Nerd

Aus der Kategorie »just tools«

Ich glaube, das alles können nur Menschen verstehen, die auch viel am mit dem Computer arbeiten.
Niemand, der hin und wieder den Rechner anschaltet, der »gelegentlich mal meine Korrespondenz« macht, »selbstverständlich im Internet recherchieren« möchte und »natürlich alle zwei, drei Tage einen Blick in die eMails« wirft, wird das begreifen können.

Exkurs: habt Ihr eigenlich auch schon gemerkt, dass nur solche Menschen überhaupt noch das Wort »Korrespondenz« in den Mund nehmen? Alle andere »brauchen Office«.
Exkurs Ende, ich schweife ab.

TastaturWas ich sagen wollte: Ich mag meinen Computer. Und ich hege, pflege und hätschele ihn, ich gebe es zu.

Mir war wichtig, keine graue, sondern zumindest eine schwarze Kiste unter dem Schreibtisch zu haben – ebenso wie die Tastatur und die Maus.

Ich habe – wie schon öfter erwähnt – ein Aqua-Simulationsprogramm laufen, habe mir ein eigenes Wallpaper gemacht und habe lange nach dem passenden Firefox- und Thunderbird-Theme gesucht.

Ich freue mich darüber, wenn ein Programm-Update eine verfeinerte Optik mit sich bringt – aber auch, wenn es neue, schlaue Funktionen gibt. Denn: ich mag auch gute Funktionen und kann mich an ihnen erfreuen. Auch die haben eine tiefe Schönheit – wenn sie gut gemacht sind.

Ich muss gestehen, dass ich – ohne jetzt hier den großen Switch propagieren zu wollen – heulen könnte, wenn ich sehe, was für einen üblen Geschmack die Microsoftler sowohl bei der graphischen Ausgestaltung ihrer GUI als auch bei der Bedienerführung so haben. Und wie schön sich OS X dagegen anfühlt und -sieht.

Naja, auf jeden Fall gibt es Momente, wo ich einfach glücklich bin, wenn meine wunderbare Arbeitsumgebung morgens angeht.
So wie gerade, ich wollte es nur mal gesagt haben.

Falls Du das jetzt alles nicht verstanden hast und mich für einen ziemlichen Freak hälst, hast Du vermutlich eine gesunde Hautfarbe, kennst Blumen, Gras und Bäume in echt und hast statt »Buddies« einen Freundeskreis, denn Du in einer sog. Kneipe und nicht im Messenger triffst. Kein Problem, muß es ja auch geben.


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Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

6 Reaktionen

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Am 13.04.2006 um 10:17 Uhr kommentierte liljan98:

Es ist echt nett, etwas so treffend auf den Punkt gebracht und so schön formuliert zu lesen, in dem ich mich komplett wiederfinde. Ok, ich arbeite nicht mit einem Mac und obwohl ich Open Office installiert habe, nutze ich doch meist noch das MS Office. Aber davon mal abgesehen…
Ich kann zum Beispiel auch überahaupt nicht verstehen, wie man sich sein Desktop und seinen Browser (falls man eben Firefox nutzt) NICHT seinen eigenen Vorstellungen anpassen kann. Wie kann man den Standard Hintergrund von Windows ertragen? Oder auf die Adblock Erweiterung verzichten und auf so vieles mehr.
Aber das sind vermutlich auch die Leute, die auch nach jahrelanger Internet – Nutzung nicht wissen, dass man bei jedem Browser einen Link auch in einem extra Fenster öffnen kann und somit nicht immer wieder auf die Ausgangsseite zurückklicken muss.


Am 13.04.2006 um 10:24 Uhr sprach Olly:

Schön zu sehen, dass man nicht allein so ist :) Ich arbeite inzwischen an einem Mac und das war quasi der nächste Schritt zum besseren Arbeitsplatz, denn das Auge isst ja bekanntlich mit.


