Naturschutz? Wozu?

Aus der Kategorie »just people«

Ich glaube, Naturschutz ist vollkommener Blödsinn. Niemand muss die Natur schützen. Die Erde gibts (sorry, liebe Kreationisten) über den Daumen seit 4,6 Milliarden Jahren und sie hat dabei ebenfalls über den Daumen 4,58 Milliarden Jahren ziemlich ohne uns Menschen leben müssen. Für die Matheschwachen: Das ist circa 99,5%. Also die meiste Zeit, die es sie gibt.
Wenn wir Pech haben, hat die noch gar nicht gemerkt, dass wir hier sind, so kurz sind wir hier.

Oder anders ausgedrückt: Die kommt prima ohne uns klar. Der ist das vollkommen wumpe, ob wir Boden versiegeln und Treibhausgase in ihre Atmosphäre pumpen. Der ist vollkommen egal, ob wir ihre Gewässer mit Chemikalien vollkippen oder die ganze Kohle verbrennen. Auch radioaktiver Müll geht ihr vollkommen am Hintern vorbei.

Die hat ohne uns schon viele Jahre mit Millionen Arten verbracht bis der Meteor einschlug und die hat auch schon einfach mal ein paar Millionen Jahre unter Eis verbracht. Hat ihr alles nix gemacht.

Der gehts gut ohne uns, egal, wie warm oder kalt es so ist.

Echt.

Ja wirklich, ich bin da sicher.

Aber …

Aber was?

Aber …

Ach so, ja, da war noch was. Wir, also Du und ich und auch die anderen, die können nämlich nur in einem verflixt kleinen Temperatur- und Feuchtigkeitsbereich leben. Einem winzig kleinen. Im Universum sind Temperatur vorrätig – von zigtausend Grad plus bis weit, weit, weit unter Null.
Wir können aber dauerhaft gerade mal von minus 10° bis plus 40°.
Wirds kälter oder wärmer – oder zu basisch oder zu sauer, zu hell oder zu dunkel oder sonstwas – dann sind wir, sorry, ganz fix am Arsch. Wir haben einfach echt Glück gehabt, dass diese irre zufällige Kombination von Lebensbedingungen hier gerade läuft.
Also: Wir haben Glück; die Erde kann wie gesagt auch anders. Kein Problem.

Naturschutz braucht also keiner. Naja, außer uns.


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Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

7 Reaktionen

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Am 07.06.2016 um 21:10 Uhr sagte Magnus aka MJKW:

Naja…. Das stimmt so nicht ganz, zumindest nicht wenn man den Artenschutz als Teil des Naturschutzes begreift. Einzelne Arten brauchen in der Tat schnell und kräftig und konsequent den Menschen, sonst rotten wir sie aus. Das ist aus vielen anthropozentrischen Gründen dumm (Beispiele für schnelle Lesende hier: https://www.bfn.de/0304_fakten.html ) und aus dem Punkt der Generationengerechtigkeit und einem nicht anthropozentrischen, allgemeinen Imperativ heraus moralisch schwer tragbar.


Am 07.06.2016 um 21:28 Uhr meinte Christian:

… so wir denn glauben, dass die Erde so, wie wir sie hier kennen die richtige, erhaltenswerte ist (und ich glaube das schon, ich liebe sie so) – dann natürlich.

Aber die Erde insgesamt, die kommt auch in jeder anderen Art gut weiter.
Wir nur nicht, wir müssen dringend Umwelt, Natur, Arten alles seit Jahrhunderten besser geschützt haben. Jedenfalls wenn wir unseren Arsch hier weiter hinsetzen wollen.


Am 12.06.2016 um 10:58 Uhr antwortete Magnus aka MJKW:

Generationengerechtigkeit geht ja zusätzlich noch von einem anderen Modell aus: jede folgende Generation soll die gleiche Wahlfreiheit haben, zumindest potentiell. Und damit verbietet sich das Ausrotten von Dingen, denn es schmälert die Wahlfreiheit der Zukunft. Spannender Ansatz.


Am 12.06.2016 um 15:07 Uhr wusste Christian:

Ich bin da vollkommen mit Dir.
Und – wenn man nicht nur den Teller, sondern auch mal den Tisch verlässt, um über den Rand zu gucken, dann ist auch das voll egal. Das Universum wird Leben in allen möglichen Formen hervorbringen.

Aber wir fackeln uns den Ast ab, an dem wir sägen auf dem wir sitzen.

Kluge Menschen sollten einsehen, dass sie nicht Arten, Bäume, Tiere oder sonstwas schützen, sondern einzig und allein im Endeffekt ihren eigenen Hintern. Und dann kann man dazu kommen, wird man dazu kommen, dass da das gesamte momentane Ökosystem dranhängt und es sich deswegen lohnt, die kleinste Art zu schützen.


Am 14.06.2016 um 20:02 Uhr sprach Stör:

Das erinnert mich an diesen schönen Witz:
Treffen sich zwei Planeten. Sagt der eine: „Mensch Erde, Du siehst aber schlecht aus? Was hast Du denn?“
Sagt die Erde: „Ich hab Homo sapiens.“
Meint der eine Planet: „Ach, keine Sorge, das vergeht von selbst.“


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Auch anderswo wird darüber gesprochen …

Naja.... Das stimmt so nicht ganz, zumindest nicht wenn man den Artenschutz als Teil des Naturschutzes begreift. Einzelne Arten brauchen in der Tat schnell und kräftig und konsequent den Menschen, sonst rotten wir sie aus. Das ist aus vielen anthropozentrischen Gründen dumm (Beispiele für schnelle Lesende hier: https://www.bfn.de/0304_fakten.html ) und aus dem Punkt der Generationengerechtigkeit und einem nicht anthropozentrischen, allgemeinen Imperativ heraus moralisch schwer tragbar.
… so wir denn glauben, dass die Erde so, wie wir sie hier kennen die richtige, erhaltenswerte ist (und ich glaube das schon, ich liebe sie so) - dann natürlich.Aber die Erde insgesamt, die kommt auch in jeder anderen Art gut weiter.Wir nur nicht, wir müssen dringend Umwelt, Natur, Arten alles seit Jahrhunderten besser geschützt haben. Jedenfalls wenn wir unseren Arsch hier weiter hinsetzen wollen.
Generationengerechtigkeit geht ja zusätzlich noch von einem anderen Modell aus: jede folgende Generation soll die gleiche Wahlfreiheit haben, zumindest potentiell. Und damit verbietet sich das Ausrotten von Dingen, denn es schmälert die Wahlfreiheit der Zukunft. Spannender Ansatz.
Ich bin da vollkommen mit Dir.Und - wenn man nicht nur den Teller, sondern auch mal den Tisch verlässt, um über den Rand zu gucken, dann ist auch das voll egal. Das Universum wird Leben in allen möglichen Formen hervorbringen.Aber wir fackeln uns den Ast ab, an dem wir sägen auf dem wir sitzen.Kluge Menschen sollten einsehen, dass sie nicht Arten, Bäume, Tiere oder sonstwas schützen, sondern einzig und allein im Endeffekt ihren eigenen Hintern. Und dann kann man dazu kommen, wird man dazu kommen, dass da das gesamte momentane Ökosystem dranhängt und es sich deswegen lohnt, die kleinste Art zu schützen.
Das erinnert mich an diesen schönen Witz:Treffen sich zwei Planeten. Sagt der eine: "Mensch Erde, Du siehst aber schlecht aus? Was hast Du denn?"Sagt die Erde: "Ich hab Homo sapiens."Meint der eine Planet: "Ach, keine Sorge, das vergeht von selbst."