Reaktionen

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Am 11.06.2007 um 18:28 Uhr wusste Matthias:

Also wenn ich außer Haus Kaffee trinken will, suche ich normalerweise möglicht jemanden, der sich mit sowas auskennt (eg).
Puhhh… der Link ist gut!… wenn ich bei sowas einigermaßen ernst bleiben könnte, würde ich das gerne mal nachspielen (ggg).


Am 11.06.2007 um 18:12 Uhr sagte Sven:

Meine Erfahrung bei Mc-Bedienungen legt den Schluss nahe, dass sie so eine Art Chat-Bot eingebaut haben, der nur so tut, als würde er auf Spracheingabe reagieren können, aber lieber Keywords filtert. Beispiel:

Zweite Los Wochos bei McDonalds, und mein Kumpel fragt nach dem Pommes-Gewürz, was es letztes Mal noch gab.
Kumpel: „Gibts zu den Pommes denn eigentlich wieder das Gewürz dazu?“
Bedienung: „Pommes? Die gibts in groß, in mittel und in klein.“

Äh. Ja.


Am 11.06.2007 um 18:26 Uhr kommentierte Christian:

Naja, dafür kann man sich die ewig gleichen Muster aber auch zu Nutze machen..:

Haben Sie as mit Huhn? – chrichrrccicken – ach ja später, erst essen.


Am 11.06.2007 um 19:48 Uhr wusste Christian:

@Matthias:
(Sorry, musste Deinen Kommenta zeitlich verschieben, ich hatte wohl einen kleine Zeitanomalie auf dem Server)

Tja, ich unterstütze ja auch seit Jahren die Bürgerinitiative „inhabergeführte Kaffeestuben auf die Autohöfe“ – aber wir haben noch nicht so viel Erfolg und so ist man ja noch eine Zeit lang auf die Autofahrer – Systemgastronomie angewiesen :)


Am 11.06.2007 um 23:34 Uhr meinte Johannes:

Hehehe, sehr fein geschrieben! :-)


Am 12.06.2007 um 0:24 Uhr sagte Pepino:

Ich wäre für einen kleinen Blogger-Feldversuch: wer findet eine(n) McDoof-Mitarbeiter(in), der/die mit dem Begriff „decaf“ was anfangen kann?


Am 12.06.2007 um 7:33 Uhr schriebjoerg:

*aufzeig* Ich hab als Student mal bei McD gearbeitet und war durchaus mit dem Wort decaf vertraut (obwohls das damals bei McD noch gar nicht gab, ich kannte es wohl von Amiland her)

@Christian: ich hab letztens den kühnen Versuch unternommen, an der Tankstelle Benzin und Kippen für über 25€ mit einem 25€-Benzingutschein und Bargeld zu bezahlen (denn: „Gutschein plus Karte geht nicht“) das hat mich 15 Minuten meines Lebens gekostet, die mir keiner wiedergibt. Vielleicht sollte ich diese Geschichte mal aufschreiben!


Am 12.06.2007 um 7:47 Uhr sprach Christian:

@joerg: ich erinnere mich – ich hab auch verzweifelt einen Schlenker gesucht, der mir einen Link zu Deinen „Freundlichkeit hat einen Namen“-Foto möglich gemacht hätte, aber …

Und: ach bitte, schreib doch mal auf :)


Am 12.06.2007 um 18:57 Uhr wusste joerg:

Ich hätte die Geschichte vielleicht geschrieben, aber die Pointe könnte man u.U. so interpretieren, als hätte ich einen anständigen deutschen Mineralölkonzern am Ende um 3,50€ betrogen. Mindestens könnte man aber sagen, dass ich aus Ärger über die lange Wartezeit die Kassiererin nicht auf ihren Fehler aufmerksam gemacht habe und mir das auch noch mit „ausgleichender Gerechtigkeit“ schöngeredet habe (Zeit ist schließlich auch geld, isn’t it!), aber das läuft wohl aufs selbe raus. Deshalb erzähl ich diese Geschichte vielleicht besser nicht im Internetz ;-)


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Auch anderswo wird darüber gesprochen …

Also wenn ich außer Haus Kaffee trinken will, suche ich normalerweise möglicht jemanden, der sich mit sowas auskennt (eg).Puhhh... der Link ist gut!... wenn ich bei sowas einigermaßen ernst bleiben könnte, würde ich das gerne mal nachspielen (ggg).
Meine Erfahrung bei Mc-Bedienungen legt den Schluss nahe, dass sie so eine Art Chat-Bot eingebaut haben, der nur so tut, als würde er auf Spracheingabe reagieren können, aber lieber Keywords filtert. Beispiel:Zweite Los Wochos bei McDonalds, und mein Kumpel fragt nach dem Pommes-Gewürz, was es letztes Mal noch gab.Kumpel: "Gibts zu den Pommes denn eigentlich wieder das Gewürz dazu?"Bedienung: "Pommes? Die gibts in groß, in mittel und in klein."Äh. Ja.
Naja, dafür kann man sich die ewig gleichen Muster aber auch zu Nutze machen..:Haben Sie as mit Huhn? - chrichrrccicken - ach ja später, erst essen.
@Matthias: (Sorry, musste Deinen Kommenta zeitlich verschieben, ich hatte wohl einen kleine Zeitanomalie auf dem Server)Tja, ich unterstütze ja auch seit Jahren die Bürgerinitiative "inhabergeführte Kaffeestuben auf die Autohöfe" - aber wir haben noch nicht so viel Erfolg und so ist man ja noch eine Zeit lang auf die Autofahrer - Systemgastronomie angewiesen :)
Hehehe, sehr fein geschrieben! :-)
Ich wäre für einen kleinen Blogger-Feldversuch: wer findet eine(n) McDoof-Mitarbeiter(in), der/die mit dem Begriff "decaf" was anfangen kann?
*aufzeig* Ich hab als Student mal bei McD gearbeitet und war durchaus mit dem Wort decaf vertraut (obwohls das damals bei McD noch gar nicht gab, ich kannte es wohl von Amiland her)@Christian: ich hab letztens den kühnen Versuch unternommen, an der Tankstelle Benzin und Kippen für über 25€ mit einem 25€-Benzingutschein und Bargeld zu bezahlen (denn: "Gutschein plus Karte geht nicht") das hat mich 15 Minuten meines Lebens gekostet, die mir keiner wiedergibt. Vielleicht sollte ich diese Geschichte mal aufschreiben!
@joerg: ich erinnere mich - ich hab auch verzweifelt einen Schlenker gesucht, der mir einen Link zu Deinen "Freundlichkeit hat einen Namen"-Foto möglich gemacht hätte, aber ...Und: ach bitte, schreib doch mal auf :)
Ich hätte die Geschichte vielleicht geschrieben, aber die Pointe könnte man u.U. so interpretieren, als hätte ich einen anständigen deutschen Mineralölkonzern am Ende um 3,50€ betrogen. Mindestens könnte man aber sagen, dass ich aus Ärger über die lange Wartezeit die Kassiererin nicht auf ihren Fehler aufmerksam gemacht habe und mir das auch noch mit "ausgleichender Gerechtigkeit" schöngeredet habe (Zeit ist schließlich auch geld, isn't it!), aber das läuft wohl aufs selbe raus. Deshalb erzähl ich diese Geschichte vielleicht besser nicht im Internetz ;-)