Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Ich weiß schon, warum ich da nich mehr rausgehe

Böse Menschen behaupten ja, ich ginge zu wenig nach „da draußen“.
Gerade war ich. Und weiß wieder, warum ich das gerne recht reduziert halte.

Erst war ich in der Werkstatt. Unterm Wagen hatten sich unhübsche Ölflecken gebildet, nicht groß, aber wo ich doch erstens noch Garantie habe, zweitens ja eh vor nicht-mal-vier-Wochen bei der Inspektion war und drittens diese Woche noch zweimal nach da draußen muss – und dann auch noch weit – da dachte ich, ich wollte das doch lieber geregelt haben.

Rief also gestern meine Werkstatt an, erklärte mein Anliegen und wurde gefragt, ob’s denn dringend sei, sie hätten erst Termine in zwei Wochen.
Nö, kein Problem, wer braucht schon Öl?
Naja, wenn ich wollte, dann sollte ich mal heute Mittag kommen, vielleicht hätte ja jemand Zeit den Wagen mal schnell auf die Bühne zu heben.

Ich also gerade hingefahren – und ich hatte Glück: Die Halle war leer, ich hatte wohl exakt den Moment erwischt als alle aus der Mittagspause kamen.
Dem Meister mein Anliegen erklärt und siehe da: Auch er befand, dann müsse mal wohl mal gucken.
Der erste Blick unter den Wagen machte dann recht schnell klar, wo das Öl herkam (Ablass-Schraube) und er erklärte mir in größter Selbstverständlichkeit, dass da wohl jemand bei der Inspektion nach dem Ölwechsel eben diese Schraube nicht wieder zugezogen habe. Und konstantierte stolz: »Gucken’se mal, die kann ich ja mit der Hand drehen!«

Äh ja. Gut, dass exakt er auch derjenige war, der mir den Wagen zur Inspektion abnahm – dann weiß wenigstens ICH, wer Schuld ist.

° ° ° ° °

Wo ich einmal unterwegs war, dachte ich »Gib Dir doch die ganze Dröhnung« und fuhr noch zum T-Punkt. Die versprechen mir schließlich seit knapp 3 Jahren, dass das DSL 16.000 was ich bezahle bald auch wirklich verfügbar ist – und ich wollte jetzt noch mal nachfragen. Und dann etwas ändern: Entweder schnelleres DSL oder weniger bezahlen.
Ersteres wäre mir natürlich lieber gewesen, aber sie wissen immer noch nicht, ob und wann wir hier schnelleres DSL bekommen – also haben wir meinen Vertrag runtergestuft.
Das lief auch alles recht glatt, bis mich die freundliche Auszubildende dann fragte, wie ich denn in Zukunft über Produktneuigkeiten auf dem Laufenden gehalten werden wollte: Per eMail, Telefon oder Brief? Die geeigte Leserin wird meine Antwort wissen: Freundlich lächelnd »Gar nichts davon«

  • Das geht nicht
  • Klar, warum nicht?
  • Ich muss hier eins ankreuzen, damit sie das unterschreiben können!
  • Nö, das ist eine unzulässige Kopplung, was soll mein Auftrag bitte mit Ihrer Produktwerbung zu tun haben?
  • … äh … ? Da muß ich den Chef fragen, ob das doch geht …
  • Ja bitte.
  • Chef? Der Herr möchte gerne keine von den drei Möglichkeiten hier …
  • Chef: Ja, dann lassen Sie das frei. (Zu mir) Dann bekommt er aber auch keine Infos…
  • Ja, genau. Bestens.
  • (sie flüsternd zu mir): Komisch, mir hat er letzte Woche noch beigebracht, dass ich da immer was ankreuzen muss …hab ich wieder was gelernt.

Ja, ich auch. Nämlich dass offensichtlich eine Auszubildende mindestens im Unklaren darüber gelassen worden ist, was die Kunden für Rechte haben. Ein Schelm wer jetzt denkt, dass sie so deutlich bestimmter auftreten und die Kunden davon überzeugen kann, sich Werbung zuschicken zu lassen.

Und da wundert Ihr Euch, dass ich Kontakmöglichkeiten bevorzuge, wo sich die Deppen mit einem beherzten Alt-F4 abschießen lassen?

3 Antworten zu “Ich weiß schon, warum ich da nich mehr rausgehe”

  1. […] war doch gar nicht so lange her, dass ich ein bisschen über die Pratiken des hiesigen T-Punktes […]

  2. rebhuhn sagt:

    ich hoffe dann ja immer, daß diese leute google alerts kennen und nutzen ^^… und bin trotzdem optimistisch und sage: rausgehen rulez! [auch und gerade weil ich ab und zu zum stubenhocker mutiere.]

  3. Christian sagt:

    zwischen nich-rausgehen und stubenhocken gibts ja auch noch den Zustand nur-noch-angenehme-Dinge-draussen-machen – den find ich ganz prima.

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