Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Kennen Sie einen Offliner?

Ja, ich weiß, es ist schwierig, ausgerechnet im Internet nach Offlinern zu suchen. Aber: Vielleicht haben Sie ja schon einmal einen getroffen. Einen von diesen Menschen, die Computer blöd / suspekt / überflüssig / nur nervig finden und darauf warten, dass diese Modeerscheinung »Internet« endlich wieder verschwindet.
Jaha, die gibt es nämlich. Mir hat letztens ja noch einer erklärt, dass er nichts ins Netzt schreibt, weil dann ja jedesmal an anderer Stelle etwas herunterfällt, also gelöscht wird. Weil ja die Speicher schon lange alle voll sind mit dem ganzen Kram, den alle ins Netz schreiben.
Aber ich gleite ab.

Wo war ich? Ach ja: wenn Sie so jemanden kennen, dann laden Sie sich doch bitte die Fragen von www.mindthegap-magazin.de herunter, speichern sie für ihn auf einer Diskette* und bitten ihn freundlich, ein paar Antworten zu schreiben. Es ist auch für einen guten Zweck, es gibt nämlich Karmapunkte galore. Und wenn wir den Grimme-Online- / Literatur-Nobel- oder irgend einen anderen Preis bekommen, dann kommen Sie in der Dankesrede vor. Versprochen.

*) Bitte geben Sie ihn nicht einfach die URL! Ich habe nämlich lernen düfen, dass es Menschen gibt, die die Textlinks auf der Seite nicht fanden, obwohl sie den Text gelesen hatten. Das ist erstens schade und zweitens fürchte ich, die haben ein sehr langweiliges Internet

13 Antworten zu “Kennen Sie einen Offliner?”

  1. Susi sagt:

    Mein Vater ist so einer! Der würde den Fragebogen aber wohl eher handschriftlich ausfüllen. Und dann per Post schicken. :-)

  2. Christian sagt:

    Hervorragend. Immer her damit!

  3. Thomas sagt:

    Was bringt Dich eigentlich dazu, zu denken/glauben/wissen, dass Offliner nicht mehr alle Tassen im Schrank haben oder evtl. doof bzw dumm sind ?

  4. Christian sagt:

    Nichts, und wenn das hier so rüberkam, dann tuts mir leid. Aber ich bin auch recht sicher, nirgends ‚doof‘ oder ‚dumm‘ gesagt zu haben.

    Aber im Ernst: Wenn ich das ernsthaft dächte, dann würde ich Mind The Gap nicht anfangen. Denn dort will ich eben diesem Vorurteil entgegentreten. Und auch dem der Offliner, dass „wir“ Internet-Power-Benutzer (oder wie auch immer man uns nennen mag) seltsam sind.

    Denn ich will dort in Intervies Menschen die Möglichkeit geben, sich vorzustellen und auch von ihren Bedenken oder auch Ängsten zu erzählen. Und das im gegenseitigen Respekt.

    Viele dieser Vorurteile kommen ja daher, dass man ‚die andere Seite‘ gar nicht wirklich kennt. Ich hab zB heute noch eMail-Kontakt mit wem gehabt, der an anderer Stelle im Web durch den Kakao gezogen wurde – weil er etwas ‚ach so dummes‘ gemacht hatte. Ich habe ihn dann per Mail gefragt, warum er so handelt und habe eine sehr schlüssige Begründung bekommen, die sehr von Medienkompetez zeugt. (Leider möchte er aber nicht, dass ich darüber schreibe, und so wird jetzt im Web weiter nur seine scheinbare Dummheit abgefeiert werden; da muss ich mir noch etwas überlegen)

    Hier im Blog formuliere ich sicher manchmal etwas flapsiger, das liegt aber auch daran, dass ich die meisten meiner Leser inzwischen persönlich kenne. Da rutscht mir vielleicht mal ein Spruch raus, der ist dann aber nicht disrespektierlich gemeint.

  5. Thomas sagt:

    „Mir hat letztens ja noch einer erklärt, dass er nichts ins Netzt schreibt, weil dann ja jedesmal an anderer Stelle etwas herunterfällt, also gelöscht wird. Weil ja die Speicher schon lange alle voll sind mit dem ganzen Kram, den alle ins Netz schreiben.“

    Ich sah leider kein anderes Beispiel, deshalb die Frage. Ich kenne auf jedenfall viele Menschen, die Offliner sind. Das hat verschiedene Gründe, das sie das sind. Ich denke, dass die weitaus meisten Menschen Offliner sind – Wenn man alle Länder der Erde betrachtet und nicht nur solche Länder, in denen mindestens 50 bis 60 Prozent der Menschen online sind, wie Onliner das gerne tun – vor allem in Printmedien und Büchern natürlich auch im Web auf Blogs usw. In Facebook z. B. sind soweit ich las 900 Millionen Menschen registriert und eine Minderheit von 6,1 Milliarden ist nicht drin oder?

