Gitarrenhelden

Aus der Kategorie »just music«

Früher war alles … nee, nicht besser, aber anders.
Ende der 60er Jahre hatte ein gewisser Herr Hendrix der Welt gezeigt, was man mit einer E-Gitarre so alles machen konnte – und die staundende Welt hatte einen Gitarrenhelden.
Überhaupt revolutionierte sich die Musikszene gerade selbst und neben rebellischer Musik, wilden Frisuren und provozierender Kleidung waren es oft die Gitarristen, die die Zuhörer zum Staunen brachten.
Gut, Keith Moon oder John Entwistle waren auch nicht schlecht, aber Jimi Hendrix, Eric Clapton, Peter Frampton (warum der eigentlich?), Pete Townshend, Ritchie Blackmoore, Steve Lukather und später Angus Young, Eddie van Halen, Steve Vai, Yngwie Malmsteen oder auch Mark Knopfler waren schnell auch dem nicht-Musiker unter den Zuhörern ein Begriff.
Gute Trommler, Keyboarder oder sogar gute Bassisten zu erkennen, schien schwer, aber Gitarristen kannte jeder.

Und auch wir hatten damals – hatte ich eigentlich mal erwähnt, dass ich vom Dorf komme und wir nichts großartiges zu tun hatten? – natürlich unsere Gitarrenhelden. Kauften eifrig Fachblatt Musikmagazin und Gitarre und Bass und lasen lange Strecken über Verstärker, Effektgeräte, Saiten, Plektren und darüber, dass der Sound aber im Endeffekt immer aus den Fingern kommt.

Und noch heute kann ich neben der Musik, die mir so wirklich gefällt auch noch einen guten Intsrumentalisten honorieren. Schaut mich zum Beispiel die S. letztens doch sehr erstaunt an, als im Autoradio Mark Knopfler läuft.
Sie so: Häh? Das hätt ich nicht gedacht..?
Ich so: Aber das ist Knopfler, einer der …
Sie so: … besten Gitarristen, ich weiß. Aber deswegen hörst Du doch auch keine Dire Straits, nur weil der …
Ich so: Hey Vorsicht, ich hab alle Alben.
Sie so: sagt nix mehr.

Irgendwo zwischen Punk, Disco, Grunge und elektronischer Tanzmusik in ihren mannigfaltigen Ausprägungen muß das ein bißchen verloren gegangen sein – es gibt keine Gitarrengötter mehr. Oder?

Aber Robert hat trotzdem ein feines Video gefunden:
Eric Clapton und Mark Knopfler spielen Layla.


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Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

13 Reaktionen

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Am 16.01.2007 um 17:56 Uhr kommentierte Joaquin:

zumindest gibt es nicht „den Einen“ Gitarrengott, aber je nach Stilrichtung, gibt es schon Gitarrengötter. Wie wäre es mit Jeff Beck und Paco de Lucia?

Beide in dem was sie so anstellen, doch ziemlich einzigartig, bzw. göttlich?


Am 16.01.2007 um 18:05 Uhr kommentierte Christian:

klar. beide hätten durchaus in die Auswahl oben gepasst.
Aber beide kenne ich auch schon zig Jahre – ich überlege halt, ob mal jemand nachgewachsen ist.
Und: Die Jazz-Szene habe ich ziemlich bewusst aussen vor gelassen – ich find ja spannend, dass jahrelang jeder auch nur halbwegs interessierte Musikhörer irgndwelche Gitarrenhelden hatte – und dass das irgendwann einfach aufhörte.
naja, dafür kennt man heute die Lieblings-DJs :-)


Am 17.01.2007 um 22:32 Uhr antwortete Tobias K.:

Ich find ja schon, dass es da einen neuen Anwärter gäbe… : http://myblog.de/tragophil/art/55161716/Andy_Mckee_Drifting
Aber prinzipiell scheint die Beobachtung wohl schon richtig zu sein. Wobei Ritchie Blackmoore ja zur Zeit interessanteste Pfade geht. Allerdings übersieht man die Gitarrengörter der Heavymetallszene. Ich mußte da erst von einem Freund überzeugt werden, aber wenn einer den Hummelflug mit nahezu doppelter (!) Geschwindigkeit auf nem Ebass runterfetzt oder der nächste Für Elise durchjagt… dann hat das schon was… Wobei es ja heute auch kaum noch bekannte Violinisten gibt – ich nehme an das sind tatsächlich zeitliche Epiphänomene…


Am 17.01.2007 um 23:37 Uhr sprach Christian:

klar gibts gute Gitaristen – das bezweifle ich ja gar nicht.
Ich beobachte nur, dass sie aus dem allgemeinen Interesse verschwunden sind – ich bezweifle, dass heute noch jemand „Drifting is God“ an eine Hauswand scheriben würde…


Am 18.01.2007 um 14:16 Uhr meinte Tobias K.:

Hauswände braucht man ja nicht mehr seit man „Klowände“ hat =)

Aber ich stimme Dir definitiv zu. Ich frag mich nur, ob es vielleicht auch am Overkill an Information liegt. Ich kenne und vergöttere garantiert Menschen, von denen Du nie gehört hast und andersrum. Und damit wird Kommunikation irgendwie „anders“ – und genau diese Gitarrengott-Phänomene verschwinden… Leider.


