Joschka Fischer

Aus der Kategorie »just cats«

Irgendwann im April 2005 bekam eine Feldkatze irgendwo auf dem Land hinter Unna in einem Haufen Heu einen Wurf Junge. Nichts ahnende vorbeigehende Menschen fassten die kleinen Kätzchen an und die Mutter verließ sie; aber zum Glück fand sie ein in der Nähe lebendes Paar und rettete sie über die ersten Wochen.
Auf die Zeitungsanzeige meldete sich ein Mendener Pärchen, die gerade in ein Haus mit Garten eingezogen waren. Sie hatten Glück: Das letzte, kleinste, schwarzweiße Baby-Kätzchen war noch da.

Als sich die potentiellen neuen Katzeneltern bei den Pflegeeltern vorstellten, tobte das schwarz-weiße Fellknäul gerade durch die Wohnung. Dann sah es die neuen Menschen, sprang auf die Couch wo die beiden saßen, legte eine Pfote nach rechts auf sein Bein, eine nach links auf ihrs und schlief schnurrend ein.
So kam Joschka zu uns.

Sie war die unfassbar beste Katze, die wir uns hätten wünschen können.
Wir waren uns nicht so ganz einig, ob und wie viele Katzenmöbel wir in der Wohnung ertragen wollten – sie löste das für uns: Sie interessierte sich einfach nicht für Katzenmöbel. Die waren unter ihrer Würde. Ebenso Katzenspielzeug, dafür war sie zu cool.
Sie spielte mit Mäusen, Libellen, Vögeln, den kleinen Kröten aus dem Teich, ein paar Maulwürfen und versuchte sich auch an einem Reh. Sie schlief am Kopfkissen oder unter meinem Kinn, da brauchts keine eigenen Möbel.

Sie kannte unterschiedliche Wörter für „Hallo!“ wenn sie uns an der Tür erwartet hatte, natürlich für „Hunger“ und „Das ist kein Essen, das ist Papp!“ und seit diesem Jahr auch für „es ist zehn Uhr, ich krieg jetzt Käse“ (mit Tabletten drin, aber das haben wir ihr nicht gesagt)
Und sehr deutliche für „jetzt will ich vom Arm runter“.

Sie hat einen Darmverschluss, zweimal Nierensteine, einen bösen Sturz in einen Zaun und zwei Autounfälle überlebt. Sechs Leben.

Seit etwa zweieinhalb Jahren mussten wir den Herzfehler behandeln lassen und nachdem sie sich auf die riesige Tablettendosis eingestellt hatte, feierte sie dieses Jahr nochmal den Sommer ihres Lebens; so viele Mäuse hat sie uns zuletzt 2006 gebracht, als alles hinter der Terrassentür noch so unfassbar aufregend und neu war.
Wir haben jeden Tag davon als Geschenk gefeiert.
Am Montag hatte sie eine Thrombose und die Ärztin sah die Lungen voll Wasser.
Sieben.

Ich habe seit 12 Jahren mein Büro im Haus, habe 12 Jahre mit nur 5 Tagen Unterbrechung mit ihr jeden Tag zusammen gelebt und habe nicht die geringste Ahnung wie das jetzt alles weiter gehen soll.


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Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.