Am 13.04.2006 um 12:16 Uhr kommentierte smiley:

Kommt mir sehr bekannt vor. Ich schließe Thunderbird eigentlich nur, wenn ich es gerade garnicht brauche, und mir die Taskleiste zu voll wird.

Themes lasse ich eigentlich eher bleiben, aus dem Glauben heraus, dass die Kiste dann besser performt. Dafür will ich nie mehr auf TClock verzichten, Uhren ohne Sekundenanzeige sind furchtbar. ;)

Nerd-Geschichte am Rande: ich habe gestern meine „wechselbaren Datenträger“ (Stick, iPods, Kameras, Telefon, etc) neu organisiert, jedes hat jetzt einen eigenen Laufwerksbuchstaben, ein eigenes Icon (natürlich aus eigener Feder) und sinnvolle Bezeichnungen. Nachvollziehen kann das wohl – wenn überhaupt – nur ein Nerd.

Und apropos Apple: nachdem ich einen tagelangen Kampf hatte, den ich nachher aufgab, wird mein nächster Rechner auch weiß. Ich habe meinen Kalender als iCalendar-Datei (.ics) auf meinem Samba-Server, um hier zuhause von jedem Client aus darauf zugreifen zu können, und per phpiCalendar auch online. Nur aufs Handy bekomme ich ihn nicht. Unter Windows nur mit Outlook und Krücken, für .ics bräuchte ich einen Mac und iSync.


Am 13.04.2006 um 12:47 Uhr sagte Dave-Kay:

Haha, ganz großes kino Herr Christian!
Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob das ein vor- oder nachteil ist, dass mich das „Ambiente“ eines Computers nicht groß juckt. Das Ding muss seinen Zweck erfüllen. Trotzdem und das muss ich mal zugeben hat so ein iMac oder Book schon was. Aber ich bekam schon immer Glanz in den Augen, wenn ich schöne Hardware bewundern konnte, meine Desktops hingegen waren immer sehr nüchtern und einfarbig. Die Werkzeugkiste kann schön sein, aber innendrin brauche ich ordnung und Funktionalität, Blümchen oder anderen Tand schmeiße ich gnadenlos raus.


Am 13.04.2006 um 13:12 Uhr kommentierte Christian:

… ich glaube, ich muss noch ein bisschen ergänzen, was ich meine – da war ich wohl noch zu müde heute morgen.

Mich erfreut, wenn etwas schön ist – und ich meine damit nicht nur die äußere Schönheit – also Desktop, Gehäuse, Icon usw – sondern auch wenn es smart und gut funktioniert.
Die äußere Schönheit ist mir total wichtig, keine Frage, und ich verstehe niemanden, der vor einer Windows-Standardinstallation sitzt.
Das hat sicherlich den Nachteil, dass meine Rechner inzwischen so stark „individualisiert“ sind, dass ich an eben einer solchen Standardinstallation erst suchen muss, um Dinge zu finden. Nicht lange, aber es ist eben nicht die flüssige, selbstverständliche Bewegung wie sonst.

Das ist in meinem Alltag, in dem ich 95% der zeit an meinen Kisten verbringe sicherlich ok, bei Dir kann ich mir vorstellen, dass es stören würde.

Aber genausowichtig, wenn nicht etwas wichtiger, ist mir, dass es GUT das tut, was ich will.
Schönheit ist auch ein überraschend einfach und gut funktionierender Photoshopfilter.
Ein FTP-Programm, dass mich immer genau bei dem unterstützt, was gerade sinnvoll ist.
Eine BlogSoftware, die mir ihre Funktionen nicht versteckt, sondern sinvoll anbietet.
Gute GUIs.
Und auch ein PC, der schnell hochfährt und damit ganz nebenbei beweist, dass er vor RAM und guten Komponenten nur so strotzt.

Und wenns dann noch völlig subjektiv gut aussieht…


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