Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

In Time

Plakat »In Time«Wir haben es in den letzten Tagen tatsächlich mal wieder geschafft, ins Kino zu gehen. Sogar ein paar Mal. Darüber, dass ich mir zweimal den Vampirfilm angeschaut habe erzählich ein anderes Mal, aber richtig beeindruckend fand ich gestern Abend »In Time – Deine Zeit läuft ab«

Die Story ist eigentlich recht einfach:

Der Film spielt in der Zukunft und beschreibt eine neue Form des weltweiten Wirtschaftssystems. Die Währungen wurden durch Lebenszeit ersetzt, die wie Geld verdient und ausgegeben, sowie auch verschenkt oder gestohlen werden kann. In dieser Zukunft endet der Alterungsprozess eines jeden Menschen aufgrund einer Genmanipulation im Alter von 25 Jahren. Um eine Überbevölkerung der Erde zu vermeiden, bleibt danach eine restliche Lebenszeit von einem Jahr, die von einer implantierten Uhr auf dem Unterarm als Countdown angezeigt wird. […]
Will Salas lebt in einem Ghetto […], die Menschen dort leben von einem Tag auf den anderen und haben selten mehr als einen Tag Restlebenszeit auf der Uhr. Er rettet in einer Bar Henry Hamilton vor den sogenannten „Minute-Men“, einer Gruppe von Kriminellen, welche Besitzer von Lebenszeit bestehlen. Er bekommt von dem Geretteten aus Dankbarkeit 116 Jahre geschenkt, bevor sich dieser danach das Leben nimmt. […] Er durchquert mit der nun gewonnenen Zeit einige Zeitzonen und gelangt nach New Greenwich, einem sozial starken Gebiet […] Dort lernt er den sehr reichen Finanzmogul Philippe Weis und seine Tochter Sylvia kennen. Er gewinnt im Casino 1100 Jahre gegen Philippe beim Pokern und lernt dessen Tochter näher kennen. Doch er wird vom „Timekeeper“ Raymond Leon und seinen Kollegen, die den Auftrag haben, das Wirtschaftssystem im Gleichgewicht zu halten, verfolgt, die Salas unterstellen, er sei zu Unrecht im Besitz seiner Lebenszeit. Leon konfisziert Wills gesamte Zeit bis auf zwei Stunden. Als Leon sich danach abwendet, überlistet Will dessen Gehilfen, nimmt Sylvia als Geisel und flieht zurück nach Dayton.

(Aus der Wikipedia)

Nicht wirklich überraschenderweise kommen sich die beiden während der Verfolgung näher und die verwöhnte Tochter beginnt, das System von Zeitreichtum und -Armut zu hinterfragen.

Was uns wirklich beeindruckte war die Stimmung des Films. Während Science-Fiction-Filme ja gerne in die Falle tapsen, alles möglichst »hypermodern« darzustellen (und dann schon drei Jahre später bei der sat1 FilmFilm-Premiere veraltet und albern wirken) haben die Macher von »In Time« darauf verzichtet. Die Städte sehen ziemlich normal aus, die Autos sehen sogar eher aus, als wären es spät-70er-Fastbacks als heutige Autos. Nur die Uhren im Unterarm sind halt sehr science-fiction.
Aber genau deswegen – vermute ich – zog uns der Film völlig in seinen Bann.

Denn so einfach die Idee des Films an sich ist, so perfide ist sie dann, wenn man sie weiterdenkt: Zeit kann zwischen zwei Menschen durch einfachen Körperkontakt ausgetauscht werden, sie kann aber auch in kleinen Geräten gespeichert werden.
Und da die Menschen, wenn ihre Uhr im Arm abgelaufen ist, auf der Stelle tot umfallen und man durch einen einfachen Blick auf den Arm feststellen kann, wie lange sie noch haben, leben alle in einer ständigen Bedrohung. Bedrohung zu sterben, Bedrohung beraubt zu erden. Wobei so ein Raub dann auch schnell lebensbedrohlich ist.

Herr Timberlake gefällt mir schauspielend jedesmal besser und Frau Seyfried – Freundinnen der gepflegten HighSchool-Detektiv-Unterhaltung als tote aber erstaunlich präsente Lilly Kane bekannt – bekommt schon alleine für ihre Langstrecken-Sprints auf 12cm-Hacken einen Ehrenpreis. Hat aber auch sonst sehr gefallen.

Wir sind dann durchs Parkhaus gerannt wie die blöden und haben im Auto gemerkt, dass wir da wohl noch in der Stimmung gefangen waren.

Like! Wie man so neudeutsch ja gerne sagt.
★★★★★★★★☆☆

Bechdel-Test bestanden?
1. Es müssen mindestens zwei Frauen mitspielen, die
2. miteinander reden
3. und zwar über etwas anderes als Männer.
Will hat eine Mutter, die kurz mit ihm reden darf. Sylvias Vater hat Frau und Mutter, die beide kurz je einen Satz zu ihm sagen dürfen.
Bechdel-Test bestanden? Haha.

3 Antworten zu “In Time”

  1. rebhuhn sagt:

    das ist ja interessant – wir hatten uns dagegen entschieden, aber vielleicht revidieren wir das jetzt.
    [name-dropping. heute: bechdel-test… und schon schaue ich feministfrequencies youtube-kanal ^^.]

  2. […] Mein zuletzt gesehener Film war In Time und darüber habe ich ja schon was gesagt. […]

  3. Dentaku sagt:

    Ist da ein klein wenig Logan’s Run drin?

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