Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Ich bin Webworker

1. Was machst du beruflich?

Ich nenne es „Webdesigner und Internetconsultant“.

2. Was ist gut – was ist nicht so gut daran?

Ich verbringe den ganzen Tag mit meiner großen Liebe, dem Web. Ich schreibe rein, ich gestalte Zeugs dafür, ich erkläre es anderen Menschen, die sich darüber freuen, dass ich mich damit auskenne und manchmal schreibe ich auch darüber. Und selbst, wenn ich mich völlig hirnlos durch facebook prokrastiniere kann ich immer noch behaupten, dass ich gerade etwas recherchiere. (Das ist so ähnlich wie der Gitarrist, der nachmittags halbtrunken auf der Couch vor sich hinklimprt und natürlich „komponiert“, denke ich). Das alles ist echt ziemlich töfte, weil ich dieses Web wirklich liebe.

Nicht so prima ist es, dass viele Menschen nicht verstehen, was ich mache. Manchmal macht das in bestimmten sozialen Situationen etwas einsam. Wenn sie mich fragen, ob ich denn dann auch jemanden wüsste, der ihnen eine „Homepage macht“, nachdem ich erzählt habe, was ich tue. Oder wenn sie mir erklären, was ihr Windows 98-PC letzte Woche für seltsame Fehlermeldungen gemacht hat und ob ich die reparieren kann. Und erst recht, wenn dann plötzlich alle erzählen, was ihre Windows 98-PCs letzte Woche …

Und was auch manchmal gar nicht so einen Spaß macht: Wenn ich merke, dass Menschen mit ganz wenig Ahnung und viel Macht zwar einerseits für ihren eigenen Machterhalt am liebsten die Gehirne ihrer Bürger/Angestellten/Mitmenschen verkabeln und anzapfen würden – andererseits aber so eine Angst vorm Vernetzen haben, dass sie am liebsten das ganze Web kaputtsperren möchten.

3. Was wäre dein absoluter Traumberuf?

Trotz der zwei genannten „abers“ – ich habe meinen Traumberuf.
Früher wäre ich gern auch mal Musiker geworden, ich denke, ich bin ein ganz passabler Bassist. An zwei Stellen, als ich darüber nachdenken musste, ob das eine ernsthafte Geschichte mit uns beiden, der Musik und mir werden könnte, habe ich aber gemerkt: Fummeln ja – aber nicht „Ja, ich will!“

4. Warum gerade dieser?

Sex. Drugs. Rock’n’Roll. Oder so. Und nachmittags halbtrunken auf der Couch vor sich hinklimpern und behaupten, man arbeite. Was man sich halt so vorstellt.

Via Anke, Isa, Percanta.

3 Antworten zu “Ich bin Webworker”

  1. […] geht gerade im Internet rum. Man kann interessante Selbstbeschreibungen lesen — zum Beispiel hier oder hier. Aber eigentlich geht man am besten zu Anke Gröner, denn die pflegt eine ganze […]

  2. […] Kiki hats vorgemacht. Und Recht hat sie, ich hab ja auch noch mehr gemacht als nur dieses Internetzeugs. […]

  3. […] in der letzten Woche durch die Blogs und es gibt schon viele schöne und lesenswerte Antworten darauf. Am berührendsten fand ich die Antworten von Percanta, doch lest selbst. Ich habe tagelang […]

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