Her mit den kleinen Däninen

Aus der Kategorie »just music«

Irgendwann vor knapp einem Jahr zappte ich bei 3sat rein und hörte einen Posaunisten, der zusammen mit Gitarrist eine kleine blonde Sängerin begleitete. Sowohl Surrounding als auch Bühne und Sendung machten eher einen »artificial« Eindruck, im Hintergrund waren die rautenförmigen Tücher gespannt, die Setdesigner über 50 für Jazzkonzerte trendy finden und das Publikum stand zwischen Nordsee und H&M, weil es das tausendjährige Jubiläum des Mainzer Doms feierte.
Trotz diese recht widrigen Umstände hörte ich einen Moment rein und behielt die Sängerin in durchweg positiver Erinnerung – leider war das EPG mal wieder aus und ich hatte den Computer schon runtergefah…hahaha war irgendwie zu faul im Netz nachzuschauen, wer das denn wohl war.

Kurz danach lief eine Wiederholung von Inas Nacht – eine Sendung, die ich immer wieder gerne sehe – und dort machte sich Frau Müller zum absoluten Vollhorst, als sie fangirly wie selten um eine etwas irritiert schauende Sängerin herumhüpfte – die trotzdem genauso überzeugend auftrat.

Diesmal war ich nicht zu faul und ich stiess erstens auf den Namen »Tina Dico« und zweitens auf ein Video aus Roskilde, wo Frau Dico mit dem gleichen Song, mit dem sie Inas kleine Kneipe füllte den Platz rockt.

5 Minuten später war Apple allgemein und iTunes speziell den Gegenwert von 3 Alben reicher.

Vor einer Woche spielte Tina Dico im Dortmunder Konzerthaus und wir waren mit noch einer Freundin da. Es war jetzt das dritte Popkonzert, das ich im Konzerthaus erlebte und wie jedesmal bin ich sehr hin- und hergerissen. Nicht von Frau Dico, von der bin ich nur immer noch hingerissen. Unglaublich. Ihr Vorprogramm Helgi Jonsson – gleichzeitig auch Pianist, Posaunist und verantwortlich für »all the rest« wie Tina bei der Bandvorstellung sagte brachte es am Ende seines eigenen Sets auf den Punkt: »Sie ist eine absolut unglaubliche Songschreiberin … (versonnene Stille) … Wahnsinn«

Aber das Publikum … ich hatte zwischendurch das tiefe Bedürfnis, mich bei Tina für das verhaltene Publikum zu entschuldigen. (Facebook sei Dank konnte ich das auch). Tja. Man kriegt vielleicht das Publikum aus einem Konzerthaus, aber nie das Vormiete-B-Verhalten aus einem Konzerthaus-Publikum.

Trotzdem – oder gerade deswegen: Frau Dico ist noch in Deutschland unterwegs und absolut einen Besuch wert.

Hach.


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Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

9 Reaktionen

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Am 18.10.2010 um 14:55 Uhr sagte rebhuhn:

‚Däninen‘ – habe sehr gegrinst..

und ja, ich liebe sie auch. hab‘ sie schon vor einer weile entdeckt, aber irgendwie scheinst du für das ‚zu konzerten gehen‘ zuständig zu sein ^^.

erwähnte ich schon, daß ich im november zu imogen gehe :)?


Am 18.10.2010 um 15:25 Uhr ergänzte Christian:

Ja, Konzerte sind Lebensqualität – es geht nichts über gute Livemusik. Über echte Musiker, die sich zuhören und zusammen etwas machen …

Äh, ja, Du erwähntest. Aber hatte ich nicht da schon nur fragend geguckt? :)


Am 18.10.2010 um 16:31 Uhr sprach rebhuhn:

stimmt. da war was. mea culpa ^^.


Am 19.10.2010 um 11:58 Uhr kommentierte Dentaku:

„Vormiete-B-Verhalten“?


Am 19.10.2010 um 12:07 Uhr antwortete Christian:

@Dentaku:
– Angfang der Saison Vormiete Reihe B (oder A oder …) gebucht.
– Überall hingehen, no matter what or why.
– sichtbar und auch gerne lautstark genervt sein, wenn die Ansprüche nicht erfüllt sind
– spätestens in der Pause gehen, wenn die Ansprüche nicht erfüllt sind

Insgesamt also: Nicht ins Theater gehen, weil da etwas ist, was einen interessiert, sondern weil man ja seit 20 Jahren immer brav irgendein Abo nimmt und da halt hingeht. Weils halt so ist.


Am 31.10.2010 um 11:33 Uhr antwortete joerg:

Ich kann der Müllerin ja fast nie für was böse sein, außer für die kurzen Haare vielleicht, aber jedenfalls nicht für an der Peinlichkeitsgrenze rumturnendes Fantum, denn das zeigt ja erstmal hauptsächlich ihren guten Geschmack und die Dico würde ich vielleicht ohne die Sendung gar nicht kennengelernt haben. (Naja, obwohl: spätestens hier bei dir dann eben ;-)


Am 01.11.2010 um 9:19 Uhr sagte Christian:

> Ich kann der Müllerin ja fast nie für was böse sein,

same here.

> außer für die kurzen Haare vielleicht,

… äh. Ehrlich gesagt ja. So viel Spliss kann sie doch nun auch nich gehabt haben ..?

> aber jedenfalls nicht für an der Peinlichkeitsgrenze
> rumturnendes Fantum

Nein. Never, so wars auch nicht gemeint.


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Auch anderswo wird darüber gesprochen …

[...] ich zähl auf Euch. Nach dem letzten Konzert habe ich mich bei Tina für den Rest des Publikums entschuldigt – ich möchte das nicht wieder tun. oder: Vorfreude. Mülheim, ich zähl auf Euch. [...]
[...] die Frau Dico, der ich ja schon im letzten Herbst ausführlich huldigte wäre ein paar Worte mehr wert, denn ich habe ihr gestern Abend wieder zuschauen und [...]