Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Klischeebestätigung galore

Ich hab nichts gegen Lehrer. Also nicht prinzipiell. Lebe ja mit einem zusammen. Und wollte in einem anderen Leben mal einer werden. (Jetzt ist es raus. Uff.) Bin also nicht jemand, der aus unreflektierter Gewohnheit über das faule, lebensuntüchtige Lehrerpack schimpft.

Dummerweise habe ich durch das oben erwähnte Zusammenleben auch mehr mit Mitgliedern dieser Berufsgruppe zu tun als viele andere – und erlebe immer wieder, dass die Jungs und Mädels zumindest den Punkt „lebensuntüchtig“ wirklich gut ausfüllen.
Beispiele? Na gut, wenn Ihr unbedingt wollt:

  • Regelmäßig rufen vormittags(!) Kollegen an und wundern sich, wenn S. dann arbeitet.
  • Wer nachmittags anruft und das Pech hat, dass S. trotzdem nicht da ist, ist fast immer unfähig, eine Nachricht zu hinterlassen.
  • Fast keiner der Anrufer ist in der Lage, sich am Telefon vernünftig zu melden. (S.) „Wer wars denn?“ (Ich) „Weiss nicht, hat keinen Namen gesagt“ ist ein Standarddialog bei uns im Haus.
  • Wenn der Anrufer mit seiner Nummer bei uns im Telefon gespeichert ist und ich also sehen kann, wer anruft, macht es mir immer viel Freude, wenn einfach aufgelegt wird, wenn statt S. ich mich melde.
  • Und heute vormittag brachte die Kollegin das Heft mit den Kopiervorlagen vorbei. Also, ich nehme an, dass es eine Kollegin war – es drückte mir halt wortlos jemand unbekanntes ein Schulbuch in die Hand und ging wieder. Dass in dem Heft die Vorlagen waren, mit denen S. am Freitag hatte eine Arbeit schreiben wollen ist da eigentlich nur noch am Rande interessant. Naja, jetzt sind ja erst einmal Ferien, da haben wir ja zwei Wochen Zeit zu überlegen, wo der Sinn war.

5 Antworten zu “Klischeebestätigung galore”

  1. Melody sagt:

    Sehr schön ist auch immer wieder: Sich alle nichtvorhandene Zeit der Welt nehmen, wenn man Input liefern soll, selbst aber nervig, nölig, unverschämt und anmassend erwarten, umgehend BEDIENT zu werden, egal um welchen Kleinkack es gerade geht. (Das kann ja nicht nur mir passieren, jedenfalls nicht mit fünf aufeinanderfolgenden Lehrern in einem Projekt, das seit einem Jahrzehnt läuft.) Grrrrr.

  2. Christian sagt:

    :) Das Vergnügen hatte ich (zum Glück?) noch nicht.
    Fassen wir zusammen: Eine weit verbreitete Unfähigkeit, sich in „normalen“ zwischenmenschlichen Kontexten einigermassen angemessen zu bewegen.
    Was man verstehen kann, wenn man bedenkt, dass 95% des Berufsalltages mit Kindern und einem deutliche erhöhten Status statfindet, sehr anstrengend ist und von der Allgemeinheit kaum gewürdigt wird.
    Was aber trotzdem mehr als schade ist.

  3. Melody sagt:

    Wenn denn glückliche und zufriedene Menschen dabei herauskämen, könnte man sich noch damit abfinden.

  4. Pjöni sagt:

    Eine befreundete Lehrerin hat vor allem solche Probleme mit den Eltern der Kinder.
    Die rufen zu den unmöglichsten Zeiten an und werden auch oft richtig pampig, wenn sie gerade nicht telefonieren kann, weil sie in einer Sprechstunde mit anderen Eltern ist…

  5. Christian sagt:

    Das wird der nächste Eintrag :))

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