Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Heavy Funky Stuff

Irgendwann vor vielen, vielen jahren gab es noch kein Privatfernsehen (zumindest in meinem Dorf nicht) – aber es gab öffentlich-rechtlich eine ziemlich gute Musiksendung namens „Ohne Filter“.

Da trat ein damals noch deutlich jüngerer Joe Cocker auf. Der hatte gerade ein bisschen so etwas wie ein Comeback gefeiert, was sicherlich auch an einem sehr eingängigen Titel namens „Unchain my Heart“ lag, der es auch ins Mainstream-Radio schaffte.
Zu Beginn dieses Songs wiederum hörte man erst ein bisschen Klavier und (nur live) Saxophon-Gedudel und dann beginnt ein ziemlich funky Bass mit dem eigentlichen Groove. Wer sich nicht erinnert kann ja mal eben zu YouTube gucken und hören gehen.
Womit wir endlich beim Thema wären.

Diesen Bass spielte nämlich damals ein gewisser T.M.Stevens ein. Auch beim Auftritt (ja, ein komplettes Konzert einfach so im Fernsehen) bei „Ohne Filter“ war er dabei.
Man stelle sich als vorne Herrn Cocker mit seinen typischen, fast spastisch wirkenden Zuckungen vor, dahinter eine typische end-80ger-Bluesband in doofen Jackets und mittendrin …

Ja. Mittendrin einen großen, schwarzen Bassisten mit blonden, schulterlangen Dreadlocks, Leoparden-gemusterten Cowboy-Stiefeln über einer blau-getigerten Leggins, einem Leoparden-Shirt und einem langen, glänzenden Mantel der aus ca.10cm breiten Streifen zusammengenäht war. Immer abwechselnd blau getigert, blau-hellblau gestreift, blau-leopard. Fette Sonnenbrille und den Bass lässig so ca. über dem Knie hängen.
Uns blieb beim ersten Sichtkontakt der Mund offen stehen.

Beim berühmten Anfang vom schon erwähnten „Unchain my Heart“ begannen Herr Cocker, sein Pianist und sein Saxophonist wie gewohnt das Stück und warteten auf Mr Stevens‘ Einstieg.
Der hatte dummerweise gerade entdeckt, dass die Kamera ihn entdeckt hatte und poste herum. Breites Grinsen, Zunge raus, Zähne fletschen und so. In Grossaufnahme.
Im Hintergrund hörte man, wie dem Saxophonisten beim langen Ton am Ende des Gedudels die Luft aus ging.
Dann war es still.
Und dann sah man, wie Mr Stevens einfiel, dass er(!) derjenige war, der gegen diese Stille etwas tun müsste. Immer noch in Großaufnahme.
Wir fielen vor Lachen um.

Am Dienstag war T.M. Stevens in Iserlohn im Henkelmann und hat verdammt heavy funky Stuff gespielt. Laut. Sehr laut. Geil. Gehr geil.
Herr TheMM und ich waren da und haben uns die Gehörgänge freipusten lassen.
Falls Ihr also irgendwo auf ein Konzert von T.M.Stevens und/oder das Shocka Zooloo Project stoßt: Hingehen.
Hier sind die aktuellen Tourdaten.

(Vielleicht darf ich ja eines seiner Fotos zwecks Illustration des Herrn Stevens heutzutage hier noch benutzen?)

3 Antworten zu “Heavy Funky Stuff”

  1. joerg sagt:

    Tolle geschichte, erzähl ich heute abend unserem basser wenn wir unchain my heart spielen :-)

  2. Christian sagt:

    mit der warnung „wenn dir das je passiert fliegst du aus der band“, oder wie? :)

  3. joerg sagt:

    Wir hatten diesmal alle 5 circa 1 so’n Kündigungsgrund geliefert und sind daher noch vollzählig. (Gelungener Auftritt sag ich mal, sonst is immer der Sänger alles schuld! ;-)

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