Kundenbindung. Oder so.

Aus der Kategorie »just people«

2001 hatte ich auf einmal eine Firma, wir vedienten etwas Geld und als der alte Jetta nicht mehr wollte, konnte ich zum örtlichen Autohändler gehen und mir einen Neuwagen kaufen. Nein: leasen, ist ja schlau für so eine junge Firma.
Ich fuhr also einen Golf IV, es war mein erster Neuwagen und ich habe ihn geliebt.

Nach vier Jahren stellte ich fest, dass ich kaum noch eines der Autos auf dem Markt mochte, aber dass ich zum Glück immer noch einen Golf IV bekommen konnte. Pünktlich zum Modellwechsel hatten die Wolfsburger nämlich noch ein schickes Sondermodell herausgebracht. Er war toll ausgestattet und ich habe ihn geliebt.

Wiederum vier Jahre später war ich wieder auf der Suche, hatte wieder Glück und stiess auf einen hübschen Audi A3. Goodbye VW, welcome Audi. Das Autohaus musste ich dabei praktischerweise auch nicht wechseln, Audi und VW teilen sich ja meist ein Grundstück. Es war mein erster Audi, also – ich meine: Audi! und ich habe ihn geliebt.

Gute dreieinhalb Jahre später merkte ich, dass der Leasingvertrag wieder mal auslaufen würde. Ich begab ich mich auf die Suche, gucke mir allerlei Autos an, fuhr eine Giulietta, dachte über eine MidlifeCrisis nach und fuhr auch einen Audi TT, war umzufrieden mit der Gesamtsituation und hörte die Suche wieder auf.
Vor drei Wochen, als es echt für alles eigentlich zu spät war – denn Anfang April muss ich den A3 abgeben – kam ich ins Autohaus, sah einen hübschen A3 und siegte unterschrieb.

Heute hatte ich einen Brief in der Post. Das Autohaus stellt mir meinen neuen VW(!?)-Kundenberater vor. Zum Anfixen hatte er mir in Word auch gleich ein Angebot mitgeschickt – einen schlecht ausgestatteten schwarzen neuen Golf mit zu wenig PS, zu hohem Verbrauch und zu niedriger Jahreslaufleistung sollte ich für vergleichsweise zu viel Geld bekommen können. Zu Illustration hatte der Firmenlaserdrucker auch ein schickes Bildchen eines grünen Golfs mit anderer Ausstattung über die zentrierte Arial bold gedruckt.

Dass nach vier Jahren ohne einen Mucks so ein »Huhu, wir sind’s!« komisch wirkt, wurde tapfer ignoriert.
Dass ich in zwölf Tagen bei ihnen nebenan meinen neuen Wagen abhole, ebenfalls.

Und ich frage mich wieder mal: Haben die da draußen eigentlich keine Computer?


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3 Reaktionen

Am 23.03.2013 um 20:18 Uhr wusste Jens:

Ist doch super: Da stimmt der Datenschutz.


Am 24.03.2013 um 15:38 Uhr wusste jpr:

Ich habe erst kuerzlich erfahren muessen, dass das auch in Unternehmen, die man mehr mit Computern verbindet, als Autohersteller nicht wirklich funktioniert.
Beim Abholen einer neuen SIM-Karte hat man versucht mir auch noch Fernsehen ueber IP zu verkaufen, obwohl ich seit etwa 1.5 Jahren keinen Internetzugang mehr bei der gleichen Firma beziehe. Und dann auch noch eingeleitet mit den Worten „Sie haben doch auch noch Internet bei uns…“. Weia.


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