    Ich war auch mal in Facebook registriert und habe mich wieder abgemeldet, was schon ein komischer und ominöser Vorgang war, da ich wie einige, gar nicht so wenige, die Möglichkeit mich abzumelden suchte, die ich erst nach einer Google-Suche fand. Die meisten meiner Facebookfreunde sind nicht meine Freunde, höchstens Bekannte. Für mich, wie für Offliner besteht da immer noch ein himmelweiter Unterschied. Wichtiger jedoch, ich mag die Typen, die dahinter stehen nicht und möchte mich auch von Mark Zuckerberg nicht als dumm bezeichnen lassen. Und ich will selbst soweit ich die Moglichkeit habe, bestimmen, was mit meinen Daten geschieht. Mir ist bewußt, das ich das nicht in jedem Fall kontrollieren kann.

    Ich selbst bin oft online. Das bringt der mal erlernte Beruf Fachinformatiker Anwendungsentwicklung und Systemintegration halt so mit sich :) Aber ich war nicht immer im IT-Bereich tätig, sondern erst ab meinem 35./36. Lebensjahr. Ich habe da immer eine etwas andere Sichtweise auf diesen Bereich gehabt, als Menschen, die schon in ihrer Jugend mit dem Netz aufgewachsen sind oder wachsen.

    Na ja, als ich aus der Schule kam, 1975, waren Computer große Maschinen wie Schränke und standen in den Kellern von Versicherungen, Banken und Ämtern. Sie hatten die Aufgabe mich mit einem Typen, der so wie ich heißt permanent zu verwechseln und mir dann die Strafzettel zuzuschicken oder der mein Konto leerte. Wenn mans genau sieht, ist das auch heute noch ihre Aufgabe.

    Wenn ich in einer Kneipe bin und jemand reißt einen Witz dann lachen die Leute und wir lachen zusammen und ich seh, wie sie lachen sich gegenseitig vielleicht knuffen und Spass haben. Im Netz lachen wir natürlich auch, klar. Aber jeder lacht alleine vor seinem Computer und nicht mit anderen. Man sieht, hört und riecht nichts. Wenn ich in Not bin oder irgendwie vielleicht Hilfe brauche, kann mir keiner im Netz helfen, vielleicht ist der gegenüber ja auch 1000 km von mir entfernt. Hier kann ich einfach ein Telefon benutzen und jemand anrufen. Vielleicht einen/eine OfflinerIn?

    das wars mal fürs erste. Ich muß morgen um halbfünf aufstehen und arbeiten. Im Wingert (Weinberg, Steilhang) gibts auch keine Computer. Mache ich zwischendurch mal. Da gibts jede Menge Offliner, da sich bei dem Hungerlohn eh keiner einen Rechner leisten kann.

    Viele Grüße

    Thomas

    PS: Es gibt natürlich auch positives mit Computer und online ;)

  6. Christian sagt:

    Das Zitat mit dem hinten runterfallen ist so passiert. Vor ca. einer Woche.
    Und auch wenn ich das fachlich sehr seltsam finde und vielleicht auch etwas drüber grinsen muss, dann habe ich mit ihm doch ein Interview vereinbart, weil ich wissen möchte, was zu so einer Einstellung und so einem Glauben führt.
    Denn genau das macht doch den digital gap aus, dass manche Menschen alles mitmachen und manche skeptisch sind und manche Bedenken haben und diese Bedenken sich auf die eine oder andere Art äußern.
    Das möchte ich kennen lernen.

    Hättest Du vielleicht Interesse, den Fragebogen zu beantworten?

  7. Thomas sagt:

    hätte ich schon. Drei Fragen habe ich aber auch noch. Wer ist wir? Können auch andere als „wir“ Texte (Artikel) schreiben? Gibt’s ne Printversion?

    Viele Grüße
    Thomas

  8. Christian sagt:

    „Wir“ entsteht gerade. Die Idee ist von mir, ich spreche gerade mit mehreren menschen, die zum Teil dabei sind, zum Teil noch überlegen, und: Wenn Du etwas schreiben möchtest bist Du herzlich eingeladen.

  9. Christian sagt:

    Oh, sorry, zu schnell abgeschickt.

    Printversion? Wovon?

  10. Dentaku sagt:

    (ausführliche Antworten kommen übrigens noch. ich brauch‘ ein bisschen…)

  11. Thomas sagt:

    na von mind the gap
    Vielleicht mal in ferner Zukunft, irgendwann?
    war auch eher als Scherzfrage gedacht :)

  12. Christian sagt:

    ach so – ja sicher, gerne. Aber da brauchen wir dann noch ein bisschen mehr Unterstützung :)

  13. Thomas sagt:

    > Wenn Du etwas schreiben möchtest bist Du
    > herzlich eingeladen.
    Mach ich, sag Bescheid wenns losgeht.
    Infos zu mir – ich fülle den Fragebogen noch aus, falls dann noch Fragen übrig bleiben – Email haste.

    > Aber da brauchen wir dann noch ein
    > bisschen mehr Unterstützung :)
    Klar, mach ich gerne :D – ich hab nur keine Kohle, Geld, Kies, Moneten, Zaster usw usf.
    Als momentaner Helfer im Weingut (bis Oktober) „verdient“
    man/frau eigentlich mehr, als man/frau bekommt *gg*.

    Viele Grüße

    Thomas

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