»Mind the gap«-Gedankenfetzen #1

Aus der Kategorie »just work«

Unter diesem Titel sammele will ich Ideen rund um mein Lieblingsthema »Digital gap« sammeln. Ungeordnet und fragmentarisch. Mal sehen, was draus wird.

Beim ESC saß der Offliner hier und guckte mit uns.

Ich weiß nicht mehr genau, wie wir drauf kamen, aber wir sprachen über „Fernseher anschalten“; ich erzählte, dass der Nachteil unserer tollen Kombi aus Flat-TV und HD-Recorder/Receiver ist, dass sie immer erst so ein bis zwei Minuten braucht, um aus dem Stand-By hoch zu kommen.
Er wunderte sich.

Stimmt, dachte ich: Unsere Fernseher – egal ob als Kombination aus mehreren Geräten wie hier oder als Smart-TV mit allen Funktionen in einem Gehäuse – sind keine Fernseher mehr, sie sind Computer.
Die HD-Kiste zum Beispiel braucht sogar einen Rückkanal ins Internet für diverse Funktionen, die Streaming-Box bezieht eh einen Großteil ihres Angebotes aus dem Web – wir sind also ohne Internet beim Fernsehen reichlich eingeschränkt.

Mind the gap: Fernsher sind Computer, Computer sind Fernseher. Es weiß kaum wer, aber ohne das Web sind wir aufgeschmissen.


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Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

4 Reaktionen

Am 05.06.2012 um 10:08 Uhr kommentierte Luca:

Unser Fernseher könnte auch etwas mehr, aber da müsste ich entweder einen Dongle kaufen (zu witzig und zu teuer) oder drölf Meter CAT5 Kabel verlegen (weniger witzig, weniger teuer, aber zu aufwändig). Werde ihn in Zukunft liebevoll dumb screen nennen, welcher die meiste Zeit vom Macbook mit Inhalt versorgt wird. Aber eigentlich wollte ich zur Abhängigkeit schreiben. In die andere Richtung.

Letztens schaute Mia den mageren Frauen zu und gerade als säuselnde Heidi sagen wollte welche sich nicht vor Livepublikum räkeln dürfte, rüttelte ein Unwetter am Parabolspiegel und das Signal brach alle paar Sekunden ab. Also Laptop auf, Livestream an und Sekunden später hatten wir wieder ein stabiles Bild.

Somit entsteht auch eine gewisse Redundanz. Nicht unbedingt für alles und bei eurem Setup. Aber so allgemein. Und das Internet sollte etwas ausfallsicherer sein als klassisches Broadcasting.

Ähm, ja.


Am 05.06.2012 um 10:32 Uhr sprach Christian:

… und wenn $Internetprovider zickt oder $Bagger das $Telefonkabel kappt, switcht man wieder zurück zum Fernsehen und guckt wieder da. Oder man liest ein Buch ;)

Abhängigkeiten von Technik gab es ja nun schon immer (aka. „der Gerichtsbeschluss war nicht in der Postkutsche, dann hängen wir den Typen erst nächste Woche auf, wenn die nächste Kutsche kommt“) und wird es auch immer geben.

Ich denke im Moment viel darüber nach, wo sich die Menschen dieser Abhängigkeiten nicht mehr bewusst sind – eben zB viele Menschen, die die tollen neuen Fernsehmöglichkeiten nutzen aber „kein Internet brauchen“
Brauchen sie nämlich doch, sie wissen es nur oft nicht.

Ich glaube manchmal, das ist der eigentliche „digital gap“, diess fehlende Wissen und die die daraus resultierende bequeme Ablehnung.


Am 05.06.2012 um 10:36 Uhr antwortete Christian:

Ps: Ob Internet sicherer ist als klassisches Broadcasting – ich weiss es nicht.

Ich glaube zwar, dass das Internet prinzipbedingt im großen Rahmen gesehen ausfallsicherer ist – wegen der dezentralen Knotenstruktur und dem Pakete-Prinzip und bla – aber im kleinen, so am Endpunkt beim Consumer ist Broadcasting die gefühlt etabliertere, sicherere Technik.
(Spontaner, vollkommen unbelegter Gedanke, der auch gar nix mehr mit dem eigentlichen Thema zu tun hat. Oder doch? Unbewusste Abhängigkeit von einer als unsicher empfundenen Technik? Hm.)


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Auch anderswo wird darüber gesprochen …

Unser Fernseher könnte auch etwas mehr, aber da müsste ich entweder einen Dongle kaufen (zu witzig und zu teuer) oder drölf Meter CAT5 Kabel verlegen (weniger witzig, weniger teuer, aber zu aufwändig). Werde ihn in Zukunft liebevoll dumb screen nennen, welcher die meiste Zeit vom Macbook mit Inhalt versorgt wird. Aber eigentlich wollte ich zur Abhängigkeit schreiben. In die andere Richtung.Letztens schaute Mia den mageren Frauen zu und gerade als säuselnde Heidi sagen wollte welche sich nicht vor Livepublikum räkeln dürfte, rüttelte ein Unwetter am Parabolspiegel und das Signal brach alle paar Sekunden ab. Also Laptop auf, Livestream an und Sekunden später hatten wir wieder ein stabiles Bild. Somit entsteht auch eine gewisse Redundanz. Nicht unbedingt für alles und bei eurem Setup. Aber so allgemein. Und das Internet sollte etwas ausfallsicherer sein als klassisches Broadcasting. Ähm, ja.
... und wenn $Internetprovider zickt oder $Bagger das $Telefonkabel kappt, switcht man wieder zurück zum Fernsehen und guckt wieder da. Oder man liest ein Buch ;)Abhängigkeiten von Technik gab es ja nun schon immer (aka. "der Gerichtsbeschluss war nicht in der Postkutsche, dann hängen wir den Typen erst nächste Woche auf, wenn die nächste Kutsche kommt") und wird es auch immer geben.Ich denke im Moment viel darüber nach, wo sich die Menschen dieser Abhängigkeiten nicht mehr bewusst sind - eben zB viele Menschen, die die tollen neuen Fernsehmöglichkeiten nutzen aber "kein Internet brauchen"Brauchen sie nämlich doch, sie wissen es nur oft nicht.Ich glaube manchmal, das ist der eigentliche "digital gap", diess fehlende Wissen und die die daraus resultierende bequeme Ablehnung.
Ps: Ob Internet sicherer ist als klassisches Broadcasting - ich weiss es nicht.Ich glaube zwar, dass das Internet prinzipbedingt im großen Rahmen gesehen ausfallsicherer ist - wegen der dezentralen Knotenstruktur und dem Pakete-Prinzip und bla - aber im kleinen, so am Endpunkt beim Consumer ist Broadcasting die gefühlt etabliertere, sicherere Technik.(Spontaner, vollkommen unbelegter Gedanke, der auch gar nix mehr mit dem eigentlichen Thema zu tun hat. Oder doch? Unbewusste Abhängigkeit von einer als unsicher empfundenen Technik? Hm.)