Lehrer sein das ist schon schwer – Lehrer werden nicht so sehr (5)

Aus der Kategorie »just people«

Nach einer Lösung fragte ich mich gestern. Habe ich nun eine? Jein. Nur ich für mich fand eine.

Ich habe übrigens von mir aus mein Blockpraktikum (also zu Anfang des Hauptstudiums) und nach etwas Überlegen auch meine Lehrerkarriere abgebrochen. Nachdem die Lehrer, die mich dort betreuen sollten für mich nicht ansprechbar waren und ich so genau den oben in vielen Worten beschriebenen Mangel am eigenen verlassenen Leib spürte habe ich versucht, die nötige Betreuung einzufordern. Das stieß auf wenig Gegenliebe und so ging ich halt.
Ohne es zu wissen auch mit einem ziemlichen Knall – ich hatte nicht gesehen, dass zur Pause schon alle Lehrer im Raum waren als ich den Rektor abfing und ihm erklärte, ich würde unter einer Ausbildung etwas anderes verstehen und würde seinen Laden dementsprechend jetzt verlassen. Und auch bestimmt nicht weiterempfehlen.

Ein paar Jahre(!) später hörte ich von einer Freundin, die gerade ihr Referandariat an einer 400km entfernten(!!) Schule begann, dass man dort natürlich meinen Namen und diese Geschichte von meinem Abgang kannte.
Es scheinen nicht viele zukünftige Lehrer ihr Recht auf eine Ausbildung einzufordern.

Eine kleine Umfrage im Bekanntenkreis ergab übrigens noch ein kleines Detail, was mir lange noch nicht so bewusst war: Wenn unser kleiner Referandar tatsächlich durch die Abschlussprüfung gefallen sein sollte: Dann bekommt er eine zweite Chance – er darf ein Jahr anhängen und die Prüfung wiederholen. Und niemand kennt jemanden – weder direkt noch indirekt oder ganz hintenrrum über über jemanden, der jemanden kennt – der durch diese Wiederholungsprüfung gefallen wäre.

Lehrer werden ist also gar nicht so schwer. Ein bisschen Sitzfleisch vorausgesetzt schafft man das schon. Ob man dann glücklich oder sogar gut im Job wird ist eine andere Frage.

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2 Reaktionen

Am 25.03.2008 um 15:28 Uhr antwortete Karan:

Hut ab vor Deiner Entscheidung!

In England läuft es so, daß man erst mal ein komplettes Studium im Fach seiner Wahl absolviert und dann das teacher’s training, also die pädagogische Ausbildung hintendran hängt. Bei der gibt es dann aber auch vollen Kind-Kontakt und Supervision von Anbeginn, d.h. diejenigen, die mit ihrer zukünftigen „Klientel“ nicht zurechtkommen, merken das beizeiten und stehen dann bei Studienabbruch trotzdem nicht ohne Abschluß da, denn einen haben sie ja schon.

Ich halte das deutsche System für dringend reformbedürftig. Es ist halt immer noch ein Beamtenapparat…


Am 25.03.2008 um 15:48 Uhr antwortete Christian:

Das klingt schlau, was Du da aus England beschreibst. Man hat nicht den Zwang, sich bei der fachausbildung schon sofort zu entscheiden.
Und den pädagogischen Teil eher praktisch zu lernen halte ich ja für das sinnvollste überhaupt …


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