Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Liebes Tagebuch …

… hier ist ja was los.

Eigentlich mag ich es ja gar nicht so, wenn was los ist, ich mag meine Tage ja eher streng strukturiert und geordnet, aber es scheint so, als ginge das im Moment nicht. Muss ich wohl auf mich aufpassen.

Zum Beispiel sind da eine Menge toller Jobs. Das ist natürlich toll und ich weiß das sehr zu schätzen, aber wenn ich jetzt einen von Euch sagen höre „sei doch froh, wenn Du was zu tun hast“, dann schmeiße ich den mal für zwei Wochen in die Tretmühle des selbstständigen Arbeitens in einem Job, den keiner richtig versteht und für den keiner Geld bezahlen möchte und dann reden wir weiter. Aber es sind wirklich tolle Jobs, welche, wo man gerne Herzblut reinsteckt, weil man die Kunden mag. Ich erzähle da später noch von, der tollste von allen ist irgendwie noch nicht ganz spruchreif und ich bin eine Unke und halte meinen Mund.

Dieses Blog hier, liebes Tagebuch-Blog, das wird heute 12. In Worten: Zwölf. Meine Fresse, wer hätte das damals gedacht. Dummerweise kann ich gerade nicht auf den ersten Artikel verlinken, denn der ist in einer Server-Miss-Konfiguration verschwunden. Hätte ich vielleicht einen Fachmann fragen wollen *hust*.

Ich bin auch gestern geworden – und zwar einundvierzig. Auch das hätte ja niemand gedacht, oder? Bis auf das Seelchen funktioniert aber alles noch ganz gut; das linke Knie knirscht manchmal, wenn ich die Treppe hochgehe, aber das ist doch normal, oder? ODER??
Wusstet Ihr übrigens, dass man wirklich gut feststellen kann, wer ein Freund ist und wer nicht, wenn man krank ist? Ich wusste es. Also: Mein Kopf wusste es. Fühlt sich trotzdem Scheiße an, wenn man merkt, wie schnell Menschen einen vergessen können.

Die obligatorische Glückwunsch-Statistik: Ein Brief (mein Steuerberater), eine Edgar-E-Postkarte, zwei eMails, ein amazon-Päckchen, drei Anrufe, acht Tweets und knappe sechzig facebook-Pinnwand-Einträge. Wir haben also einen klaren Gewinner. Und einen Sieger der Herzen: Eine SMS aus Thailand, die dürfte preislich alle anderen geschlagen haben.

In diesen letzten Tagen übrigens festgestellt: Ich mag alles neue. Die alte Maus zum Beispiel gab ihren Geist auf und simpel wie ich manchmal gestrickt bin, arbeite ich im Moment etwas lieber als vorher – weil die neue Maus so schön über den Schreibtisch gleitet.
Wenn man dann zufällig zu dieser Feststellung passend auch noch Geburtstag hat, dann hat man unglaubliches Glück. Also ich. Die Liebste hat mir nämlich einen Bass geschenkt. Einen funkelnagelneuen Bass. Beziehungsweise: Die Einzelteile. Ein paar Stücke vorgeformtes Holz und ein bisschen Hardware und ein bisschen Elektrik. Und da sie die weltbeste Liebste ist, hat sie meinen Geburtstag einfach ignoriert und mir all das schon zu Ostern geschenkt – denn da hatte ich ja schon mal ein paar Tage Zeit, in der Werkstatt zu verschwinden, die unser Vorbesitzer uns hinterlassen hat. Ich habe ein bisschen geraspelt und ziemlich viel geschliffen, ich habe Muskeln entdeckt, die mein Schreibtisch-gestählter Rücken seit Jahren ignoriert hatte, habe immerhin schon eine Kopfplatte lackiert und ich finde es ganz furchtbar großartig.
Außerdem habe ich gelernt, dass Musikläden immer noch genau so funktionieren wie damals vor fast 20 Jahren, als ich zuletzt in welchen war. Dummerweise meine ich das nicht positiv.
Ich wollte gerne eine andere Bridge auf meinem neuen Bass haben als vorgesehen. Wollte außerdem mal den nachbarörtlichen Einzelhandel stärken und so landete meine Bestellung mit Bleistift in einer dicken Kladde. Und hätte ich nicht fünfmal telefonisch nachgefragt, wäre sie da auch heute noch. Nun denn.

Apropos „neu“: Den Handy-Vertragsabschluss-Termin auf den Geburtstag zu legen kann ich auch nur empfehlen.

Ach ja, und apropos „neu“: Vor der Tür steht mein Auto und sieht aus wie neu. Falls Ihr jemals ein Auto verkaufen wollt, dann kann ich den Gang zum nächsten Auto-Putz-Zauberer nur empfehlen. So eine Komplett-Aufbereitung macht wirklich wieder einen Neuwagen aus dem 5 Jahre alten Wagen. Hammer, echt.
Ich will ihn ja gar nicht verkaufen, aber der Leasing-Vertrag lief aus. Dienstag also ein neuer. Im Herbst hatte ich ja schon mal nach Nachfolgern geguckt, hatte mich in einem Anfall von midlife-crisis auch in einen TT gezwängt und dann aber keine Lust mehr gehabt zu suchen. Als ich dann jetzt eher unlustig zur Besprechung des Rückgabe-Termins ins Autohaus schluffte stand dann mein Nachfolge-Wagen einfach so rum. Deutlich besser ausgestattet und ein gutes Stück billiger im Monat. Läuft, man muss manchmal nur loslassen.
Oh, was ein guter Schluss-Satz. Sollte ich mir merken.

7 Antworten zu “Liebes Tagebuch …”

  1. @Looka sagt:

    Mein linkes Knie knirscht auch. Ganz normal. Hoffich“@jawl: Frisch gebloggt: Liebes Tagebuch … hier ist ja was los. http://t.co/ZWeKdjMRqz”

  2. FrauLehmann sagt:

    Nicht so teuer wie aus Thailand und auch noch zu spät, aber von Herzen: Alles Liebe nachträglich für dein neues Lebensjahr. Dein Blogpost hat mich berührt/bewegt. Tolle Worte. Mit 41. Vielleicht gerade deshalb, oder weil du einfach du bist. Ich wünsche dir eine schöne Bastelzeit & viele schöne Momente mit deiner Liebsten.

    FrauLehmann

  3. Johannes sagt:

    Alles Gute, liebes JAWL!

    Und es freut mich, dass es zurzeit läuft. Solche Momente muss man auch mal genießen!

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