Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

GEZ-Haushaltspauschale statt Gerätegebühr?

Ich habe jetzt ein paar Tage darüber nachgedacht, was diese Refom im GEZ-Gebühren-Modell bedeutet. Wo sie gedanklich herkommt und was sie bezwecken soll. Und heute ist es mir eingefallen:

Früher hatten die verächtlich »GEZ-Schnüffler« genannten Mitarbeiter ja immer das Problem, dass sie zum Überprüfen in die Wohnungen gemusst hätten – aber eigentlich nicht durften. Sie versuchten das dann immer oft gelegentlich angeblich manchmal durch puren Druck doch zu erzwingen – aber immer mehr Bürger wussten ja, dass man die Leute auch einfach draußen stehen lassen konnte. Die GEZ hatte also ein Problem – und das ist jetzt gelöst:
Jetzt müssen die Mitarbeiter ja nicht mehr in die Wohnungen, um dort Geräte zu zählen – und Häuser zählen kann schließlich jeder.

(Disclaimer: Natürlich zahl‘ ich.)

11 Antworten zu “GEZ-Haushaltspauschale statt Gerätegebühr?”

  1. joerg sagt:

    Exakt, das war das Problem. Weshalb ich schon immer für geräteunabhängig war. Das ist gerechter als bisher. Beunruhigend allerdings, dass der Preis bleiben soll. Wo er doch nach aller Logik sinken müsste (mehr Zahler als vorher, keine Spitz… äh Kontrolleure mehr, kein nur-Radio-Tarif mehr….) Es liegt also wohl eine de facto Erhöhung vor. Und die dürfte ihren Grund in der demographischen Entwicklung haben.

    Correct me where I’m wrong.

  2. serotonic sagt:

    Ahaber! Da hat mir der @supergarv diesen Tweet hier http://twitter.com/xdest/status/15843220054 gezeigt, und soweit ich mich erinnere, weiß das Einwohnermeldeamt, dass der Mann und ich in einem Haus wohnen, aber nicht, dass wir eine Wohnung teilen. Da wird noch einiges genauer unter die Lupe zu nehmen sein bei dieser Neuregelung.

  3. Christian sagt:

    note 2 me: Nie davon ausgehen, das alle wissen WIE sarkastisch ein Blogpost gemeint ist.

    Aber im Ernst: Ich halte das alles für sehr, sehr problematisch – vor allem aus den beiden von Euch genannten Gründen.
    Man kann zwar vielleicht noch darüber streiten, ob eine Haushaltspauschale WIRLICH fair ist, weil es ja vielleicht noch Haushalte ohne irgendein Empfangsgerät gibt, aber ich schätze, dass deren Zahl wirklich sehr, sehr gering ist. mn könnte sich also vielleicht auf die Sprachregelung „bisher am gerechtesten“ einigen.
    Und wir schreien doch schließlich immer alle nach Vereinfachung …

  4. serotonic sagt:

    Dein Sarkasmus ist hier unbeschädigt angekommen, keine Sorge.

  5. joerg sagt:

    Hm, stimmt. Das Problem „wer gehört zu welchem Haushalt“ hab ich noch gar nicht gesehen. Frag mich wie die sich das gedacht haben.

    Pro Haushalt ist aber tatsächlich schon deswegen gerechter, weil es bisher lächerlich einfach war, einfach nicht zu zahlen.

    Und ungerecht den Garkeingerätbesitzern ist das neue auch nicht: abstrakt gesehen dient das Öffentlichrechtliche doch der Sicherung von Presse-, Meinungsfreiheit und also Demokratie und davon haben ja nun alle was, das sollten also auch alle mitfinanzieren. Das Programm selber ist nicht die Gegenleistung der Gebühr (herrje, in dem Fall müsste es wirklich erheblich besser sein! :-), Demokratie käme auch ohne Florian Silbereisen zurecht.

  6. joerg sagt:

    Nachtrag: da o.g. kann man doch eigentlich nur auf eine Weise lösen: Schuldner ist immer der Hauseigentümer (der es ggf. auf seine Mietparteien umlegen darf). Hätte der Staat auf elegante Weise den Verwaltungsaufwand komplett von der Backe. Aber ob da die Vermieterlobby mitmacht?

  7. Christian sagt:

    als regelmäßiger Bezieher von „Graus und Hund“ … äh … so ähnlich kann ich Dir verichern: Nein, das machen die nicht mit.

  8. Flummi sagt:

    Mal ehrlich: Ich finde das alles absolut nervtötend und bescheuert. Da leb‘ ich weit unter dem Existenzminimum, zahl‘ mich dennoch an Versicherungen (ob frei- oder unfreiwillig) dusselig, brauche Geräte wie ein Telefon und einen internetfähigen PC sowohl fürs Studium als auch für die Arbeit (ohne die ich nicht studieren könnte!) und soll das Ungenutzte auch noch pauschal löhnen, weil ich ein Dach über’m Kopf hab?
    Wenn ich dann z. B. lesen darf, daß sogar Leute, die seit zehn Jahren aus mangelndem Ehrgeiz zuhause hocken, auch noch einen Riesterbeitrag bezahlt bekommen, platzt mir der Kragen. Aus studentischer Perspektive muß ich einfach sagen, daß es inzwischen wehtut.

    Bei allem Möglichen kann ich gegen Zahlung nutzen.. Internet-Videotheken und was weiß ich. Aber da ließen sich dann die Mitarbeiter nicht kündigen, hm?

    Sorry, bin verärgert. Trotzdem liebe Grüße! ;-)

  9. Christian sagt:

    … da kommen jetzt imho mehrere Probleme aufeinander …

    Erst nochmal GEZ: Generell glaube ich wirklich, das eine Vereinfachung der GEZ-Gebührenstruktur eine gute Sache ist (Wenn man jetzt nicht komplett das Prinzip des öff.-rechtlichen Rundfunks in Frage stellt, aber da will ich jetzt hier nicht dran) Vereinfachnungen sind ja nun immer prima, wenn sich durch Ausnahmen und Ausnahmen von den Ausnahmen einerseits und andererseits durch eine Veränderung der Situation (Privatsender / Internet / … ) eine Struktur gebildet hat, die keiner mehr durchschaut.
    Und wenn man dann sagt: Generell hat eigentlich jeder heute mindestens ein Empfangsgerät, dann schätze ich aus dem Bauch heraus, dass das zu weit über 90% stimmen dürfte.

    Dass sich gerade im Web und erst recht „hier“ in Blogkommentaren jetzt die Menschen tummeln, die begriffen ahben, dass es angenehmer ist, ohne Fernsehen und radio im klassischen Sinne zu leben ist auch klar, aber wir sind nicht die Mehrheit.

    Dass Du unter dem Existenzminimum lebst (wie viele während des Studiums – ich auch damals) ist ein anderes Problem – und das nicht im Sinne von „da reden wir jetzt einfach nicht drüber“. Ganz im Gegenteil, DAS wäre mal eine Reform wert.
    Und ganz praktisch könnte man ja zB Menschen, die Wohngeld oder Bafög bekommen befreien – so als spontane Idee. Da sind die Belege und Bescheinigungen vorhanden, es gibt keinen neuen Verwaltungsaufwand …

  10. Moritz sagt:

    ich wette zum häuser zählen nutzen sie g**gle street view ;-)

  11. Christian sagt:

    … dann können sie über die mitgeschnittenen wlans auch gleich die zahl der „internetfähigen computer“ ausrechen …

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