Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Kennzeichen D

Ebenso lange wie die anderen drei kenne ich natürlich auch Thomas D.
Zu Anfang, als die Vier noch so nebenher gelegentlich im CD-Player liefen war er nur einer unter vieren, der „Hausmeister“ Thomas D.
Erst später begann ich die Vier auseinander zu halten, begann Smudos schlaue und direkte von Michis Picknicker- und Thomas philosophischen Tracks zu unterscheiden. (Überhaupt ja ein Faszinosum, wie diese unterschiedlichen Menschen immer wieder so gradiose Gemeinschaftsprojekte auf die Kette kriegen, aber das ist ein anderes Posting und soll ein anderes mal geschrieben werden)

Der Thomas also. Irgendwann begannen die Medien auf ihn aufmerksamer zu werden. Er fuhr mit einem Wohnmobil durch die Gegend, rutschte angeblich kurz über Jenny E. und damit in die Klatschspalten, liess sich böse tätowieren und zog dann in eine Kommune. Und war so sicherlich oberflächlich gesehen für manchen Freak-Gucker interessanter als die anderen drei.

Ganz nebenbei brachte er aber auch diverse Soloprojekte heraus – am bekanntesten sicher wie er mit Wish Franka in ihrer Rolle als Lola kongenial durch die Stadt trieb oder seine Wohnmobil-Zeit mit reichlich Rückenwind begleitete.

Jetzt also die dritte Soloplatte. Die erste hieß einfach „Solo“, was ja ein gutes Statement ist, wenn man nach Jahren mit einer Band mal was alleine machen will. Sie war ein lustiger Stil-Mix, der erfolgreich so klang, als hätte Thomas sich ein paar Freunde eingeladen und mit denen gejammt.

Die zweite hieß „Lektionen in Demut“ und mit Verlaub: Ich konnte damit nicht so viel anfangen. So einmal den Krieger mag ich ja zwischendurch sehr, aber eine ganze Platte mit düsteren philosophischen Visionen? Nop, sorry.

„Kennzeichen D“ klingt jetzt wieder wie die „Solo“. Thomas hat nebenbei das ganze Album in seiner Entstehungsphase mit der Kamera begleitet und als Podcasts auf seiner Website veröffentlicht (wer lächerliche 3,- mehr ausgeben will kriegt alles zusammen auch bequem auf DVD zur CD dazu). Und so konnte man schon länger beobachten, dass er genau das tat, wonach die erste Platte klang: Jammen mit Freunden.

Das Ergebnis sind wundervoll locker groovende 75 Minuten Musik (die HipHop-Schublade ist schon lange zu).
Neben der funky Single Get on Board gibts lustiges für Anhalter-Fans, ironisches über Popstars und die, die es werden wollen oder auch mal härterer Stoff für die Fighter unter den Hörern (erinnert sich noch wer an die Megalomaniax? Aber ich schweife ab)
Wie von den vieren ja auch gewohnt gibts dazu hochwertige Texte, die meilenweit entfernt von HipHop-Klischees über dies oder das nachdenken oder eben auch mal nur Spaß haben.

Fazit: Kaufempfehlung. Wenn man die vier oder die „Solo“ mag.

3 Antworten zu “Kennzeichen D”

  1. Mann² sagt:

    Mich hat schon lange kein Review mehr animiert eine CD zu kaufen. Dieser hier schon. Ich geh jetzt mal kurz shoppen. Vielen Dank

  2. Christian sagt:

    gern :)
    By the way: willkommen zurück!

  3. joerg sagt:

    Und ich kann nur unterschreiben. Ich hab auch eine Platte ausgesetzt, aber Kennzeichen läuft sehr gut rein und die (viel zu spät entdeckten) Podcasts) fand ich auch schon super. Alles richtig gemacht, Herr D.

»