Am 18.01.2007 um 14:44 Uhr sprach Christian:

hm, guter Gedanke.
Stimmt schon: Wenn ich hier heute „Miles is God“ hinschreibe, dann ist das zwar defintiv richtig, interessiert aber keine Sau.
Als in den sechtzigern irgendwer „Clapton is God“ schmierte (war das zwar definitiv falsch) aber es war ein Skandal, der durch die Welt ging.


Am 19.01.2007 um 13:27 Uhr sprach Tobias K.:

In den sechzigern schmierten die auch „Frodo for President“. Ich glaub ja, dass man die Dekade an sich historisch nicht so ernst nehmen darf ;-)

Wie wär’s mit Dave Stewart?


Am 19.01.2007 um 15:42 Uhr sagte Christian:

Dave Eurythmics Stewart?
Großartiger Kompnist, keine Frage.
Gitarrist?
Und: sooo neu ja auch nicht dabei …

Oder hab ich wen verpasst und es gibt noch jemand gleichen Namens?


Am 20.01.2007 um 1:25 Uhr sagte Joaquin:

@Tobias K.
Andy McKee ist nicht schlecht, aber er ist nicht der einzige der die Gitarre heutzutage so spielt und er war auch nicht der erste.
Man muß es halt wirklich betonen, heutzutage sind die Gitarristen, rein technisch gesehen, weit über dem, was es in der 70ern und 80ern, gab. Und wenn man sich bei youtube einige 16-Jährige anschaut, dann kann einen das schon richtig frustrieren. Aber so klischeehaft es auch klingt, dass sog. „Feeling“ und Gespür für den Ton und Melodien, wie es ein z.B. David Gilmour hat, findet man selten. Und das macht für mich im großem, einen guten Gitarristen aus!
!


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Auch anderswo wird darüber gesprochen …

zumindest gibt es nicht "den Einen" Gitarrengott, aber je nach Stilrichtung, gibt es schon Gitarrengötter. Wie wäre es mit Jeff Beck und Paco de Lucia?Beide in dem was sie so anstellen, doch ziemlich einzigartig, bzw. göttlich?
klar. beide hätten durchaus in die Auswahl oben gepasst.Aber beide kenne ich auch schon zig Jahre - ich überlege halt, ob mal jemand nachgewachsen ist.Und: Die Jazz-Szene habe ich ziemlich bewusst aussen vor gelassen - ich find ja spannend, dass jahrelang jeder auch nur halbwegs interessierte Musikhörer irgndwelche Gitarrenhelden hatte - und dass das irgendwann einfach aufhörte.naja, dafür kennt man heute die Lieblings-DJs :-)
Ich find ja schon, dass es da einen neuen Anwärter gäbe... : http://myblog.de/tragophil/art/55161716/Andy_Mckee_DriftingAber prinzipiell scheint die Beobachtung wohl schon richtig zu sein. Wobei Ritchie Blackmoore ja zur Zeit interessanteste Pfade geht. Allerdings übersieht man die Gitarrengörter der Heavymetallszene. Ich mußte da erst von einem Freund überzeugt werden, aber wenn einer den Hummelflug mit nahezu doppelter (!) Geschwindigkeit auf nem Ebass runterfetzt oder der nächste Für Elise durchjagt... dann hat das schon was... Wobei es ja heute auch kaum noch bekannte Violinisten gibt - ich nehme an das sind tatsächlich zeitliche Epiphänomene...
klar gibts gute Gitaristen - das bezweifle ich ja gar nicht.Ich beobachte nur, dass sie aus dem allgemeinen Interesse verschwunden sind - ich bezweifle, dass heute noch jemand "Drifting is God" an eine Hauswand scheriben würde...
Hauswände braucht man ja nicht mehr seit man "Klowände" hat =)Aber ich stimme Dir definitiv zu. Ich frag mich nur, ob es vielleicht auch am Overkill an Information liegt. Ich kenne und vergöttere garantiert Menschen, von denen Du nie gehört hast und andersrum. Und damit wird Kommunikation irgendwie "anders" - und genau diese Gitarrengott-Phänomene verschwinden... Leider.
hm, guter Gedanke.Stimmt schon: Wenn ich hier heute "Miles is God" hinschreibe, dann ist das zwar defintiv richtig, interessiert aber keine Sau.Als in den sechtzigern irgendwer "Clapton is God" schmierte (war das zwar definitiv falsch) aber es war ein Skandal, der durch die Welt ging.
In den sechzigern schmierten die auch "Frodo for President". Ich glaub ja, dass man die Dekade an sich historisch nicht so ernst nehmen darf ;-)Wie wär's mit Dave Stewart?
Dave Eurythmics Stewart?Großartiger Kompnist, keine Frage.Gitarrist?Und: sooo neu ja auch nicht dabei ...Oder hab ich wen verpasst und es gibt noch jemand gleichen Namens?
@Tobias K.Andy McKee ist nicht schlecht, aber er ist nicht der einzige der die Gitarre heutzutage so spielt und er war auch nicht der erste.Man muß es halt wirklich betonen, heutzutage sind die Gitarristen, rein technisch gesehen, weit über dem, was es in der 70ern und 80ern, gab. Und wenn man sich bei youtube einige 16-Jährige anschaut, dann kann einen das schon richtig frustrieren. Aber so klischeehaft es auch klingt, dass sog. "Feeling" und Gespür für den Ton und Melodien, wie es ein z.B. David Gilmour hat, findet man selten. Und das macht für mich im großem, einen guten Gitarristen aus!!